Bongbongbong

Acht Monate nach dem schrecklichen Unfall an der Straßenbahnhaltestelle Rather Broich sind die dortigen Ertüchtigungsmaßnahmen jetzt abgeschlossen.

Wir erinnern uns: ein 14jähriger geriet bei dem Versuch, die am gegenüberliegenden Gleis abfahrende Straßenbahn noch zu kriegen, unter die in Gegenrichtung gerade ausfahrende. Obwohl kein Anhalt für ein Verschulden der Rheinbahn gefunden wurde, ergab eine Besichtigung der Haltestelle Verbesserungsbedarf – vermutlich nicht zuletzt aufgrund des erheblichen Medienechos und der monatelang anhaltenden Trauer-Dekoration der Haltestelle.

Mysteriöserweise hat man dann vor allem die Ampel über den Rather Broich komplett umgebaut, um die tatsächlich sehr beengte Situation auf dem kleinen Gehwegdreieck zu entschärfen, obwohl der Schüler gar nicht über die Straße gekommen war. Den Überweg über die Gleise hat man dann nicht verändert – dafür hätte man den Bahnsteig verlängern müssen, Raum genug wäre dafür gewesen. Man stattete ihn stattdessen mit roten Piktogrammen auf dem Boden aus (die einen laufenden Jungen, der die Ecke genau kennt, sicher nicht gebremst hätten), und ergänzte die „Dackelampel“ um einen Blindengong.

Der ist dezent und nicht richtig laut, aber wir wohnen eben nur ca. 100-200 m von der Haltestelle entfernt, und hören ihn jetzt im Zehn-Minuten-Takt. Bongbongbong. Hmph. Aber nun gut, es gilt das Gutmenschentotschlagargument: wenn es auch nur einen Menschen wirklich rettet, wer könnte da schon dagegen sein?

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