Villa Luganese bis Alessándria

Jetzt soll sie losgehen, die Hochzeitsreise. Aber zunächst sitzen Martin und ich im Büro und unternehmen einen letzten Versuch, Martins altes Notebook ins Internet zu bringen, wieder vergebens. Dann noch schnell die schon vorliegenden Bilder der Digitalkamera auf eine CD gebrannt – es ist schon nachmittag -, und los geht es.

Zunächst nur bis zum „Fox-Town“, einem Factory Outlet bei der schweizerisch-italienischen Grenze. Dort verbummeln wir etwas Zeit. Wir haben ja jetzt Zeit, ein lange nicht mehr gekanntes Gefühl. Hoppla, man schließt, es ist früher Abend! Jetzt aber schnell, es muß ja nicht mehr die Toskana werden, aber in Italien wollten wir schon übernachten.

Ab der Grenze begleitet uns ein Gewitter über die Autobahn Richtung Genua, es zeigt uns, was wir schon wußten, daß nämlich dieser Sommer nicht von der gleichen Art war wie andere. Unsere Hochzeitsfeier im Sonnenstübchen des Tessin war ja auch schon von einzelnen Regenschauern begleitet („sposa bagnata, sposa fortunata“), und Andrea, Barbaras Trauzeugin, war gerade von drei Wochen Toskana zurückgekehrt ohne einen einzigen Tag ganz ohne Regen. Auch unser Nachbar hatte schon berichtet, seinen Urlaub dort abgebrochen zu haben. Wir kommentierten das mit „wenn es wirklich nichts gibt, fahren wir zum nächsten Flughafen und nehmen einen Last-Minute-Flieger.“

Alessándria entpuppt sich als unspektakuläre Kleinstadt ohne jeden interessanten Aspekt. Keinen Reiseführer zu haben, rächt sich, das könnte noch öfter so kommen. Schließlich findet sich ein innenstädtisches Zwei-Sterne-Hotel, das uns akzeptabel, aber eben unspektakulär beherbergt. Erinnerungen an Cork, unsere erste Übernachtung in Irland, kommen auf. Auch Cork ist nicht eben der Traum eines Irlandreisenden.

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