Urk! Burk! Furk!

Michael Green "Ruder hart rechts"Eins der Bücher aus dem Schapp von Diogenes war Michael Green „Ruder hart rechts!“ Der Untertitel „Kluge Ratschläge für Fahrtensegler“ schrammt ein wenig an der Wahrheit vorbei, denn das Buch ist Satire. Coarse Cruising, was der Dolmetsch in einem traurigen Versuch mit g’schertes Segeln übersetzt hat, ist dasjenige Segeln, das sich von den Hochglanzbänden der Seemannschaft entfernt und eher beschreibt, wie es einem kleinen Haufen auf einem alten, irgendwo immer reparaturbedürftigen Boot ergeht. Auch wir hätten jederzeit eigene Episonde hinzufügen können, so nah ist die Satire an der Realität.

Über das Leben, und daß es coarse sei, hat derselbe Autor noch eine ganze Reihe Werke verfaßt, ich kenne aber nur dies eine. Die meisten sind gar noch älter, stammen aus den 60ern, was man dem Stil des Autors manchmal anmerkt. Eine kleine Leseprobe, sie befaßt sich mit nicht verständlichen Hafenmeistern:

Der am wenigsten verständliche Hafenmeister der Welt lebt in einem belgischen Hafen. Er bellte uns beim Einlaufen auf flämisch an und das klingt wie das Schreien einer betrunkenen Möwe: „Urk. Burk. Furk.“

Das Dumme beim Flämischen (abgesehen davon, daß kein Nichtbelgier es spricht) ist, daß es für den Fremden klingt, als wären die Leute ganz ärgerlich, gleich, was sie sagen wollen. Wenn ich dazu noch sage, daß der Hafenmeister auf und ab sprang und mit den Armen wedelte, ist es verzeihlich, daß wir dachten, wir hätten etwas falsch gemacht. Also drehten wir ab, und er schrie noch lauter: „Hoy! Urk! Furk! Burk! Churk, churk, churk!“

Das brachte uns vollends ins Schleudern. Wir wußten nicht, was wir tun sollten.

„Wir müssen vorsichtig sein“, sagte Askew, „manche Belgier haben im Krieg mit den Nazis kollaboriert. Vielleicht war er hier der Gestapochef. Darum haßt er die Engländer. Er wird wahrscheinlich gleich seinen Revolver ziehen und uns umlegen.“

Porky hatte eine mildere Erklärung und meinte, vielleicht sei sein Haus von den Alliierten gebombt worden und sagte, wir sollten nett zu ihm sein. Ich hielt es für wahrscheinlicher, daß er von betrunkenen englischen Fußballspielern vertobackt worden sei. Jedenfalls waren wir uns einig, daß wir ganz vorsichtig mit ihm umgehen müßten.

Wir drehten also um und gingen längsseits, unter den Schreien des Hafenmeisters, der aussah, als bekäme er unmittelbar darauf einen Schlag: „Urk! Yurk! Murk! Vurk!“

Ein Deutscher auf dem nächsten Boot rettete die Lage und übersetzte: „Er sagt, willkommen in Belgien! Ich habe einen Schwager in Wolverhampton!“

Ich weiß nicht genau warum, aber diese Passage ist mir 20 Jahre später immer noch fast wörtlich im Gedächtnis, nur hatte ich mir irgendwie gemerkt, der Belgier sage „hargl wurgl gargl fargl.“ Das ist nicht zu googlen, und ich weiß darum nicht, mit welchem Werk der Weltliteratur ich dieses verwechsle.

Das paßt dazu: Die Karikaturenbücher von Mike Peyton und Jerome K. Jerome – Three Men in a Boat: (To say nothing of the Dog).

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