Torre del Lago Puccini bis Gello

Pisa! Das tönt doch schon sehr toskanisch. Von Norden nähern wir uns an, wissen nicht genau, was auf uns zukommt / worauf wir zukommen. Wir wollen irgendwo parken, wo es noch geht, wir aber schon leidlich nahe an der Stadt sind. Leichter gesagt als getan, denn ehe wir auch nur „Leonardo“ sagen können, taucht zwischen den ersten Häusern schon der Torre Pendente, der namengebende „Schiefe Turm“ auf. Links eine Tamoil-Tankstelle und ein Parkplatz für Fernreisebusse, wir fahren dennoch rein, und siehe! es gibt dort einige hundert kostenlose Parkplätze, keine 700 m vom Campo dei Miracoli entfernt. Pisa oder SchildaLängs dieses kurzen Wegs liegt sogar noch ein preiswerter Espresso drin. Dann der Turm, der Dom, das Museum… na ja, das Feld der Wunder ist ein sehr geballter Ort, und die Touristen kleben an ihm wie die Ameisen an einem Kaugummi – kaum 150 Meter im Radius, der Rest der Stadt ist touristenfrei. Und es ist eine schöne Stadt, die man gut zu Fuß erschließen kann.Dann trägt uns der Wagen weiter in das toskanische Binnenland, mit dem Thema Küste haben wir seit gestern abgeschlossen. Auf der LI-PI-FI (oder SGC), der autobahnähnlichen Schnellstraße, die Livorno, Pisa und Florenz verbindet, zuckeln wir los, im Kopf den Entschluß, völlig planlos in die Region von Volterra und San Gimigniano zu fahren und dann einfach einen schönen Ort zu finden.

Das Wunder geschieht – wir sind immerhin auf Hochzeitsreise – und genau dies gelingt. Wir fahren bei San Miniato ab, fahren ein bißchen weiter, erreichen Gello. Folgen den Schildern zu einem Agriturismo mit Pool, dem Podere Sottogello. Es ist wunderschön, leider ausgebucht, aber seine äußerst sympathischen Besitzer verraten uns, daß in Gello selbst noch ein Schweizer wohnt, der auch Zimmer hat. Dort waren wir vorbeigekommen und hatten es eher übersehen, weil es auch kein Schild aushängt, jetzt gehen wir zurück, denn dort stand auch unser Auto, die Straße ist etwas abenteuerlich und entmutigt den unerfahrenen Nordeuropäer leicht. Gello entpuppt sich weniger als ein ganzes Dorf denn vielmehr als ein kleines ehemaliges Kloster, das Edi, der Schweizer, schon vor 25 Jahren dem Verfall entrissen und möglichst originalbelassen wieder errichtet hat. Jedes Zimmer ist ein kleines Museum, nicht jedes hat ein eigenes Bad, alle teilen eine gemeinsame Küche, spektakulär ausgestattet und mit einer gigantischen Feuerstelle. Nach kurzem Zögern sagen wir zu.

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