Schweizreise: Ringgenberg (6 km)

Es sollte fahrradtechnisch nur ein kleiner Ausflug werden: Mit der Cousine hatten wir uns in Ringgenberg verabredet, wo eine mittelalterliche Burgkirche nach Restaurierung mit einem „Mittelalterlich Spectaculum“ eröffnet werden sollte. Strecke: Nur wenige Kilometer, aber ein paar Höhenmeter.

Auf diesem Weg – aber nur auf diesem – rächte es sich, keine kleinmaßstabige Karte zu haben. Denn was hier harmlos aussah, einmal über die alte Eisenbahnbrücke und dann oberhalb der Eisenbahnlinie einen kleinen Berg überwinden, nennt sich lokal „Katzenpfad“, und anderen als Katzen, die immer wieder auf ihre Pfoten fallen, ist der Gebrauch auch nicht angeraten.

Die ca. 80 (!) Höhenmeter hinter der Brücke verbrachte ich überwiegend schiebend, fast möchte ich sagen tragend; auf einem extrem schmalen Schotterpfad neben dem Abgrund war meine größte Sorge, daß der Hänger mir seitlich wegrutschen möge, an Fahren war ohnehin nicht zu denken. Mit Grauen dachte ich an das womöglich gleiche Herunter auf der anderen Seite, doch dort wartete glücklicherweise eine schmale Asphaltstraße auf uns. Völlig abgekämpft kamen wir im Mittelalter an.

Blide

Das Fest war dann erfreulicherweise eine reiche Entschädigung für den strapaziösen Weg. Wer schon immer einmal bei strahlendem Sonnenschein sehen wollte, wie eine Blide echte Steine auf die echte Burgmauer schleudert, oder eine Burgführung mit einem kostümierten Archäologieprofessor genießen, zum Mittagessen den Kopf eines Spanferkels essen (weil der Koch dem Chronisten versicherte, das sei das beste Stück – und es könnte stimmen), der war hier richtig.

Und der Rückweg, längs der Straße, war nur um ein Kurzes länger, aber erheblich entspannender!

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