Und? Was sieht mein Kind denn so?

Oft war Lisa noch nicht im Kino, Christian noch gar nicht. Auch im Puschenkino, vor dem Fernseher, sehen unsere Kinder kaum jemals einen ganzen Film an, meist nur 20minütige Episoden aus dem Kinderprogramm. Trotzdem fällt mir manchmal die Altersfreigabe der FSK, der Freiwilligen Selbstkontrolle, ins Auge, und da wundere ich mich denn schon mal. Ein paar Beispiele aus dem aktuellen Besuch eines Hauses, in dem ich eigentlich kein Foto mehr machen darf:

Na, schnackelt’s? Tschitti Tschitti Bäng Bäng, ein Film, den ich an Harmlosigkeit absolut neben Mary Poppins, oder eher knapp hinter die Tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten stellen würde (da finden immerhin fast schon Weltkriegs-Luftkämpfe statt), soll ich selbst meiner Großen noch nicht zeigen. Das Beste zum Schluß, eine Komödie, die das Sterben thematisiert, ist kindergeeigneter als Charles Dickens‘ legendäre Weihnachtsgeschichte. Und wenn wir denn schon mit dem Vierjährigen in die Filmklassiker einsteigen, dann besser mit Murnau als mit Fritz Lang. Aha. (A propos, die rekonstruierte vollständige Fassung von Metropolis wird am 12.2. auf Arte gezeigt, Jack Nicholson und Morgan Freeman gibt es heute abend.)

Die Urteile wollen mir manchmal sehr subjektiv erscheinen. Ich habe auf der Website der FSK nachgelesen, wie sehr man mit der 6 oder der 12 für einzelne Harry-Potter-Filme gerungen habe, aber die alten Filme scheint man mir in Bausch und Bogen irgendwie mitkategorisiert zu haben. Und noch einen für den Weg: Das Boot, ein zweifellos brutaler Kriegsfilm, in dem ich – ohne allzuviel Erfahrung mit Horrofilmen – neben reichlich Psychoterror auch zum ersten Mal eine ungeschönte Darstellung einer pulsierend blutenden Schlagaderverletzung nach einem Fliegerangriff sah, hat eine Freigabe ab 12 Jahren abgekriegt.

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