Holland auf Probe – der Beginn einer langen Reise

Ein kleines, ach was, ein großes Abenteuer steht uns bevor: Wir beabsichtigen, unseren bevorstehenden Sommerurlaub mit den Kids als Fahrradtour auszulegen. Für uns und unsere zwei Kurzen (3 und 1 1/2) heißt das Räder, Packtaschen, Zelt, Fahrradanhänger. Wir haben das schon mal gemacht, die Kinder noch nicht, sie kennen nur Tagesausflüge. Wir sind gespannt.

Zunächst stand aber nur einer der dazugehörigen Tests an: Eine völlig harmlose Fahrt mit dem Regionalexpress RE13 „Maas-Wupper-Express“ nach Venlo. Nicht einmal die „Kutsche“ nahmen wir mit, und das ist auch gut so. Denn das erste, was wir lernten, ist, daß es so schon einmal nicht geht. Der Express führt einen sog. „Fahrradwagen“, dessen Einstieg nur eine halbe Tür breit ist, also keine Chance für unseren 81 cm breiten Burley Cub bietet. Tatsächlich dürfte das Hineinwuchten selbst ganz normaler Fahrräder eine Herausforderung darstellen. Der Zugbegleiter machte uns auch keinen Mut, auf der Strecke werde immer vergleichbares Gerät („Silberlinge„) eingesetzt; die Bahn zögert wohl, ihre piekfeinen neuen Regionalexpresse ins Ausland zu schicken, und seien es auch nur 2 km.

Wir waren enttäuscht, schien uns doch die Strecke geeignet: Unsere Fahrt soll ja voraussichtlich ins südliche Land gehen, evtl. nach Zeeland, und die Bahn soll uns nur bis zur Grenze bringen. Jetzt müssen wir uns Kleve und Emmerich angucken, zum Letzteren soll ein moderner RE fahren, aber beides ist viel nördlicher, und für Emmerich muß man außerdem umsteigen. Die Idee, die Bahnanreise so unkompliziert wie möglich zu gestalten, gerät zum Wunschtraum.

Zunächst mal waren wir aber nun in Holland, und Lisa entsprechend aufgeregt. Außerdem war Mittagszeit, und Lisa hatte sich auf Pfannkuchen eingeschossen. Die Niederländer essen ja alle Pfannkuchen (Stichwort „Pannenkoekhuisjes“), wenn sie denn nicht Pommes essen, kein Problem also, oder? Oder. Anscheinend essen die Einwohner Venlos am Wochenende mittags nicht auswärts, die meisten Restaurants waren geschlossen, die Cafés hatten nur kleine Küche, und Pfannkuchen waren schon mal etwas, was man noch nie gehört hatte. Am Ende gab es Omelette, und es wurden doch noch alle glücklich. Zum Flanieren ist Venlo nett, wenn auch still wie jede Stadt am Sonntag, wir kriegten noch jede Menge Sonnenschien, eine Telefonkarte fürs Handy, ein Eis, einen gaaanz kurzen Blick auf die Maas (wird gerade eingedeicht und ist deshalb komplett umzäunt), und es ging zurück.

2 Gedanken zu „Holland auf Probe – der Beginn einer langen Reise“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.