Geisterzüge

Vor dem Woyton am Jan-Wellem-Platz, direkt am Bahnsteig der 701, liebe Rheinbahn, steht ein Espresso tall, 2,40€ , und wird kalt. Wie kam es dazu? Nun, die Antwort ist einfach: Fahrgastinformationstafeln. Auf diesen schicken Leuchtdingern können wir nachlesen, in wie vielen Minuten die nächste Straßenbahn ankommen wird, abgeglichen in Echtzeit. Sehr komfortabel, und sehr vertrauenerweckend. Niemand schaut mehr auf den Fahrplan, wann denn die nächste Bahn kommen sollte, wenn er doch deutlich sieht, wann sie kommen wird.

Wenn also dort steht: „701 Rath S 17min N“, dann weiß der geneigte Fahrgast zwar, dass die 701 am Tage zehnminütig fahren sollte, aber er zweifelt nicht an, dass sie erst in einer guten Viertelstunde kommen wird. Es wird eine Störung gegeben haben, und der Fatalist bestellt sich einen Kaffee. Worauf prompt eine 701 eingerollt kommt, ohne sich um die Anzeige zu scheren, die jetzt bei „11min“ steht.

Leider kein Einzelfall, bis auf die Ausnahme mit dem Kaffee: Es gibt anscheinend bei der Rheinbahn Geisterzüge, die auf den Fahrgastinformationstafeln nicht auftauchen. Nicht nur Einsatzwagen oder wg. Baumaßnahmen umgeleitete Züge anderer Linien, sondern ganz reguläre, fahrplanmäßig verkehrende Züge, bei denen, das ist jedenfalls meine Theorie, wohl der Transponder kaputt ist, mit dem sie der Leitstelle ihre Position melden, und die dann auch nicht vermisst werden, sondern einfach nicht da sind.

Schön, wenn sie dann trotzdem kommen, aber schöner wäre es, man könnte sich auf die Anzeige verlassen.

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