SEAT Exeo ST – ein Kombi, der die Familie nach Ithaka bringt

[Trigami-Review]

Exeo STIthaka, Heimat des Odysseus – Wer wie ich seinen Homer mit dreizehn verschlungen hat, kann sich noch an die Spannung erinnern, die in jeder Zeile der Odyssee steckte. Für den (übrigens nichtgriechischen) Autobauer SEAT ist die mißlungene Heimreise des südeuropäischen Äquivalents zum Nordmann-Schlaufuchs Wickie nach getaner Arbeit in Troja das Synonym dafür, daß Reisen zählt, nicht Ankommen. Ein schöner und origineller Ansatz für ein Auto, das den Spagat vom Sportwagen zur Familienkutsche schaffen will.

Sportlich-elegant, das sind wir ja auch, wenn wir uns mit den Fahrrädern fortbewegen. Dennoch schauen wir immer mal wieder über den Tellerrand nach einem Auto, und so wäre ein sportlich-elegantes Auto, das außerdem mit seinem Platzangebot und seiner Funktionalität zu begeistern verspricht, schon passend. Abgasnorm Euro 5 klingt für mich als ökologisch Interessierten auch gut.

Ein paar clevere Details machen wirklich Appetit auf den Exeo ST: so hat SEAT zum Beispiel Solarzellen in das Glasdach integriert, die eine Belüftung aufrechterhalten, ohne daß beim abgestellten Fahrzeuzg die Batterie „gefressen“ wird (ist aber leider Extra). Radio mit MP3-Player ist Serienausstattung, ebenso wie eine Dachreling (wer im Urlaub Dachbox oder Fahrradträger transportiert, weiß, daß die Dinger nicht nur zur Zierde da sind) und Isofix-Halterungen für Kindersitze, Einklemmschutz beim Fensterheber und 6 Airbags. Benziner von 102-200 PS und Diesel von 120-170 PS (die mit Kombiverbrauch von 5,7 l/100 km bzw. CO2 von 149 g/km aufwarten), treiben das Teil an. Eine Geschwindigkeitsregelanlage, vulgo Tempomat, ist leider erst in gehobenen Ausstattungen zu haben, in Langsamkeitsländern wie Skandinavien ist die für entspanntes Fahren fast ein Muß. Auch nur ein Funkschlüssel kommt mir geizig vor für ein Familienauto.

Exeo STDie Schulterbreite der Rückbank dürfte den Schwiegermutter-Härtetest (eine fünfte Person zwischen zwei Kindersitzen) nicht bestehen, komfortabel schaffen den aber wohl auch nur Kastenwagen wie der Renault Kangoo. Mit dem wollen wir hier nun wirklich nicht vergleichen, dennoch: der Kofferraum ist mit 442 Litern, nun ja, vorhanden; ein Golf Variant – und manche Limousine – hat mehr.

Für einmal Tätscheln muß man beim SEAT Exteo ST 23.290 € hinlegen, so wie ich ihn vom Hof fahren würde (Diesel, GRA, Aluräder), leider schnell 30.000 €. Damit spielt er in einer Klasse, in der sich ein Skoda Octavia und sogar ein Passat finden. Wer die Sportlichkeit eines SEAT schätzt, wird den Vergleich verpönen, aber wer einen Familienkombi beschreibt, darf die Augen davor nicht verschließen (die hier Genannten werfen beispielsweise 580 und 565 Liter Kofferraum  und 119 bis 137 g/km CO2 in die Waagschale). Wer sich mit dem Markenimage von SEAT so richtig identifiziert, der findet im Club SEAT seinen Platz: eigene Kreditkarte, Vorzugskarten für SEAT-Events usw. locken.

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