Die Käsebombe und andere Fliegerstories

Als wir vor einer Woche mit Easyjet in die Schweiz flogen (also, korrekt gesprochen geht man zu Fuß in die Schweiz, wenn man in Basel-Mulhouse in Frankreich landet und direkt nach dem Check-In in der Halle nach rechts aus dem Gebäude geht), hatten wir nur Handgepäck mit, weil alles andere extra kostet, und es ja nur ein Wochenende war. BombenkäseAuf dem Rückflug war unser Handgepäck deutlich voller, so ist das eigentlich immer, wenn man aus der Schweiz kommt… und was erregte die Aufmerksamkeit des Sicherheitsmanns in Basel? Nicht der vorschriftsgerechte Beutel mit den Flüssigkeiten, nicht die runde Blechdose mit „Wilde-Kerle“-Drops aus Christians Adventskalender, sondern – zwei Stücke Appenzeller, „Extra“ und „Surchoix“ („Classic“ kann man auch in Deutschland kaufen). Als er den Käse auf dem Schirm sah, mußten wir öffnen, als er ihn „live“ sah, war sofort alles gut.

Was lernt uns das? Hat geröntgter Käse die Konsistenz von Plastiksprengstoff? Aber wenn ja, sollte er dann nicht auch noch die Käsepackung näher inspizieren? Es wäre dann ja nichts leichter für mich, als echten Plastiksprengstoff als Käse zu verpacken. Oder ist das Security-Insiderwissen, das Terroristen nicht haben? Und das ich jetzt arglos öffentlich mache?

Geschichten, die mir dabei in den Sinn kommen: wie der israelische Geheimdienst auf ein Macbook schoß (auf englisch) (und ja, das passiert öfter) (inzwischen habe ich noch einen – auch auf englisch) und noch eine selbsterlebte Nummer, von einer Rumänienreise 1996: Auf die Frage, ob ich irgendwelche elektronischen Geräte mit mir führte, antwortete ich damals in Timisoara wahrheitsgemäß „a camera“ und konnte gar nicht fassen, daß das helle Aufregung hervorrief und man mich beinahe in die dunklen Keller der Securitate verbracht hätte. Es klärte sich dann auf, daß man fürchtete, ich hätte eine Videokamera, mit meinem nicht terrorverdächtigen Fotoapparat durfte ich einreisen. Was an einer Videokamera verdächtig sein solle, habe ich mir nie ausmalen können… Der einzige Gegenstand, der noch aufregender war, war ein elektronischer, singender Weihnachtsmann, den ich vor dem versammelten Zoll des Flughafens vorführen mußte.

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