Die weißen Vans rollen wieder

Sie scheinen aus amerikanischen Agententhrillern zu kommen: alle zwei bis drei Wochen fahren wieder unmarkierte weiße Vans durch das Viertel, längs und quer und hin und her.

weißer Van

Anders als in amerikanischen Agententhrillern sind diese Vans allerdings ziemlich abgenudelt, und haben Landeskennzeichen, die überwiegend, wenn auch nicht alle, aus kürzlich neu hinzugekommenen EU-Ländern stammen, kurz gesagt – es ist Sperrmüll. Es sind unsere östlichen Nachbarn, die für uns die Sekundärrohstofftrennung durchführen und der Awista damit viel Arbeit abnehmen, auch wenn diese das eher nicht schätzen dürfte.

Schon in meiner Kindheit fand ich es spannend, Sperrmüll zu durchwühlen, und es ist für mich keine Frage der eigenen Vermögensverhältnisse, den Kopf darüber zu schütteln, was andere so wegwerfen. Für die Fahrer der weißen Vans vermutlich schon. Ich stelle mir vor, wie sie, Nomaden gleich, dem Sperrmüll nachziehen und, wenn der Wagen voll ist, den weiten Weg zurück in die Heimat antreten, oder einfach zum nächsten Schrotthändler (Altmetall ist ja zuletzt wieder gewaltig im Wert gefallen…).

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