Kaplah! Düsseldorfer wählen Klingonen für Kö-Bogen

Für einige wenige Tage durften Düsseldorfs Bürger sich am Corneliusplatz die Entwürfe für das Bankhaus HSBC Trinkaus am Kö-Bogen ansehen. Die Meinungen sind ja schon geteilt bezüglich der Frage, ob der geplante Bau auf dem Jan-Wellem-Platz überhaupt eine coole Idee ist (Kampagne „so nicht, Herr Erwin“ der SPD), und jetzt wurden uns die vier Ergebnisse eines Fassadenwettbewerbs präsentiert, aus denen sich die Bürger wiederum nicht entscheiden konnten (26,8% für den ersten, 25,5% für den zweiten, 23,6% für keinen davon).

Wenn man denn von einem Wahlergebnis sprechen kann, wurde mit HPP ganz klar ein Entwurf in klingonischer Schrift gewählt:

Für die in Star Trek nicht ganz Bibelfesten zum Vergleich das Alphabet der cholerischen und stirnrunzelnden Aliens:

klingonisches Alphabet, Quelle: http://www.kli.org/

Aber kommen wir wieder zurück auf den ernsthafteren Boden der Geschichte. Für mein persönliches Verständnis lange wirklich hinderlich war die Erkenntnis, daß der „Kö-Bogen“ nicht viel mit der Königsallee zu tun hat. Er liegt kaum in der Nähe davon, nur sein westlichster Zipfel touchiert den äußersten nördlichen Ausgang der Kö ein wenig.

Hatte mich die Lokalpolitikerin Petra G. zunächst fast ganz auf ihrer Seite, als die SPD Unterschriften gegen das Gebäude an sich sammelte, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Richtig ist, daß die Fassaden vom Hofgarten aus betrachtet wuchtig wirken. Nicht richtig ist, daß die Skyline der Gegenwart, also die bestehende Häuserzeile dahinter, heimelig und malerisch ist. Es würden einfach nur zwei weitere Büroklötze zu den bestehenden gestellt. Ganz klar zuzugeben ist, daß uns mit den Flächen, einer Buskehre und einem Gleisdreieck, wirklich nichts weggenommen wird, das man vermissen müßte. Sehr unklar ist mir, ob die Gebäude wirklich so groß sein müssen – es heißt, der Investor braucht so viel Raum, aber schaut man in die Entwürfe hinein, sieht man lichtdurchflutete Atrien, die ca. ein Drittel des Baukörpers ausfüllen, Luft also, nichts als umbaute Luft.

Schließlich hat der Fassadenwettbewerb mir nur Austauschbares gezeigt. Klar, wenn der Baukörper als Eingangsvoraussetzung schon definiert ist, und man mit den heute schicken Materialien Glas, Stahl und Sandstein variiert, Glas dabei aber in allen Entwürfen einen Flächenanteil von ca. 90% einräumt, kann nicht viel Unterschiedliches herauskommen. Das spiegelt sich in den Befragungsergebnissen (die übrigens nicht repräsentativ sind) ja auch deutlich wider.

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