Gello

Unser Zusagen haben wir nicht bereut, unser Zögern ist verraucht. Es sei dennoch erklärt: Der Schweizer (wir kennen seinen vollen Namen noch nicht) ist ein etwas eigenwilliger Eigenbrödler, seine Frau, die normalerweise den Betrieb macht, für ein paar Tage abwesend. Seine Art braucht etwas Gewöhnung. Auch sein Kloster samt drei Hunden, fünf Katzen, Hühnern und Ziegen, will erst ganz verdaut sein, dann ist es phantastisch. Dann verzeiht man auch kleinere Unzulänglichkeiten (viele von diesen haben sechs bis acht Beine, aber auch die Hauptsicherung geht schon mal aus – es ist eben ein Kompromiß zwischen Moderne und mönchischer Enthaltsamkeit zu finden); zur Not hilft der günstige Preis beim Verzeihen. Daß in unserem Zimmer das Bett seit dem Vorbenutzer nicht gemacht war, stört uns denn schon, doch entschuldigt es sich dadurch, daß diese „weltlichen Dinge“ sonst Ehefrau Teresa übernimmt; zusammen mit frischer Wäsche erhalten wir vom sichtlich zerknirschten Wirt eine Flasche des Hausweins zum Trost.

Daß der Fisch, den wir im Coop kaufen und mit Bratkartoffeln und frischem Rosmarin selbst bereiten, mindestens so gut schmeckt wie zwei Tage zuvor der im Restaurant, sei nur am Rande erwähnt.

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