Musik wünschen und behalten – ZEEZEE – die Musikflatrate

[Trigami-Review]

Kennt ihr das noch von früher? Wenn im Radio Samstagnachmittags die Hitparade lief, saß man am Cassettenrecorder und hat sich seine Cassetten zusammengestellt, mit Musik, die aus dem Radio aufgenommen wurde. Finger auf der „Record“-Taste, und wenn man Pech hatte, sabbelte Carlo von Tiedemann in den Schluß des Liedes rein. Das war der einfache Weg, an die aktuellen Charts zu kommen, und es war legal. Die heutige Entsprechung, Musik downloaden, ist zwischendurch etwas in Verruf gekommen, nicht alles, was da z. B. über Tauschbörsen wie Napster gemacht wurde, war ganz legal. Aber man kann sich auch heute noch MP3 legal laden, denn es gibt eine ganz ähnliche Nische: Internetradios.

Es gibt natürlich ein paar Unterschiede, und zwar zum Guten: Erstens „senden“ Internetradios digital, so daß man sich die MP3 davon ohne die Qualitätsverluste der guten alten analogen Cassette holen kann. Und zweitens gibt es Tools und Dienste, die es einem abnehmen, am Samstagnachmittag persönlich vor der Kiste zu sitzen, den Finger auf der „Record“-Taste. Solche Tools laufen auf dem eigenen Rechner, Webdienste sind noch angenehmer: sie lauschen den ganzen Tag auf allen Frequenzen, und der eigene Rechner muß nicht einmal laufen. Ein solcher Dienst ist ZEEZEE. Ein Account bei ZEEZEE besteht aus einem Stückchen Cloud, also Web-Speicherplatz, und einer Musik-Wunschliste. Da wünscht man sich ein Lied oder zwei oder fünfzig, und dann läuft ZEEZEE los und lauscht. Und wenn dann irgendein Webradio das Lied spielt, hat es für uns den Finger auf der „Record“-Taste und macht uns ein sauberes MP3 davon und packt es in unseren Webspeicher. Legal. Sauber getagt, und ohne lästige DRM-Beschränkungen. Es lief ja im Radio. Wir kommen dann ein paar Stunden oder ein paar Tage später wieder und holen uns die Cassette ab / laden die MP3 runter.

Es gibt den Dienst in mehreren Geschmacksrichtungen, „Easy“ ist kostenlos, erlaubt uns aber nur den Zugriff auf die eigenen Charts, „Star“ kostet schon einen Hunderter im Jahr, aber dafür kann man sich frei alle Titel wünschen – und kriegt sie, wenn sie denn nur jemand spielt. Und es gibt viele Webradios da draußen, und sie spielen allerlei. ZEEZEE hat auch eine Musikredaktion, sie stellt Informationen zu Künstlern und Alben zur Verfügung. Tatsächlich behauptet die Site sogar, das Redaktionelle sei es, wofür man eigentlich bezahlt (klar, denn für die Musik dürfen sie kein Geld nehmen, das kommt den Interpreten ja nicht zugute) – aber das mutet eher wie ein Deckmäntelchen an, die Artikel zu Frank Sinatra und Hans Zimmer waren einfach aus der Wikipedia rüberkopiert.

Fazit: Das ist der richtige Dienst für jemand, der sich eine gewisse Ladung Musik auf die Platte schaufeln will, dabei legal bleiben, aber nicht arm werden will. Wer „alles aber sofort“ will, ist hier nicht richtig, denn warten muß man schon können.

3 Gedanken zu „Musik wünschen und behalten – ZEEZEE – die Musikflatrate“

  1. Legal? Ich kann mir nicht vorstellen, daß es da nicht doch wieder Ärger gibt…
    Werde mir das Ding aber auf jeden Fall auch mal ansehen.
    Danke für den Tipp!

  2. Unter dem klassischen IANAL-Vorbehalt gebe ich wieder, was der Dienstbetreiber vehement versichert: Der Internetradiosender hat an die Musikindustrie schon Gebühren abgetreten, die das Kopieren des Ausgestrahlten mit abdecken. So war es damals bei der Cassette auch, und mir erscheint plausibel, daß es hier auch gilt. Ob die Musikindustrie das als erwünschte Nutzung ansieht, steht auf einem ganz anderen Blatt…

  3. Hallöchen, ich kenne die Seite und habe einmal ein paar Freunde (u.a. auch Rechtsanwälte) zu diesem Thema befragt. Alle waren sich einig, dass die Nutzung von Zeezee tatsächlich legal ist, einige kannten den Dienst bereits und sind selbst Kunden. Ich nutze Zeezee jetzt auch und habe kein schlechtes Gewissen.

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