Schweizreise: Thun – Interlaken (30 km)

Gelingt der Zeltabbau noch trocken, gibt es dann Regen. Die Auffahrt nach Spiez bietet die erste Steigung von 70 Höhenmetern. Kaum kommen wir oben am Bahnhof an und wollen im Migros noch schnell etwas Proviant fassen, ergießt sich ein Gewitter. Unter dem Vordach des Güterbahnhofs wettern wir dieses ab. Danach klart es rasch wieder auf, aber die steile Abfahrt wieder herunter auf Seeniveau nach Faulensee müssen wir auf nasser Fahrbahn absolvieren. Mit dem Gespann im Nacken kriegt Papi ganz schön Bammel – als es gerade richtig rund geht, auch noch ein lautes „Peng – klacklacklack“ von hinten. Etwas war offensichtlich in die Speichen geraten, ratterte eine Weile und flog dann weg. Auf einer Hofeinfahrt komme ich zum schlitternden Halt und höre auch schon von hinten: „Papi! Deine Fahne ist weg!“ Aha. Ein schweizerischer Autofensterwimpel, im Nachgang der EM waren sie zu verschenken, hatte sich als Danaergeschenk und Wurfgeschoß erwiesen. Zum Glück war außer dem Ding selbst nichts beschädigt.

Faulensee

Zum Mittagessen pausieren wir in Faulensee. Am Seeufer thront ein brandneu eingerichteter Dorfbegegnungs- und Spielplatz. Wunderbare Geräte, Tische und Bänke, öffentliche Toiletten. Blick auf den See und die Anlegestelle des Dampfschiffs „Bluemlisalp“. Schönes Wetter, wenn auch etwas unsicher, den Regen müssen wir zuerst noch von den Spielgeräten abwischen, um pitschnasse Kinderhosen zu vermeiden. Erst am kommenden Samstag, so erfahren wir beiläufig, soll die Anlage eingeweiht werden. Ein paar Sicherheitstechniker kommen, anscheinend zur Abnahme, dann auch die ersten Dorfkinder.

Schlaf-im-Stroh

Spätnachmittags kommen wir in Interlaken an. Die ersten Campingplätze liegen schon im Westen am Thunersee, sie lassen wir aber unbesehen links liegen und fahren durch das touristisch voll erschlossene Stadtzentrum nach Osten, an den Brienzersee. Auch dort ein TCS-Camping, dies inspizieren wir, aber wir wollen etwas anderes: ein „Schlaf-im-Stroh„. Im Stroh schlafen überlassen wir zwar anderen, aber diese Bauernhöfe lassen auch Gäste campieren und die Infrastruktur mit nutzen. Als einziges Zelt stehen wir so bei Familie Balmer auf der Wiese, direkt neben dem komfortablen Aufenthalts- und Frühstücksraum und nahe bei den Duschen, der ganze Hof liegt ca. 1 km vom Bahnhof Interlaken Ost entfernt (und keine 100m von einer Eisenbahnbrücke, die Bahn fährt also fast über uns). Für nur 20 CHF dürfen wir bei Marlies Balmer neben dem Camping auch noch gleichalte Kinder, Katzen und Kaninchen genießen.

Abends Regen. Muß wohl sein, aber wenn es weiter nichts ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.