Amazon, DHL und das Weihnachtsversprechen

Kennen Sie den? Kommt das Christkind an ’nem Montag, sagt der Postbote… – Nein, ist gar kein Witz, sondern der Kalender diesen Jahres ist ein logistischer Alptraum für die Paketzusteller. Wie das ist, wenn man seinen Geschenkeversand tatsächlich mit heißer Nadel strickt, erleben wir in diesen Tagen.

Zunächst mal ist da DHL, der Paketversender, der sich anscheinend redlich bemüht, mit der Situation fertig zu werden. Erstmals fährt man Pakete dort auch am heutigen Sonntag aus, am morgigen Heiligabend auch den ganzen Tag, und man kann sie angeblich auch noch bis 18:00 Uhr an den Postfilialen abholen, wenn man vom Zusteller nicht angetroffen wurde. Heiligabend! Achtzehn Uhr! Da ist für manche Familien mit kleinen Kindern schon Bescherung gewesen, schlecht, wenn ihre Väter in Postfilialen arbeiten.

Zweitens ist da Amazon, Erfinder der Weihnachtsgarantie. Die garantiert, daß Pakete, die bis Freitag bestellt wurden, unter dem Tannenbaum liegen. Nun ist das so eine Sache mit den Garantieversprechen, ein anderer amerikanischer Versandhändler hatte mit seinem Slogan „Guaranteed. Period.“ und dem Fehlen von Nebenbedingungen auch schon mit deutschen Gerichten zu tun. Man erwartet einfach, daß eine Garantie nicht hundertprozentig sein kann, zumal wenn man sich auf Drittdienstleister wie DHL verlassen muß, also braucht es einen Nebensatz, ein was-wenn-nicht. Das aber fehlt bei Amazon, also fragten wir einmal nach und erfuhren

Sollte die Liefergarantie nicht erfüllt werden (unabhängig ob Verzögerung durch Amazon oder Transportdienstleister begründet) erstatten wir einen gewissen Prozentsatz (max. 10%) zurück. Die Höhe der Erstattung hängt ab von der Dauer der Verzögerung und den Umständen.

Das finden wir jetzt, ehrlich gesagt, ziemlich lauwarm – statt „versprochen ist versprochen“ heißt es jetzt ein paar Prozent, im Ernstfall eine klägliche Entschädigung für eine lamentierende Erbtante, ein plärrendes Kleinkind unter dem lamettabekränzten Nordmann.

Zurück zu DHL – bis jetzt war unser Zusteller nicht da, und die Online-Sendungsverfolgung sagt seit 25 Stunden „Transport zum Zustell-Paketzentrum“. Diese Bestellung ist vom Donnerstag, und wird morgen, da wir uns lieber nicht auf solche Versprechungen wie diese verlassen, sicherheitshalber doppelt gekauft werden.

Ein Gedanke zu „Amazon, DHL und das Weihnachtsversprechen“

  1. Amazon Weihnachtsgarantie ist nichts weiter als heisse Luft!
    Ich bin als Amazon-Fan auch sehr enttäuscht über diese Art von Geschäftsgebahren. Rechtzeitig bestellt war auf einmal eine Unterbrechung im Tracker von mehreren Tagen. Anruf bei DHL, wo man mir sagte, dass das Paket dann wohl verschollen ist, weil es schon 2 Tage nicht mehr gescannt wurde und der Rat mal bei Amazon anzurufen. Dort kam eine sehr freundliche Dame zu dem selben Ergebnis, da mittlerweile der 24.12. war gab sie mir noch den Rat, in einen Laden zugehen und dort noch Geschenke zu kaufen. (Was mir ja dann auch nicht anders übrigblieb) – Dann kam am 28.12 doch noch das Paket an, ziemlich ramponiert und mit deutlichen Reifenspuren, lag also irgendwo unter einer rampe oder so. 2 Mails an Amazom blieben unbeantwortet – wenn man die täglichen 2 Mails, was man alles bei Amazon kaufen sollte nicht mitzählt. Mir ist ja klar, dass Amazon in diesem Fall keine Schuld trifft, ich spekuliere auch nicht auf einen 5 EUR-Gutschein, aber eine Antwort mit einer Entschuldigung würde mich ja schon wieder etwas versöhnen.

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