Nimm dich in Acht, Sundbäck!

Puh, doch noch eins gefunden:

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Nachdem ich ein halbes Dutzend im Hause herumliegender Nokia-Handys nachgesehen habe, war mein altes 6310i, bereits kaputt, das einzige „Made in Germany“. Ein weiteres kommt tatsächlich aus Finnland, alle anderen aus Ungarn – auch solche, die so alt sind, daß Ungarn damals noch kein EU-Land war.

Das ist wichtig zu wissen, denn es gibt einem die Möglichkeit, an der aktuellen Diskussion teilzunehmen, mit der rechten Perspektive. Denn Rüttgers droht Nokia-Vorstand Sundbäck recht unverhohlen mit emotionalen Sanktionen, mit einer Imagekampagne, die sich auf Nokias Absatz in Deutschland stützt.

Ich will dabei nicht verhehlen, daß es eine menschliche Sauerei ist, ein funktionierendes Werk zugunsten eines angeblich effizienteren zu schließen, und ich im ersten Augenblick mit dem Gedanken spielte, meine Nokias alle in einen Sack zu stecken und zu Händen Veli Sundbäcks zu schicken. Es ist aber unweigerlich ökonomisch konkludent, dasselbe zu tun. Die 60 Millionen Subventionen sind abgewohnt und kommen nicht zurück, da mag Rüttgers lange wüten. Ihnen stehen außerdem 378 Millionen Nokia-Investition gegenüber, von denen der Standort Bochum umgekehrt mehr als 10 Jahre lang profitiert hat. Und ein Vorstand, der nicht nach Gewinnmaximierung trachtet, tut seinem Unternehmen keinen Gefallen. Daß dies kein deutsches Unternehmen ist, zeigt den Weg der Globalisierung auf. Wer Subventionen verwendet, um ein ausländisches Unternehmen ins Land zu holen, weiß, daß er es damit nicht dauerhaft binden kann.

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