Schweinegrippe: Fragen über Fragen

Die Frau Chikatze fragt mich heute, ob ich mich gegen die Schweinegrippe impfen lasse (Ergebnis jetzt: 63% nein). Meine Zeitung fragte gestern, ob sich meine Haltung zu dieser Frage in der letzen Woche geändert habe (Ergebnis: 81% nein). Zeit, auf den Zug aufzuspringen und laut nachzudenken.

Mache ich mir Gedanken? Ja, klar. Seit einem halben Jahr haben wir Pandemie. Der harmlose Verlauf der Schweinegrippe hat Mediziner wie selbsternannte Experten gleichermaßen verwirrt, die Pharmaindustrielobby jedoch nicht davon abgehalten, die Große GelddruckImpfmaschine trotzdem anzuwerfen. Von Anfang an haben die sachkundig Wirkenden gesagt, „im Herbst wird’s schlimmer!“, eine Aussage, die so trivial ist, daß es wenig überrascht, daß sie jetzt eintritt. Rechtzeitig zum Vertrieb des Impfstoffs ist es schlimmer geworden. Es gibt jetzt auch neun Todesfälle, davon einen, einen in dem nicht eine Sekundärerkrankung die Hauptrolle spielte – es gab aber auch prompt den ersten Geimpften, der die Impfstelle mit den Füßen voran verließ. (Zum Vergleich: An der „normalen“ Grippe stirbt nach Schätzungen jährlich die Bevölkerung einer Kleinstadt.) So kommt zur Pandemie die Panik, und nein, obwohl beide Vorsilben griechisch sind, sind sie nicht verwandt: Pandemie heißt „alles Volk betreffend“, und Panik kommt von Pan, dem Hirtengott, der aus Langeweile manchmal in die Schafe fährt.

Gerate ich also in Panik? Nein, sicher nicht. Ich bin kein Impfverweigerer, aber habe mich noch kein Jahr gegen die banale Grippe impfen lassen, und „et hett noch immer joht jejange“. (Gut, daß dieses kölsche Grundgesetz keins ist, wissen die Kölner spätestens seit dem Einsturz ihres Stadtarchivs.) Ich habe in meinem Homeoffice auch sehr wenig Publikumsverkehr.

Ändert sich meine Einstellung gerade? Ja, ich mache mir schon so meine Gedanken. Ich halte mich zum Beispiel bei den Kindern im allgemeinen an die STIKO-Empfehlungen, und die sagen mir jetzt, „gehe hin und impfe die Deinen“. Gleichzeitig rückt die STIKO erstmals in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, und es zeigt sich, daß sie auch nicht eben mit Heiligen besetzt ist. Es paßt mir da nicht schlecht, daß wir morgen für eine Woche in Urlaub fahren, und am Vortag einer Reise impft sich kein vernünftiger Mensch. Danach ist noch etwas Wasser den Rhein heruntergeflossen, und man wird klarer sehen.

2 Gedanken zu „Schweinegrippe: Fragen über Fragen“

  1. Ja, ich bin auch noch schwer am Nachdenken… ich arbeite ja in 3 verschiedenen Schulen und zwar da, wo den ganzen Tag über Unterricht ist… eigentlich ein echter Herd…
    Hm…. schwierig.
    Übrigens würde ich mich bei solchen Einträgen wie diesem hier sehr freuen, wenn Du ein Trackback setzen würdest zu meinem Umfragen-Eintrag…. (da bekommste auch direkt ein paar neue Leser, wirst sehen…. 😉 )

  2. Ja Schweinegrippendreck, macht das Ding denn keine automatischen Trackbacks mehr? Ich hab‘ deinen Artikel doch verlinkt, und das hat es früher von selbst getan… Da hatt‘ ich mich drauf verlassen!

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