Skiferien-Nachlese

Irgendwie hing mir der Trigami-Review über Saas-Fee noch etwas quer, so daß ich gar nicht recht dazu kam, von der zweiten Hälfte der Skiferien zu berichten. Nur auf den Seiten der Kinder war ich schon auf deren Skirennfähigkeiten eingegangen.

Wir hatten zwei Wochen in Adelboden, und es waren wirklich wunderbare Wochen. Nur ganz am Anfang hatte es Neuschnee gegeben, danach zehrte man zwei Wochen lang vom Schneebestand (und nächtlichem Beschuß aus Schneekanonen, wie ich laienhaft vermute). Weil es knackekalt war, bedeutete das zwei Wochen guten Schnee, blauen Himmel und Sonnenschein, einfach herrlich. Erst an den allerletzten Tagen, als es schlagartig wärmer wurde, wurde uns zu verstehen gegeben, daß es Zeit sei zu gehen: Plötzlich pappte der Schnee an den Skiern, wurden braune Placken längs den Pisten sichtbar, wurden Pisten, vor denen ich vorher noch gesunden Respekt gehabt hatte, langsam und beherrschbar, aber es war auch eine andere Art des Skifahrens, und die mochte ich am letzten Tag nicht auch noch lernen.

Ich habe in diesen Skiferien wirklich das Skifahren „gegrockt“. Dieses Wort beschreibt, daß man beim Erlernen einen Durchbruch erzielt hat und sieht, daß man dabeibleiben wird. Nicht etwa, daß man es perfekt beherrscht – zwar habe ich an den letzten Skischultagen das Parallelschwingen neu aufgenommen und auch eine rote Piste gemacht, ohne daß mir der Angstschweiß überallhin lief. Doch habe ich sicher noch viel zu lernen, eine richtige Souveränität fehlt mir noch, es kommt noch manches Mal dieses „Das-wird-mir-zu-schnell“-Gefühl auf.

Die Kinder sind sowieso vollauf dabei, haben Spaß und werden besser. Christian ist fast etwas besser als seine große Schwester, doch auch sie, die im Sport eher Bedächtige, um nicht zu sagen langsame, kommt auf ihre Kosten. Da alle Großen außer mir sowieso mit dem Wintersport verheiratet sind, wird klar, daß wir wohl öfter da unten auftauchen werden.

Ob es aber Adelboden sein wird, ist nicht ganz sicher. Ein hübscher Ort, klar, und auch unser Chalet war im Wesentlichen in Ordnung, aber Dinge wie die halbstündige Fahrt im Skibus zur Skischule und Seilbahn jeden Morgen sind doch ziemlich lästig, abends die Rückfahrt mit der elendig langsamen kleinen Kabinenbahn hoch ins Dorf, für die man auch ca. 25 Minuten anstehen muß, genauso.

Daß die Dorfbewohner ihre Straßen – auch nach 2 Wochen ohne Neuschnee! – nicht so eisfrei kriegen, daß man ohne Lebensgefahr vom Haus zum Markt gehen kann, ist auch so eine kleine Lästigkeit. Und eine Skivermieterin wie die Grächener Frau Schnidrig muß man sowieso erst ein zweites Mal finden. Dafür habe ich mich bei den Skilehrern, dem käseverkaufenden Peter und der etwas spröden aber kompetenten Marlene, hervorragend aufgehoben gefühlt, und das Hotel „Kreuz“ hat das eher bodenständige Wort Halbpension mit ganz neuem Leben gefüllt.

Dann war da natürlich die zweitägige Geheimmission nach Saas-Fee, die wir Trigami verdankten, bei der wir viel Spaß hatten, bei der mir aber auch das größte materielle Malheur passierte: Ich verlor im Schnee meine Videokamera, sie war noch ganz neu, kein Jahr alt, und natürlich ging sie zusammen mit der Speicherkarte mit fast allem Gefilmten. So ein Ärgernis kann einem ganz schön die Laune verhageln – aber Trigami ist sehr professionell damit umgegangen, hat statt des Video-Reviews einen Text akzeptiert, mein Dank dafür. Und als ich, nach Hause gekommen, Nachbarin Anke mit Bänder- und Kapselrissen auf Krücken von ihrer Skischule erzählen hörte, wußte ich wieder, daß es eben nur ein kleines materielles Malheur war, das ich erlitten hatte.

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