Preview: Die Rote Zora

Barbaras Firma hat uns alle mal ins Kino eingeladen. In der Sonntagsmatinée gab’s eine Preview: „Die Rote Zora„. Die Großeltern hüteten die Kinder und gingen mit ihnen ins Bobbolino (war auch ein Erfolg). Und wir hatten die Hände frei, genossen Gratis-Popcorn (geizig ist der amerikanische Giga-Konzern nur im Großen, nie im Kleinen…) und den Film.

Die Rote Zora. Das war doch, richtig, eine deutsch-jugoslawische Produktion aus den späten Siebzigern, und natürlich ein Kinderbuch von Kurt Held von 1941. Jetzt also ein aufwendiger Kinofilm von 2007, Ben Becker spielt den verderbten Fischhändler, Dominique Horwitz den Dorfrichter Adam, Verzeihung den bestechlichen Bürgermeister (aber man muß einfach an Adam denken, er spielt ihn glatzköpfig, um seine großen Ohren besser zur Geltung zu bringen), Mario Adorf spielt, nun ja, Mario Adorf, also den gerechten, aber kaufmännisch unfähigen Fischer Gorian. Hilmi Sözer und Badasar Colbiyik sorgen als komödiantisches Polizistenduo für Stimmung. Das eigentliche Augenmerk sollte freilich den Kinderdarstellern gelten: der 15jährigen Linn Reusse und dem gleich alten Jakob Knoblauch, filmisch bisher unbeschriebenen Blättern, die überzeugen. Die Musik steuerte Detlef F. Petersen bei, der als Musikant vor allem Komödiantisches wie Detlev-Buck-Filme beliefert. Ein paar computergenerierte Special Effects wären besser zu Hause geblieben, traumatisierend schlecht zum Beispiel der Kampf mit einem komplett virtuellen Riesenkraken.

Die Rote Zora ist diesmal ein Kinderfilm, die FSK sagt ab 6. Ich meine mich zu erinnern, daß die Fernsehserie deutlich mehr Härten zeigte. Dieser Film ist relativ weichgespült, kindgerecht überhöht, aber sechs Jahre? Da wird gestohlen, geprügelt, erniedrigt, in dunklen Höhlen herumgegruselt, und als wenn das nicht reichen würde, auch noch ein Hund erschossen – Hunde erschießen geht gar nicht, möchte ich da mit Johannes B. Kerner rufen, auch weil das meine persönliche Schwachstelle ist. Ich hätte 8-10 gesagt.

Nachdem ich meine elterliche Entrüstung über die Altersfreigabe losgeworden bin, möchte ich denn doch nicht verhehlen, daß mir der Film ansonsten sehr gut gefallen hat. Die Darsteller überzeugten, vor allem die Kinder zeigten schauspielerische Qualitäten, für Horwitz/Adorf/Becker ist Kinderkino anscheinend ein Sonntagsspaziergang. Die Kulisse ist grandios (gedreht wurde in Montenegro). Eltern, die den Stoff selbst noch entsinnen, und vorbereiteten Kindern kann ich den Besuch nur empfehlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.