Namensblock – eine neue Geschichte von der Telekom (Update)

Einige Leser erinnern sich noch, daß mir noch kaum je eine Berührung mit der Telekom ohne größere Probleme gelungen ist. Von der ursprünglichen Beschaffung eines Telefonanschlusses in eine Studentenbude über den Erwerb von ISDN und später DSL ging nichts ohne Wirren bis hin zur Anschlußsperre. Wen wundert es da, wenn die Telekom auch bei einer Eheschließung ein Wörtchen mitzureden hat?

Wenn zwei Personen heiraten, verschwindet nicht selten der Name der einen zugunsten des Namen der anderen Person. Wenn diese zwei Personen schon vor der Eheschließung zusammenlebten, dann betrifft das nicht nur den Pfarrer, sondern auch das Telefonbuch. Der erfahrene Leser ahnt, daß da Potential für eine neue Schmunzelgeschichte lauert:

8. Oktober: Zurück von der Hochzeitsreise, geht der frischvermählte Thomas u. a. auch in den T-Punkt, um den dort Ansässigen mitzuteilen, daß in Zukunft bitte ein gemeinsamer Eintrag auf die Eheleute hinweisen solle. Frau Jespersen, eine sehr kompetent wirkende Dänin, berät mich und macht, wie es scheinen will, alle erforderlichen Eingaben sofort: Die Hauptnummer soll unter unserem hübschen neuen Namen stehen, die beiden Zusatznummern gar nicht erscheinen. Es ist ein sehr internationaler Tag im T-Punkt: Nicht nur meine Beraterin (die im übrigen hervorragend deutsch sprach) ist zu nennen, auch am Nachbartisch werden zwei Afrikaner in fließendem Englisch beraten. Da ich etwas warten mußte, wird mir ein Kaffee angeboten – die Stimmung ist hoch…

18. Oktober: Unter dem Datum 16. Oktober, bezugnehmend auf einen „Auftrag vom 14. Oktober“ (den es nicht gibt, an diesem Tag hatten wir keinen Kontakt mit irgendjemand von der Telekom), erreicht uns eine Auftragsbestätigung über den Wegfall der fallweisen Rufnummernunterdrückung bei ständiger Übermittlung und den Zugang der ständigen Rufnummernunterdrückung für die beiden Zusatznummern. Kurzfassung: Den Angerufenen wird unsere Nummer nicht mehr angezeigt werden. Das klingt zwar hanebüchen, ich kenne das Spielchen aber schon: Weil ich den Nichteintrag dieser Nummern in das Telefonbuch wünschte, nimmt das Datenerfassungssystem der Telekom automatisch an, daß ich auch als Anrufer Anonymität suche, und erledigt dies in vorauseilendem Gehorsam gleich mit.

19. Oktober: Unter dem Datum 15. Oktober, diesmal bezugnehmend auf den echten Auftrag vom 8. Oktober, erreicht uns eine Bestätigung, daß man in Zukunft folgenden Eintrag im Telefonbuch führen werde: Waegli, Barbara u. Arbs, Thomas. Der geneigte Leser ahnt, daß das nicht ganz das Gewünschte war…

Folgt noch am selben Tag ein Telefonat mit der Telekom-Hotline, Frau Merz. Sie empfahl, immer die Hotline anzurufen, statt in den T-Punkt zu gehen, wollte sich aber nicht ganz explizit darauf festnageln lassen, daß das eine Aussage über die Kompetenz von Mitarbeitern des T-Punkt sei. Beim Ändern des Eintrags bemerkte sie, daß es Probleme mit dem Eintrag gebe, die wohl auch bei den Kollegen wiederholt zu Problemen geführt hätten. Sie führte nicht aus, welcher Art die Probleme seien. Sie erklärte aber, sie habe jetzt alle Änderungen durchgeführt, es könne aber dennoch sein, daß wieder nicht alles gelinge, dann solle ich speziell sie erneut anrufen oder anmailen, weil sie das Problem jetzt kenne, dann müsse der Redaktionsdienst die Änderungen bearbeiten.

22. Oktober: Unter dem Datum 21. Oktober, bezugnehmend auf das Telefonat vom 19. Oktober, erreicht uns eine Auftragsbestätigung über den inzwischen bereits bekannten Wegfall der fallweisen Rufnummernunter…. Ich mache mir so meine Gedanken über den Kompetenzvorsprung der Hotline gegenüber dem T-Punkt, schweige aber.

25. Oktober: Bei der Telekom-Hotline erbitte ich den Rückruf von Frau Merz.

26. Oktober: Unter dem Datum 17. Oktober, bezugnehmend auf den bereits hinlänglich unbekannten „Auftrag vom 14. Oktober“, erreicht uns eine Bestätigung, daß man in Zukunft folgenden Eintrag im Telefonbuch führen werde: Arbs, Barbara u. Thomas. Ahh, dann geht es ja doch… leider fehlt immer noch der ausdrücklich mitgewünschte Eintrag in das Online-Telefonbuch.

29. Oktober: Namensblock, ich hab ’nen Namensblock… der war lt. Rückruf von Frau Merz der Grund, warum alle Änderungsversuche in der Datenbank immer wieder scheiterten. Sie habe ihn jetzt gelöscht, und alles solle gut sein.

7. November: Der versprochene Erfolg ist auch über eine Woche nach dem letzten Telefonat mit Frau Merz ausgeblieben, weswegen ich abermals bei der Telekom-Hotline, Herrn Scholz, ihren Rückruf erbat. Dieser blieb bislang aus…

12. November: Zwar hat Frau Merz weiterhin keinen Rückruf vorgenommen, dafür erhalten wir unter dem Datum 8. November, bezugnehmend auf einen neuen Phantom-„Auftrag vom 7. November“, eine Auftragsbestätigung für die Aktivierung der fallweisen Rufnummernunterdrückung bei ständiger Übermittlung und den Wegfall der ständigen Rufnummernunterdrückung, vulgo zumindest das verlangte Rückgängigmachen der unbestellten Anonymität. Am 7. hatte ich ja tatsächlich telefoniert, einen Auftrag aber nie erteilt…

26. November: Heute hätte uns eine neue Heizung geliefert werden sollen. Leider erkrankte der Monteur, und die Firma konnte den Termin nicht absagen, weil unsere Telefonnummer nicht ermittelbar ist. Ich erbat also abermals den Rückruf von Frau Merz, der diesmal auch prompt erfolgte. Gemeinsam durchforsteten wir das System, um festzustellen: a) der Telefonbucheintrag ist immer noch defekt. b) Mein letztes Rückrufgesuch hatte Frau Merz nie erreicht, vielmehr hat Herr Scholz selbst meine Anrufgründe zu antizipieren versucht, die Rufnummernanzeige einschalten lassen und im System eine – erfundene! – Beschwerde von mir über Frau Merz hinterlassen. Nun ist dies natürlich ein telekominterner Vorgang, von dem ich sonst nicht einmal erfahren hätte, aber ärgerlich ist schon, daß dieser neunmalkluge Kollege damit, daß er aufgrund seiner eben doch nur rudimentär ausgebildeten hellseherischen Fähigkeiten nur die Hälfte repariert hat, weitere Wochen verschwendete. Diesmal erstellte Frau Merz eine e.Mail an den Redaktionsdienst, in der sie mich als „kritischen Fall“ einstufte und Reparatur erbat. Ich bin gespannt, ob jetzt wieder meine Rufnummer unterdrückt wird…

Heute, bald zwei Monate nach meinem ersten Besuch im T-Punkt, ist im Online-Telefonbuch unverändert kein Eintrag zu einem von uns zu finden. Frau Merz, auf die ich bereits schimpfte, erscheint rehabilitiert, der Kundengroll richtet sich jetzt vielmehr gegen den Kollegen.

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