O Fortuna: des Kurzen erstes Spiel

Genau genommen war es nicht nur für Christian das erste live erlebte Fußballspiel seiner Fortuna in der Esprit Arena, sondern auch für mich, den erwachsenen Begleiter. Fortuna 95 gegen Eintracht Braunschweig stand auf dem Programm, ich verrate nichts Neues wenn ich vorwegnehme, dass es 1:1 ausging. Ein tolles Spiel der Fortuna haben wir nicht gesehen, aber für uns war es dennoch ein „Wow“-Erlebnis.

Dabei fing es als logistischer Alptraum an. Die Rheinbahn hat sich absolut zweiseitig gezeigt, als totaler Ausfall auf der Hinfahrt und als perfekt organisiert auf der Rückfahrt. Der Busfahrer auf der Hinfahrt war der Situation, dass ein Bus voll wird und dann die Türen nicht mehr schließen und die Leute ungehalten werden und an jeder Station neue Menschen zusteigen wollen und dann die Türen überhaupt nicht mehr schließen und die Leute noch viel ungehaltener werden usw. völlig ausgeliefert, brauchte eine Stunde für eine reguläre Fahrzeit von 20 Minuten und endete dann total entnervt am Freiligrathplatz, obwohl er eigentlich hätte bis zum Stadion durchfahren sollen. Die letzten 2 Kilometer mussten wir also zusammen mit Heerscharen von anderen Fans laufen, denn in die U-Bahn kommt man am Freiligrathplatz meist nicht mehr herein – die sind schlauer und fahren durch, wenn sie voll sind. Das Einschleusen abertausender Fans in die U-Bahn zur Rückfahrt ging dafür phantastisch – ein launiger Stationssprecher „moderierte“ die Menschenmengen in die ununterbrochen nachströmenden Züge, innerhalb kürzester Zeit waren alle versorgt.

Die Familienblöcke in der Esprit Arena sind wie die Schwalbennester hoch oben unter dem Rand angebracht, ich war in Sorge, ob man von dort überhaupt noch etwas würde sehen können. Aber das Stadion ist gut gebaut, die Reihen steigen so steil an, dass jeder, auch die Kinder freien Blick auf das Spielfeld hat. Vater und Sohn für 20 Euro, der Preis ist fair. Zu bekritteln gibt es allenfalls die Gastro, hier arbeitete mit schlafwandlerischem Arbeitstempo anscheinend der Neffe des Busfahrers. Dass in der Halbzeit alle trinken wollen, kann doch nicht überraschend sein, wenn dann die Fanta ausgeht und in der Getränkeinsel kein Ersatzcontainer bereit steht, ist es klar, dass kurz danach die Apfelschorle folgt, denn was bestellen die Väter für die Kinder wohl sonst? So zogen wir unverrichteterdinge zum Platz zurück und hatten obendrein das Ausgleichstor in der 48. Minute nicht gesehen.

Das einzige Tor der Fortuna! Und wir gerade im Treppenhaus. Womit eigentlich schon alles über das Spiel gesagt wäre, das war traurig. Wer aufsteigen will, muss auch erste Liga spielen, und das war nix. Der muss auch was riskieren, und nicht immer nur nach hinten passen, da stehen zwar meist Leute, die den Ball dankbar aufnehmen, aber Tore schießt man so nicht. Dass der Schiedsrichter auch für mein laienhaftes Auge eine Pfeife war, machte die Sache nicht runder – gefühlte drei weitere Male war das Runde im Eckigen, und keins davon wurde gegeben, das mußte ich meinem Sohnemann erstmal erklären.

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