Es ist Euer Dreck!

„Es ist Eure Stadt!“ – das war das Motto des 5. Düsseldorfer Dreck-Weg-Tags, zu dem die Initiative Pro-Düsseldorf zusammen mit der Stadt aufrief. Unter den rekordverdächtigen 13.000 Freiwilligen, die einen Tag lang der Awista unter die Arme griffen, waren auch wir. Dem Sponsor Schlösser-Brauerei sei Dank, daß ein anstrengender Tag mit einer Riesenparty einen angenehmen Ausklang fand.

Daß es nicht nur unsere Stadt, sondern auch nicht irgendjemandes Dreck ist, der weggemacht werden wollte, mag gern in Vergessenheit geraten. Und die etwa 557.000 Düsseldorfer, die am Dreck-Weg-Tag nicht dabei waren, sind auf der Liste der üblichen Verdächtigen sicherlich hoch einzustufen.

Am Samstagmorgen traten wir vier von gutem Wetter motiviert am Aaper Wald unseres Stadtteils an, ließen uns Käppi, Arbeitshandschuhe und Sack aushändigen und legten los. Vier gegen den Aaper Wald – man ahnt, daß das eine Sysiphusarbeit ist. Wir wurden denn zwar noch etwas mehr, aber nicht viele. Und wir entwickelten bald ein Gefühl für Umweltpolitik, das jedem angeraten sei, der glaubt, in diesem Thema mitreden zu müssen. Das Einwegdosen-Zwangspfand sei eine unsinnige Sache, schrie die Lobby der Dosenbierverkäufer seit Jahresbeginn. Dem kann ich jetzt nur widersprechen: Das Pfand hat dafür gesorgt, daß leere Bierdosen diesmal einen eher geringen Anteil der Müllmenge ausmachten. Als Hardliner möchte man vielmehr rufen: Belegt noch mehr Einwegverpackungen mit Pfand! Mini-Schnapsfläschchen (Weinbrand, Magenbitter usw.) kämen mir da in den Sinn, hinter mancher Bank lagen 20-30 Stück davon. Und daß der Getränkeindustrie eine Ausweichbewegung erlaubt wird hin zu kohlensäurefreien und deshalb pfandfreien Saftmixgetränken, die seit dem 1. Januar erst erfunden wurden, ist eine Perversion der Vorschrift.

Nach etlichen Stunden als „Bückstück“ spürt man seine Muskelpartien ganz schön, und die Kleidung, mit Bedacht aus dem Abstellraum gewählt, verströmt ein angenehmes Aroma. Da ist es erfreulich, daß auch für einen angenehmen Teil gesorgt wurde. Einige Sponsoren wurden zusammengetrommelt; niemand mochte zurückstehen. Das Fahren im Nahverkehr ist mit Sammlerkäppi am Dreck-Weg-Tag kostenlos, so kommt man nach Derendorf zur Schlösser-Brauerei, denn die hat zur Altbierparty geladen. Nicht alle, aber etwa tausend Gäste finden sich dort auch ein. Bier, alkoholfreie Getränke, hervorragender Erbseneintopf aus der Gulaschkanone, Live-Musik (u. a. die karnevalsbekannte Bigband „Swinging Fanfares“), Hüpfburgen und eine schier endlose Verlosung (und noch ein Düsseldorf-Koffer, und noch ein Henkel-Emailleschild, und noch ein Ballonflug… – und schließlich ein VW Lupo, der an einen Vierzehnjährigen ging) machten eine runde Party. Nur etwas Warmes zu trinken hätte Jutta, die sich sogar erkältet durch den Wald geschleppt hatte, vermißt. Für diesen Wunsch konnte Schlösser-Chef André Vazart, der sich sonst nicht zu schade war, eigenhändig Gläser abzuräumen, allerdings überhaupt kein Verständnis aufbringen.

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