OK, der geneigte Leser ahnt es schon: der Verfasser hat mal wieder einen Standby-Sünder aufgetan.
Es handelt sich um den All-in-One mit Faxfunktion HP PSC 2210, zugegeben ein betagtes Gerätchen. Wir hatten ihn meiner Mutter zum letzten runden Geburtstag geschenkt, der liegt knapp sieben Jahre zurück. Für Computerhardware ein stolzes Alter. Trotzdem lief er immer brav, meine Mutter faxt vielleicht ein Dutzend Seiten im Jahr und erhält ähnlich viele, aber sie kennt Fax nun mal aus dem Büroalltag und möchte es nicht missen, mit E-Mail wird sie nicht recht warm. Jetzt lief er nicht mehr, das Netzteil ist wohl in die ewigen Jagdgründe abgewandert, und es ist ein fest eingebautes. HP selbst vertreibt keinen Ersatz, die einzige Firma, die mir eins für 5,90 $ verkaufen wollte, sitzt in, ja genau, Bulgarien. Dankeschön.
Meine Mutter kriegte also für 69,99 € ein neues, zeitgemäßes Gerät, den HP OfficeJet J4580, und ich erbte den alten Feilkloben. Dachte, vielleicht ein als defekt markiertes Gerät bei eBay zu ersteigern und aus-zwei-mach-eins zu betreiben. Es kam denn anders, für einen Euro ersteigerte ich ein als funktionierend markiertes Gerät und brauchte den Schraubendreher gar nicht zu schwingen. Wie es einem als Technikverliebtem manchmal geht: daß ich das Ding gar nicht haben wollte, hatte ich darüber ganz vergessen…
Der neue Alte kam per Hermes, funktionierte, und wurde testweise in Betrieb genommen. Wie gesagt, eigentlich will ich gar keinen All-in-One. Habe einen guten Drucker und einen feinen Scanner und brauche kein Fax. Aber testen will man ja schon. Und holt denn auch mal den Strommesser raus, weil sich auf den Webseiten zu dem alten Schätzchen keine Verbrauchswerte finden. Und was zieht er? Dreizehn Watt! Im sogenannten ausgeschalteten Zustand! Eingeschaltet 17 W, im Energiesparmodus, na, genau, dieselben 13 wie ausgeschaltet. Der neue J4580 hat Referenzen auf der Website: 2,8 W soll er im Energiesparbetrieb aus der Leitung nuckeln, glatte 10 W weniger.
Kopfrechner an: ca. 23 Jahres-Euro verbraucht der PSC 2210 allein, wenn er nur die Wand anschaut. 17,52 €/Jahr kann man sparen, wenn man ab heute statt seiner den J4580 einsetzt. In ziemlich genau vier Jahren ist der Neue amortisiert – nur über den Standbyverbrauch. Und der alte hatte, wie eingangs vorgeführt, 7 Jahre gehalten…







Inzwischen ist der bestellte Kalender auch eingetroffen. Die Qualität ist erwartungsgemäß gut, das Premium-Papier ist angenehm und der Druck schön scharf und farbtreu. Nur mit der Lieferzeit mag ich mich nicht anfreunden: Die Website erklärt, daß Kalender 3-4 Arbeitstage für die Fertigung und 2-3 Arbeitstage für den Versand benötigten. De facto wurde mein am 30. November bestellter Kalender brav am 4. Dezember versandt, kam dann aber erst nach dem 11. Dezember an. Die “Swiss Post Belgium” (ährlich!) hätte diesen Wert auch mit CO2-freundlicher Fahrradauslieferung erreichen können. Schenkende müssen also im eigenen Interesse ein ausreichendes Zeitpolster einplanen, wollen sie nicht nervöses Nägelkauen riskieren. Auch das Weihnachtsgeschäft ist damit natürlich eh’ vorbei.
Auf dem Rückflug war unser Handgepäck deutlich voller, so ist das eigentlich immer, wenn man aus der Schweiz kommt… und was erregte die Aufmerksamkeit des Sicherheitsmanns in Basel? Nicht der vorschriftsgerechte Beutel mit den Flüssigkeiten, nicht die runde Blechdose mit “Wilde-Kerle”-Drops aus Christians Adventskalender, sondern – zwei Stücke Appenzeller, “Extra” und “Surchoix” (“Classic” kann man auch in Deutschland kaufen). Als er den Käse auf dem Schirm sah, mußten wir öffnen, als er ihn “live” sah, war sofort alles gut.
Da haben sie aber noch etwas anderes: eine neue Tasse. Passend zum Citiz Design. Ein Glas, eher. Erinnert auf den ersten Blick an ältere Bodum-Gläser, nur sind die massiv und schwer. Diese Tasse ist ganz leicht, denn sie ist in Wirklichkeit hohl, enthält ein Vakuum, und ist damit eine kleine Thermos (das Vakuum in einer Thermosflasche ist ja der Grund, warum die ganze Kanne kaputtgeht, wenn man den kleinen Nippel am Boden abbricht). Nespressos Idee, daß man seinem Kaffee von außen zugucken kann, gab es bei Glastassen ja schon früher, ist auch hier wieder etwas gewöhnungsbedürftig (ich finde, es ist ein bißchen, als säße man einem Nackten gegenüber). Aber das Gefühl ist herrlich: Man hält die Tasse ohne Henkel in der Hand, sie bleibt lauwarm, und der Kaffee bleibt phantastisch heiß.
Ah. Der Schuh gehört zweifellos zu “akribische Vorbereitung”, der Nike-Schuhmacher als eine Art Waffenmeister “Q” für den Fußballer James Bond. Dann noch “Talent allein genügt nicht”, woraus ein Mutiger den Umkehrschluß ziehen könnte, “es geht auch ohne Talent”, dann bleibt nur noch Training, harte Arbeit und ähnliche Unwörter.







