Fastenzeit

Sieben Wochen auf etwas zu verzichten, das man schätzt, aber für entbehrlich hält, ist eine schöne Tradition. Vierzig Tage fastete Jesus in der Wüste, darauf geht es zurück. Für den „modernen Christen“ geht es selten ums reine Fasten, gern werden statt dessen Alkohol, Zigaretten oder Schokolade auf die Verzichtsliste geschrieben. Lisa sagte, sie wolle einmal darauf verzichten, ihrem Bruder wehzutun, fügte aber vorsichtig hinzu, sie wolle erst einmal ausprobieren, ob sie das so lange durchhalten werde…

Für mich soll es diesmal neben Alkohol – das fällt gar nicht so schwer – Fleisch sein, das ich von der Speisekarte streichen will. Das klingt banaler als es ist – „Germany is definitely a meat-and-potato country“ schrieb einmal ein Reiseführer, und für meine Mutter als Nachkriegskind war es der Gipfel des Etwas-erreicht-Habens, jeden Tag Fleisch auf den Tisch bringen zu können, was sie begeistert tat. Und das geht einem dann natürlich in Fleisch und Blut über: Wurst gehört für mich morgens und abends aufs Brot, und ein Fleischgericht auf den Mittagstisch, wenn es einmal ein Salat ist, dann frage ich schon „können wir nicht Speckstreifen drantun?“ Na gut, etwas relativieren läßt sich das schon, so gibt es einmal die Woche Pasta oder Pfannkuchen, und wenn die Nonna Risotto macht, lasse ich auch einen Fleischkuchen dafür stehen.

Was ißt denn ein Vegetarier so? Das fragte ich mich denn prompt und fragte welche. Gemüseaufläufe kann ich mir vorstellen, Pastagerichte, Salate – aber was kommt denn abends aufs Brot? Käse, war die eher banale Antwort, aromatisierte Frischkäse (gibt’s in tausend Variationen), Bruschetta-Aufstrich. Hmm, irgendwie hatte ich mir mehr Variation erhofft, mal sehen, was ich selbst so herausfinde. Jetzt erst mal ein lecker Salätchen.

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