DruPanik

Ganz Düsseldorf befindet sich im Drupa-Fieber. Ganz Düsseldorf? Nein, ein paar Stadtteile versuchen hartnäckig, gar nichts mitzubekommen von dem Ansturm, den diese Messe von Weltruf auslöst. Wenn da nicht die Taxifahrer wären…

Einmal alle vier Jahre nur beherbergen wir Düsseldorfer die Drupa, die Druckerzeugnismesse, zu der Gäste aus aller Welt kommen. So eine Messe gibt der Stadt Impulse, Gäste bringen Kaufkraft usw. Daß das gut ist für die Stadt, muß man akzeptieren. Entsprechend freut sich unser Oberbürgermeister. Die ganze Stadt spielt mit, Restaurants, Geschäfte und Einkaufspassagen verkleiden sich zu „DruPartnern“, die Stadt gar zur „DruPaCity“. Alles ist mit roten Flaggen zugehängt, als käme Mao selbst zu Besuch.

Der kommt zwar nicht, aber etliche andere Chinesen. Und Japaner. Und Inder. Und viele andere Gäste aus aller Herren und Damen Länder (überwiegend Herren – wie jemand beim Uerigen die Tage mit prüfendem Blick über die Biertrinkerschar maulte: „man sieht, es ist eine Männermesse…“). Damit hat der Düsseldorfer, tourismuserprobt, natürlich keine Probleme. Steht jemand hilflos mit seinem Stadtplan auf der Kö, wird ihm einfach kommentarlos der Weg zur Altstadt gewiesen. In allen Sprachen dieser Welt.

Probleme hat der Düsseldorfer eher zu Hause, in den äußeren Stadtteilen, wo sich die Drupa im wesentlichen auf den Straßen widerspiegelt. Die Autokennzeichen verraten, wer von innerhalb Deutschlands im eigenen PKW angereist ist und ergo gleich unvermittelt bremsen, von links nach rechts abbiegen, bei Rot weiterfahren (ach nee, das war natürlich ein Düsseldorfer…) wird. Da wird die Teilnahme am Straßenverkehr zum Erlebnis. Noch gefährlicher sind die Taxen. Denn nicht allen sieht man auf Anhieb an, daß sie von Aushilfsfahrern aus Neuss, Mönchengladbach, der Ukraine oder Memphis gelenkt werden. Obwohl ich kürzlich sogar einen beigen Audi 100 sah – kennen Sie den noch? Der kriegt schon bald die Oldtimer-Kaskoversicherungspolice.

Als Düsseldorfer sind wir dennoch dankbar – denn die drohende Messe hat einige Arbeiten dringend gemacht, und so fahren bei der Rheinbahn endlich wieder die Silberpfeile (aber das war eine andere Geschichte, und soll ein andernmal erzählt werden – aus der Sicht eines Kinderwagenfahrschülers…).

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