Ein Atzventzkalender…

…soll die Wartezeit auf Weihnachten versüßen. Und wenn das gute Stück, im Supermarkt gekauft, mit Schoko gefüllt ist, dann ist das auch genau das, was er kann. Doch muß das alles sein? Wir sagen nein; unsere Adventskalender haben immer versucht, den Spaßfaktor hoch zu halten.

Dieser Adventskalender, den Barbara mir geschenkt hat, wird nun online gehen und den Spaßfaktor öffentlich halten. Es wird sich zeigen, daß dieser Faktor ganz außergewöhnliche Werte annehmen kann – dieser Atzventzkalender ist nämlich allololisiert.

Unter ihren spitzen Mützen tragen diese putzigen Wichte (OK, genug der Wortspiele) – naja, Bierflaschen halt. Soviel habe ich schon rausgefunden. Alles weitere werden wir nun von Tag zu Tag offenlegen.

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Logbuch Diogenes

Fahrt Nr. 02, Mo 29/4, Standort: Glückstadt

1215, W/NW 4-5, bedeckt, Groß 1. Reff/Genua kl, MfA: abgelegt
1555, W/NW 4-5, bedeckt. -, M: in die Schleuse
1610, W/NW 4-5, sonnig, -, M: im Kanal
1955, W/NW 4-5, sonnig, -, M: fest in Giselau

HP ./.

30/4 07.40 Uhr

T 1004 Irische See ← T 1009 S/O Island ↓
morgen früh dicht S v. Irland H 1008 Odermündung
T 1003 N v. Oslo fest
Bt S schwach NO 3
westl. schwach NO 3 NO 3-4
S schwach NO 3-4 NO 4
Botten schwach NO/O 3 NO/O 3

Eines der letzten großen Abenteuer dieser Welt – Telekom

für Tiberius

Dank an Helmut R. (Anm.: Helmut Röske war 1995 der erste Vorstandschef der Deutschen Telekom AG) für reichlich Inspiration – oder wie sonst soll ich es nennen?!

Aktualitätsanmerkung

Das folgende Episödchen habe ich 1995 zusammengeschrieben, wo es sich auch zutrug. Beim Lesen und Konvertieren in eine HTML-Seite hatte ich selbst viel Spaß dabei festzustellen, wie archaisch zum Teil Dinge anmuten, die gar nicht wirklich lange her sind… auf Aktualisierung des eigentlichen Textes habe ich verzichtet, aber Anmerkungen angebracht für den Leser, der sich schon heute nicht mehr erinnern mag, wie das „damals“ war.

Einleitung

Die Deutsche Telekom AG ist ein privatrechtliches Unternehmen. Das ist der derzeitige Stand der Dinge. Die Überführung in eine Aktiengesellschaft erfolgte zum 2. Januar 1995. Die Aktien sind derzeit noch in Staatsbesitz, der Börsengang ist für ungefähr 1996 geplant.

Fragt man den kleinen Mann auf der Straße, ist „die Post“ für ihn immer noch eine Behörde, ein Amt. Das hat sich natürlich nicht von einem Tag auf den anderen ändern können, das wird sich aber vielleicht auch noch lange nicht ändern. Denn noch wird Telekommunikation überwiegend von Beamten und Menschen mit Beamtenmentalität gemacht. Modernität und frischer Wind will bei Telekom noch am ehesten in der Werbung aufkommen. Dort sorgen hervorragende Werbeagenturen dafür, daß ein Image des Wandels vermittelt wird, und das gewiß nicht eben für wenig Geld. Die Glaubwürdigkeit dieser Kampagnen liegt bei annähernd Null. Es nutzt Telekom wenig, wenn sie mit ganzseitigen Anzeigen prahlt: „Wir sind Europas modernstes Telekommunikationsunternehmen!“ – jeder weiß, daß man z. B. die in solchen Anzeigen aufgelisteten Sicherheitsmaßnahmen gegen Mißbrauch nicht heute, sondern frühestens in einigen Jahren durchführen kann; viele sehen, daß trotz Glasfaser und ISDN in vielen Städten Leitungen à la Kaiserliches Telegraphenamt liegen.

Wie sich Telekom den Herausforderungen der Zukunft stellt, sei den erwähnten Hochglanzbroschüren und Anzeigen in der Tagespresse entnommen. Vom Bewältigen der überwältigenden Herausforderungen der Gegenwart soll das Folgende handeln: Telekom installiert ein Telefon.

Die folgenden Ereignisse haben sich genau so tatsächlich zugetragen. Nichts wurde hinzugefügt oder erdichtet (das war einfach nicht erforderlich). Lediglich die Namen wurden, aus Gründen des Taktes, verfremdet.

Vorbereitung

S. ist eine kleinere Stadt im ungefähren geographischen Zentrum Deutschlands. Sie beherbergt Deutschlands jüngste Universität, mit 21 Jahren quasi gerade volljährig geworden. Mit 115.000 Einwohnern, zusammengekratzt durch die brutale Eingemeindung mehrerer noch kleinerer Städte, darf sie sich gerade eben eine Großstadt nennen. Der Verfasser, aus der küstennahen Hafenstadt H. stammend, betreibt in S. das Studium der Wirtschaftswissenschaften, dank der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS), einer Behörde, die leider nicht zur Privatisierung ansteht.

Am Anfang stand die Entscheidung, einen Telefonanschluß zu beschaffen, weil das ständige Telefonieren bei Nachbarn langfristig unbefriedigend war. Immerhin gehört ein Telefon zur Grundversorgung, die zu sichern Telekom anscheinend gerade eben noch so etwas wie einen öffentlichen Auftrag hat. Erster Schritt: Telefonladen (T-Punkt!) aufsuchen und ein Auftragsformular mitnehmen. Man hätte es auch sofort da ausfüllen können. Die drei freundlichen Damen und Herren wären gewiß gern behilflich gewesen. Die drei freundlichen Damen und Herren müssen aber zusammen mit der Besatzung eines weiteren Telefonladens die Grundversorgung an Freundlichkeit für ganz S. aufrechterhalten und daher im Schnitt sechs bis sieben Kunden pro Zeiteinheit beim Ausfüllen behilflich sein.

Da das Ausfüllen des Telefondienstauftrages auch in der Tat keine besonderen geistigen Anforderungen stellt, wird der Job zu Hause erledigt, das Formular in der dörflichen Filiale der Deutschen Post AG (hätt‘ ich sie doch beinahe „Postamt“ genannt…) abgegeben, die dahingehend immer noch mit Telekom zusammenarbeitet.

Ein Telefon wird käuflich erworben. Telefone der – damals noch – Deutschen Bundespost sind auf eine lange Lebensdauer ausgerichtet, das dafür verantwortliche ehemalige Mietmonopol dieser Behörde gehört glücklicherweise der Vergangenheit an. Als meine Eltern im vergangenen Jahr eine Nebenstellenanlage für zwei Telefone durch Privatbesitz ersetzten, hatten sie der Bundespost über zwölf Jahre hinweg 1.700,- DM Miete für diese beiden Plastikklumpen gezahlt. Der Ersatz durch eine kleine Box – mit Zulassung und erheblich mehr Funktionen – und der Erwerb neuer Apparate kostete sie kaum mehr als 100,- DM.

Eine Kommilitonin im selben Haus erwähnt, daß sie vor kaum drei Wochen ebenfalls einen Telefonanschluß beantragt habe. Sie berichtet auch von der Möglichkeit, als Student eine ermäßigte Grundgebühr zu beantragen. Um Telekom auf die Möglichkeit hinzuweisen, die Baumaßnahmen für beide Anschlüsse kombiniert auszuführen (daß Telekom dies selbst koordinieren könnte, erscheint uns aus prinzipiellem, gleichwohl derzeit noch nicht konkret begründeten Mißtrauen heraus zu unwahrscheinlich), mache ich gleich am nächsten Tag einen ersten Annäherungsversuch an das neueste Wunderwerk der frisch getauften AG. Es heißt Privatkundenbetreuung und ist unter der Nummer 01114 gebührenfrei zu erreichen.

Da 01114 gebührenfrei ist, nehme ich gern die Wartezeit hin, schon weniger gern die grausame, drei Takte lange Melodie, die in „heavy rotation“ abläuft (so nennt man es, wenn Sender wie MTV einen Hit planen und den Videoclip deshalb alle halbe Stunde über die Mattscheibe jagen) (Anm.: MTV war damals der einzige Musiksender! Und er sendete auf englisch!!) und nur von dem kategorischen Imperativ „bitte warten!“ unterbrochen wird. Ich habe hinreichend Zeit, darüber zu spekulieren, wieviel angenehmer, wieviel privatisierter und weniger behördlich, hier schon ein „bitte warten Sie!“ klingen würde, und wieviel lieber ich ein neutrales Hintergrundgeräusch wie zum Beispiel einen Summton oder Maschinengewehrfeuer hören würde als diese sogenannte Musik.

Jede Wartezeit ist einmal vorüber, und ich bin mit Frau Amoroso verbunden. Daß dies eine brandneue Kundenbetreuungsleitung ist, merkt man sofort daran, daß Frau Amoroso freundlich ist und zudem ungefragt ihren Namen preisgibt. Noch bevor sie meinen Auftrag dem Computer entrissen hat, erklärt sie fröhlich, mich habe sie schon anzurufen versucht, wir könnten gleich einen Termin vereinbaren, um die Anschlußdose zu legen. Ich frage vorsichtig nach den Möglichkeiten der gemeinsamen Bearbeitung mit dem Anschluß meiner Nachbarin – ihr Anschlußdosen-Lege-Termin ist gleich morgen -, muß aber die Plausibilität der Antwort akzeptieren, daß eine so kurzfristige Umstellung nun doch nicht mehr möglich sei. Ich erhalte einen Termin für Dienstag der nächsten Woche. Ich erwähne ebenfalls, daß ich Ermäßigung der Telefongebühren beantragen wolle und erfahre, dabei könne sie mir nicht helfen, die müsse ich beim Sozialamt beantragen.

Ich suche das Sozialamt, finde es auch im Rathaus 2 (S. hat drei Rathäuser, deren Entfernung man innerhalb des nicht so überragend großen Stadtgebietes erfolgreich maximiert hat), suche es auf, finde die Gebührenbefreiungsstelle und finde sie geschlossen vor. Ihrer reichhaltigen Auslage entnehme ich dennoch alle erforderlichen Antragsformulare, und Kopien derselben für meine Kommilitonin.

Da ich bislang keine Rundfunkgebührenbefreiung beantragt hatte (es war dies meine Art von Bürgerwehr, um der Gebühreneinzugszentrale – und damit schlußendlich dem Staat – Verwaltungskosten zu ersparen, denn: als Student habe ich Anspruch auf Rundfunkgebührenbefreiung. Dies nur zu bestätigen kostet den Staat Verwaltungsaufwand, dem jedoch keine Einnahme gegenübersteht. Melde ich meinen Radioten gar nicht an, hat der Staat ebenfalls keine Einnahme, spart aber die Verwaltungskosten. Da das Verfahren, obwohl volkswirtschaftlich schlüssig, illegal ist, rate ich ausdrücklich nicht zur Nachahmung), muß ich persönlich beim Sozialamt erscheinen. Dies geschieht und geht erstaunlich unproblematisch über die Bühne. Meine Nachbarin ist bereits rundfunkgebührenbefreit und wird im Text des „Antrages auf soziale Vergünstigungen im Telefondienst“ darauf hingewiesen, mit ihrem Rundfunkgebührenbefreiungsbescheid könne sie auch direkt im T-Punkt die Telefongebührenermäßigung beantragen. Dort erscheinend, wird sie belehrt, das Formular sei in diesem Punkt inhaltlich falsch, sie müsse persönlich beim Sozialamt erscheinen. Als sie auf dem Formulartext beharrt, der doch immerhin von Telekom ausgestellt sei, weist der Telekommunist anhand der Formularnummer nach, das Formular sei ja auch veraltet (10.93), und gibt ihr ein aktuelles (12.94). Es enthält denselben Text. Aus dem Mitarbeiter der Telekom, mit dieser Tatsache konfrontiert, in der neuen Kundenfreundlichkeit jedoch wohl noch ungeübt, bricht es heraus: „Sie sind doch Studentin! Alle Studenten gehen zum Sozialamt! Also gehen Sie zum Sozialamt!“

Hauptfilm

Am nächsten Morgen erscheint der Monteur der Firma Baumol, um die Dose meiner Nachbarin zu legen. Nach kurzer Beschau der Gegebenheiten (unser Haus ist ungefähr 200 Jahre alt) und des außen an der Hauswand hängenden Telefonverteilerkastens (er wirkt nicht viel jünger) erklärt er, so einfach sei das nicht, und er müsse Rücksprache halten, und geht wieder.

Mit gewisser Sorge bedenke ich erstmals, wie leicht man an diesem außen liegenden, unverschlossenen und unverplombten Verteilerkasten Manipulationen vornehmen kann. Man hat ja viel gehört von „Phreaks“, die mit ihren „Phreakern“ heiße Nümmerchen auf den Kaimanen anrufen… Heutzutage kann man diese Nummern nur sichern, indem man sie über das „Fräulein vom Amt“ laufen läßt. Daß das Fräulein eben nicht mehr vom Amt ist, ändert nichts daran, daß diese Schutzmaßnahme die Qualität der 50er Jahre vermittelt. (Anm.: man erinnere sich: damals kamen Sex-Hotlines gerade auf, konnten aber noch nicht über 0190 abgerechnet werden. Sie wanderten deshalb oft in Länder aus, deren Telekoms diesem Geschäft aufgeschlossener gegenüberstanden. Ebenfalls in Mode kam der Mißbrauch mittels Phreakern, die gern an die ungeschützten Außenanschlüsse von Häusern geklemmt wurden.) Telekom schwört zwar Stein und Bein, daß der erregende Fernsprech-Verkehr nicht zu Lasten von Privatpersonen geht – daß dies wahrscheinlich tatsächlich nur selten der Fall ist, liegt aber nicht an Telekom, sondern an den Tätern. Denen ist nämlich meist dieses letzte bißchen Ethik noch geblieben, das sie davor zurückschrecken läßt, Privatpersonen zu schädigen, so leicht dies auch wäre.

Am folgenden Dienstag erscheint der Monteur der Firma Creutz (selbstverständlich mußte Telekom für Arbeiten im selben Haus zwei verschiedene Fremdfirmen beauftragen!), um meine Dose zu legen. Die Gegebenheiten können ihn nicht beeindrucken, fünfundsiebzig Minuten später habe ich eine Dose, und mein Telefon ist eingestöpselt.

Die Leitung ist jedoch nicht freigeschaltet. Der Auftrag meines Monteurs besagt, daß sie es hätte sein sollen. Er sagt zu, dies am nächsten Tag Telekom zu melden, empfiehlt mir aber, selbst noch einmal 01114 anzurufen und meinerseits nachzuhaken.

Am nächsten Tag spreche ich unter 01114 mit Herrn Debreu. Nachdem er seinen Computer mit meinen Daten gefüttert hat, erklärt er, daß die Leitung hätte freigeschaltet sein sollen. Er werde ermitteln, ich werde von ihm hören.

Der Monteur der Firma Baumol erscheint und legt die Dose meiner Nachbarin. Sie ist nicht freigeschaltet. Gemeinsam pressen wir aus dem Monteur, der der menschlichen Sprache nur eingeschränkt mächtig ist, heraus, daß nicht genügend Adern in dem Verteilerkasten seien, und ein BZM installiert werden müsse; das müsse nun wiederum Telekom machen. Wir vermuten, daß es sich um ein „Bizarres Zerreißmodul“ handeln muß, und ich rufe 01114 an. Frau Efroymson füttert ihren Computer mit meinen Daten und erklärt, meine Leitung hätte freigeschaltet sein sollen. Sie werde ermitteln, ich werde von ihr hören.

Am Donnerstag, da ich inzwischen von niemand gehört hatte, und da 01114 anzurufen ja kostenlos ist, tue ich dies abermals. Frau Efroymson ermittelt, daß ein PCM installiert werden müsse, das würde ca. eine Woche dauern, man werde mir über die Verzögerung eine Begründung schreiben. Ein BZM kenne sie nicht. Ein PCM sei ein „Puls-Code-Modulator“ und sorge dafür, daß sich mehrere Leitungen in eine Ader teilen könnten.

Ich lasse eine Woche verstreichen, ohne eine schriftliche Begründung zu erhalten. Von Zeit zu Zeit hebe ich mein Telefon ab und lausche in die Leitung hinein. Ähnlich wie bei einer Muschel, kann man, wenn man das lange genug tut, glauben, das Meer rauschen zu hören.

Mittwoch. 01114. Frau Efroymson. Da inzwischen eine Woche verstrichen ist, fällt mir nicht sofort auf, daß Frau Efroymson sich meiner grundsätzlich nicht erinnert, auch nicht, wenn ich sie einmal im Abstand weniger Stunden anrufe. Jedesmal fragt sie mich bei meiner Rufnummer nach der Vorwahl, und jedesmal liest sie vom Computer ab, daß mein Anschluß seit vergangenem Dienstag freigeschaltet hätte sein sollen. Sie verwendet erstaunliches Interesse auf die Frage, ob man mir das denn nicht geschrieben habe. Ich versichere ihr, das habe man mir geschrieben; man habe mir damals auch sofort geschrieben, was ich zu zahlen hätte, ich hielte die Information aus jenem Schreiben, speziell was den Freischaltungstermin angehe, aber für etwas überholt. Ich dränge auf aktuellere Auskünfte, höre statt dessen „Musik“. Dann bin ich mit Herrn Frerichs verbunden.

Herr Frerichs ist der Disponent. Ich vermute, mein Auftrag müsse inzwischen ja gut disponiert sein. Warum ich mit ihm verbunden wurde, bleibt unklar, denn Herr Frerichs weiß von nichts. Er versorgt mich jedoch mit weiterer Musik und sagt mir dann auf den Kopf zu, das Problem liege im Verteilerkasten. Nein, nicht in dem außen am Haus, in dem in der Zweigstelle der Sparkasse unten im Haus. Um dieses Problem zu umgehen oder gar zu lösen, müsse eine Tiefbaumaßnahme eingeleitet werden. Diese werde verbindlich morgen beginnen.

Donnerstag. Die Preßlufthämmer der Telekom sind erstaunlich leise. Am Nachmittag halte ich die Spannung nicht mehr aus, hole einen Kontoauszug (Anm.: Onlinebanking ging damals nur mit BTX…) aus der Sparkasse und frage den Zweigstellenleiter, ob er irgendwelche Tiefbaumaßnahmen der Telekom bemerkt habe. Ich lasse mir versichern, seit einem Techniker, der vor einiger Zeit einmal nach dem Verteilerkasten gesucht habe, sei hier niemand vorbeigekommen. Nach dem Verteilerkasten gesucht? Ja, er habe ihn nicht finden können. Er sei im Boden eingelassen, irgendwo unter dem Teppich, niemand wisse wo.

Frau Efroymson hat keine aktuellen Informationen für mich, da sie sich meiner nicht erinnert. Herr Frerichs sei nicht mehr zu erreichen, werde mich aber morgen anrufen.

Herr Frerichs ruft am Freitag nicht an, dafür aber Herr Grossekettler. Er erläutert, die Tiefbaumaßnahme sei aufgrund eines Kabelfehlers notwendig geworden, den man nicht habe vorhersehen können. Die Tiefbaumaßnahme werde verbindlich am Montag oder Dienstag beginnen, die Arbeiten dann vermutlich Mittwoch oder Donnerstag abgeschlossen sein, wenn keine weiteren unvorhergesehenen Probleme aufträten, allerhöchstens könne es bis Anfang der übernächsten Woche dauern. Er wolle mir ja keine unerfüllbaren Versprechungen machen. Herr Grossekettler scheint kompetent, und ich bin rasch besänftigt. Einen Kabelfehler konnte ja in der Tat niemand vorhersehen, und daß zwei Wochen Leerlauf verstreichen mußten, ehe er behoben wird, muß wohl am Disponenten liegen und ist höchstens ein kleines bißchen geeignet, meine grundsätzlichen Vorurteile Telekom gegenüber zu bestätigen.

Ich denke mir, wieviel leichter es die Mitarbeiter von Telekom doch haben könnten, wenn ihnen klar würde, daß umgehende Information fast immer auch Verständnis weckt. Sie müßten sich nicht von quengeligen Kunden wie mir völlig ungerechtfertigte Schuldzuweisungen anhören (wobei ich mich noch als gemäßigten Kunden bezeichnen würde, insofern als ich meine Reklamationen auf einer sachlichen Ebene, ohne unnötiges Schreien, Toben und Fluchen vorbringe). Hätten sie mir nur einfach die zugesagte schriftliche Begründung für die Verzögerungen zukommen lassen, hätte ich geduldig gewartet. Statt dessen, mache ich mir bewußt, gibt es jedoch nicht eine einzige Information, die man mir hatte zukommen lassen. Jede Information, die ich bis jetzt besitze, hatte ich mir, teilweise unter Mühen, selbst beschafft. Mit Bedauern frage ich mich, was wohl ein hilfloses Mütterchen in meiner Situation täte.

Montag. Dienstag. Verbindlich erscheint keine Tiefbaumaßnahme vor unserem Haus, doch auf der anderen Straßenseite wird ein Bushaltestellenhäuschen aufgebaut.

In der Nacht von Montag auf Dienstag träume ich, mein Telefon klingele. Schweißgebadet wache ich auf: Vier Uhr! Welcher Idiot ruft zu dieser nachtschlafenden Stunde an? Mist! Das Ding melde ich gleich wieder ab!

Ich versuche, über 01114 Herrn Grossekettler anzurufen, der mein Vertrauen in Telekom so perfekt wiederhergestellt hatte. Hatte. Herrn Grossekettler von der Rechnungsstelle? Einen anderen gebe es nicht, also nehme ich den. Herr Grossekettler ist ein jovialer, älterer Herr, der definitiv nicht am Freitag mit mir über Tiefbaumaßnahmen gesprochen hatte. Aber ja, es gebe da einen jungen Mann im Baubezirk, der heiße auch Grossekettler. Er wolle die Nummer einmal – schade, Herr Grossekettler (jun.) stehe noch nicht im hausinternen Telefonbuch. Herr Grossekettler (sen.) gibt mir sicherheitshalber alle Telefonnummern des gesamten Baubezirks. Ich bin glücklich wie ein kleines Kind, dem man ein neues Spielzeug gegeben hat. – Ein kleines Detail zum Thema Beamtenmentalität fällt mir auf, und ich erinnere mich, dasselbe bereits einmal erlebt zu haben, damals, beim Sozialamt: Während Herr Grossekettler mit mir spricht, klingelt minutenlang das zweite Telefon auf seinem Schreibtisch. Er hebt es nicht ab, nicht einmal, um „einen Moment bitte“ zu sagen. Man kann als Beamter eben nur soundsoviele Dinge gleichzeitig tun, und wenn wer wirklich was wichtiges will, ruft er schon noch mal an…

Den Baubezirk anzurufen ist nicht gebührenfrei, aber das ist es mir wert. Herrn Grossekettler (jun.) kann ich zwar nicht ermitteln, dafür aber Herrn Herfindahl vom Einsatzplatz. Er fragt mich nach der Adresse. Ob das in der Nähe der Sparkasse sei? Es sei genau im Haus der Sparkasse. Ja, dann sei der Bautruppleiter Illing dafür zuständig. Der sei natürlich unterwegs, den müsse er anpiepen, der werde mich zurückrufen.

Herr Illing ruft zurück, anscheinend über ein D1-Telefon. (Anm.: Auch Handys waren damals noch nicht so selbstverständlich, und die Abdeckung auch suboptimal – der Techniker bei uns im Dorf mußte einmal auf der Straße auf- und ablaufen, bis er telefonieren konnte…) Ja, die Sparkasse. Ha ha. Das sei ja eine Sache. Ich würde jetzt vielleicht lachen, aber nein, einen Kabelfehler im eigentlichen Sinne gebe es nicht – man habe tatsächlich den Verteilerkasten, den man in den Boden der Sparkassenzweigstelle eingelassen habe, nicht wiederfinden können (ein Problem, das übrigens vor drei Jahren bei der Installation eines Faxgeräts schon einmal aufgetreten, damals jedoch nicht gelöst worden sei), und deshalb müsse man jetzt eine Tiefbaumaßnahme ausführen, um die Leitungen von außen zu überbrücken, und dann müsse der Service kommen und den PCM anschließen. Ich verweise auf die zwei verbindlich geplatzten Termine. Wer mir die denn zugesagt habe? Hmm. Herr Frerichs habe doch über den Baubezirk überhaupt nicht zu disponieren. Nein er, er persönlich, habe tatsächlich einen verbindlichen Termin. Morgen. 14.00 Uhr. Dann werde er tiefbauen und zusammen mit Herrn Juréen von der Sparkasse die Adern neu spleißen (Spleißen: das ist normalerweise das, was tätowierte Seebären mit zu kurzen Tauen machen). Das werde bis übermorgen dauern, weil darunter die On-Line-Datenleitungen der Sparkasse und die Alarmleitungen zum Polizeirevier seien. Aber übermorgen könne der Service definitiv den PCM installieren, und das werde er Herrn Frerichs auch gleich sagen. Dann sollte ich übermorgen Telefon haben. Und die schöne Nachbarin auch. Zum guten Schluß spricht Herr Illing denkwürdige Worte: „Das hätte man Ihnen alles auch schon vor zehn Tagen sagen können.“ Und er fügt hinzu: „Aber langsam lernt man das bei Telekom vielleicht noch.“

Mein Vertrauen in Telekom ist – für diesmal – wieder einmal wiederhergestellt.

Mittwoch, 14.00 Uhr. Ich denke, daß ich eine Tiefbaumaßnahme erkennen würde, wenn ich eine sähe. Ich sehe keine. Um 14.30 Uhr halte ich die Spannung nicht mehr aus. „Seit der letzten Auszugserstellung liegen uns keine weiteren Buchungen auf Ihrem Konto vor,“ sagt der Auszugsdrucker in der Sparkasse. Ich schaue verstohlen nach dem Zweigstellenleiter, sehe ihn aber nirgends. Also nehme ich meine Courage zusammen und frage, welcher der Herren denn wohl Herr Juréen wäre. Gelächter, dessen Ursprung mir nicht sofort klar wird. Herr Juréen sei nicht aus dieser Zweigstelle, sondern der Kommunikationsexperte der Hauptstelle, und er sei mit dem Zweigstellenleiter draußen, sie hielten quasi einen Ortstermin ab. Ob der Herr von Telekom bei ihm sei? Nein, der sei schon wieder weg. Hinaus, die beiden Herren im Regen interviewend, erfahre ich mehr: Die beiden Herren stehen auf einem gelben Kreuz, das mit Farbe auf den Boden vor dem Haus gesprüht ist. Wie bei Stevenson in der „Schatzinsel“: Hier graben, dann Schatz! Herr Illing sei hiergewesen, und gemeinsam hätten sie den Verteilerkasten gefunden. Er befinde sich unter der Decke, nicht im Boden. Der Zweigstellenleiter lacht. „In den drei Jahren, die ich hier bin, hat es immer Ärger mit den Leitungen gegeben. Immer hat man mich gefragt, wo denn der Kasten sein könnte, aber wenn die von Telekom es nicht wußten, woher sollte ich es denn wissen?“ Herr Juréen führt aus, Herr Illing wisse jetzt Bescheid, und morgen wolle er mit dem Bautrupp kommen. Ob der die gesamte Arbeit dann an einem Tag ausführen könne, werde man sehen. Der Zweigstellenleiter steuert noch die nette Episode bei, an jenem Dienstag vor zwei Wochen wären plötzlich alle Computer tot gewesen, anscheinend, weil Telekom versucht habe, meine Leitung freizuschalten, und dabei ihre abgeschaltet habe.

Die dörfliche Filiale der gelben AG, sehe ich im Vorbeigehen, hat seit heute ein neues Schild. Das verwitterte, abgeblätterte Email, das „Post“ sagte und sicher viele Jahre gesehen hat, ist durch eine futuristische Plexiglastafel ersetzt. Deutsche Post AG steht da. Und: Telekom Partner. Grau und Magenta. Die Dame, die drinnen sitzt, ist dieselbe wie gestern, dieselbe wie seit vielen Jahren, jene, die erst kürzlich den Sinn meiner Frage, was denn das Tolle an einem „Zehnerpack“ Briefmarken sei, das genau so viel wie zehn einzelne koste, überhaupt nicht erfassen konnte. Daher frage ich sie erst gar nicht, ob sie, als Partner der Telekom, mir nicht bei meinen Problemen mit einem Neuanschluß helfen könne.

Donnerstag. Ich hatte recht, ich erkenne eine Tiefbaumaßnahme der Telekom, wenn ich sie sehe. Sie fährt einen grünen Geländewagen, auf dessen Hänger ein Minibagger steht, trägt grüne Arbeitsklamotten und bittet mich, den Wagen meines Nachbarn von der potentiellen Baugrube wegzufahren. Der Nachbar wird, zum Zwecke des Wegfahrens, gefunden, worauf ich mich trolle, um meine Einkaufspläne zu realisieren.

Das war gut so, denn als ich eine Viertelstunde später wieder vorfahre, ist unser Grundstück verstopft mit einem riesigen orangefarbenen Kipplaster, der ungefähr einen halben Kubikmeter Erdreich abfahren muß, einem – nur vorübergehend noch gelben – Telekom-Bus und einem – nur vorübergehend noch gelben – Telekom-Golf. Der alleinstehende Herr mit dem Minibagger hat in Akkordzeit die Tiefbaumaßnahme fast abgeschlossen, und ein Herr mit makellosen Dritten Zähnen instruiert die beiden Techniker, die in dem gelben Mobil Frühstückspause halten. Als ich mich dazu- und vorstelle, stellt er sich als Herr Illing heraus und seinerseits vor. Ja, wie versprochen, sei er zuversichtlich, heute fertig zu werden. Nach kurzen Anweisungen: „dann macht ihr nur dididit, und dann braucht ihr nur noch dadada,“ steigt er in seinen Golf und verschwindet wieder.

Als ich eine halbe Stunde später in den Hof schaue, ist der ganze Spuk verschwunden. Nur noch das offene Loch, etwa so groß wie eine „Schützengrube“ der Bundeswehr, zeugt davon, daß ich mir nicht eingebildet habe, daß es mächtig vorangeht. Nur ein Loch? Nein, bei genauem Hinsehen kauert in dem Loch, erdfarben gekleidet und bündig mit dem Rand abschließend, ein Marsbewohner mit gediegener Apparatur am Kopf, leise murmelnd, „ach wie gut, daß niemand weiß, daß ich…“ – nein, das tut er denn doch nicht. Er telefoniert mit dem Fernmeldeamt (Ups! Auch kein Amt mehr. Aber wie das jetzt heißt, weiß ich nicht). Ich schaue ihm über die Schulter und verstehe sofort, was mit „Spleißen“ gemeint war. Ich verstehe auch, warum er den Unsichtbaren beschwört: „Ja, was mache ich denn jetzt? Ich könnte höchstens noch die tütütüt, aber die funktioniert ja auch nicht, oder soll ich vielleicht die gagagag ausprobieren? Die ist auch tot, also?“ Im Loch hängen drei rostige Kabel, deren jeweils etwa zwanzig dürre Äderchen sich in einem Gordischen Knoten aus Kabelklemmen, wichtig aussehenden Bauteilen oder einfachen Isolierbandwicklungen treffen, vereinen und offensichtlich nie wieder auseinandergehen wollen. Das ganze wird am Ende mit einer wasserdichten Muffe aus Teerpappe umgeben, damit es sich bloß nie wieder jemand ansieht. Ich beginne zu verstehen, warum ein Freund mir einmal erzählte, Telefone montieren sei wie Modelleisenbahn spielen.

Eine halbe Stunde später hebe ich wie zufällig das Telefon ab, wie ich es aus leidiger Gewohnheit in den letzten dreieinhalb Wochen häufiger getan habe – und pralle zurück: „Tüüüt!“ Ich habe Telefon! Ich lege es vorsichtig wieder auf, kneife mich in den Arm und hebe nochmals ab. Doch, der Wahnsinn hatte Methode, der Gordische Knoten ist durchhauen, ich habe Telefon.

Wenn ich Telefon habe, denke ich schlau, dann auch meine Nachbarin. Ich rufe sie an. Sie scheint nicht da zu sein. Ich trete vor die Wohnungstür. Sie ist aber da. Sie spricht mit dem erdfarbenen Telekom-Techniker. Sie hört ihm gebannt zu, während er ihr erklärt, warum es nur einen geben kann: Von den zehn Adern waren genau noch zwei frei, und davon war genau eine kaputt. Ihre. Murphy’s Law hat es gewollt, daß sie, deren Antrag drei Wochen länger wartet als meiner, den kürzeren Strohhalm, Verzeihung, Telefondraht, zog. Irgendwo unter der Straße von S. zu unserem Dorf, sagt der Techniker, liegt der Fehler. Den müssen sie ausmessen und dann dort graben. Dauert höchstens noch mal ein, zwei Tage, dann ist ihr Telefon auch da.

Nachruf

Aber erst mal ist Wochenende.

Dann Montag.

Dienstag. Huch! Das Glas auf meinem Schreibtisch beginnt zu zittern. Ich eile zum vorderen Fenster: eine Tiefbaumaßnahme! Diese ist aber riesig. Innerhalb kürzester Zeit ist der Gehweg direkt vor dem Haus etwa vier Meter weit aufgerissen, sind weitere rostige Kabel freigelegt. Der schon bekannte private Subunternehmer mit dem grünen Monteuranzug und dem Minibagger leistet ganze Arbeit. Dann der orangefarbene Kipplaster, Abfuhr, Stille. Zwei Tage vergehen, es regnet, was es in S., der niederschlagsreichsten Stadt Deutschlands, häufig tut. Wenn Telekom nicht arbeiten kann, wenn es regnet, hat Telekom in S. viele freie Tage im Terminkalender. Dann schließlich steht ein Zelt über der Baugrube.

Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich die Vorgänge nur noch peripher beobachte, denn mein Telefon ist ja da. Ich habe in dieser kurzen Zeit wahrhaft herkulische Anstrengungen unternommen, Telekom von dem offensichtlichen Verlustgeschäft, das die Installation, die ja derzeit noch nur mit fixen 65,- DM entlohnt wird, darstellen mußte, zu entlasten, indem ich Einheit über Einheit verbrauche und somit für regen Umsatz sorge. Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Telekom soll sehen, was ihnen in den vergangenen dreieinhalb Wochen entgangen ist.

Jetzt aber steht ein Zelt über der Baugrube, und die Nachbarin soll wohl auch Telefon bekommen. Nein, sagt der Mann mit der Schippe, der Mann an der Basis, der Mann, der es wissen sollte, eventuell müßten sie die gegenüberliegende Straßenseite auch noch aufgraben.

Mußten sie nicht. Die Nachbarin ruft an: „Ich habe auch ein Telefon!“ Yo! Ihres hat wohl, schätze ich, ungefähr sieben bis acht Wochen gedauert, aber was lange währt, …

Noch eine Woche, dann ist das Loch auch wieder zugeschüttet, eine erste Asphaltschicht drüber, und die beleuchteten Signalbaken, in denen ohnehin nie – schon beim Aufstellen nicht – Batterien enthalten waren, sind verschwunden. Hilflose Mütterchen können jetzt im Dutzend in die immer noch fünf Zentimeter tiefe Grube stolpern.

Die Nachbarin berichtet, sie hätte ein nettes Gespräch mit Frau Efroymson von 01114 gehabt, weil ihre Nummer immer noch nicht in der Telefonauskunft enthalten sei. Meines Wissens geht das im „On Line“-Verfahren innerhalb von Stunden, und mein (bekanntlich erheblich jüngerer) Eintrag war denn auch sofort da; Frau Efroymson hätte sie dennoch belehrt, das dauere bis drei bis fünf Wochen nach Freischaltung. Ich empfehle ihr, gegen 12.15 Uhr, in Frau Efroymsons Mittagspause, anzurufen und eine kompetentere Kollegin zu fragen. Mehr im Scherz meine ich, sie könne ja mal fragen, wann denn die Baugrube wieder verschlossen würde. Ich bin gespannt auf die Antwort.

Ein Monat vergeht, eine Rechnung kommt. Ein großer Zufall will, daß ich bei meinen Eltern eine Broschüre der Telekom AG finde, die deren neue AGB enthält. Da diese Broschüre Anfang Januar verteilt wurde, hatte ich natürlich keine mehr gekriegt. Mit Stielaugen sehe ich, daß gemäß Artikel 9 der neuen AGB mir bei Verzögerungen der zugesagten Bereitstellung bis zu 65,- DM automatisch gutgeschrieben würden. Sie wurden nicht. Also beantrage ich sie per Brief und rate dasselbe auch der schönen Nachbarin. Wir freuen uns, denn 65,- DM für Studenten sind ein nettes Taschengeld. 65,- DM für einen Unternehmer, dessen neu gegründetes oder umgezogenes Unternehmen wegen fehlenden Telefons stillsteht, denke ich bei mir, sind auch ein nettes Taschengeld. Mehr freilich auch nicht.

Nicht so fürchterlich komischer Nachtrag, bevor das Dossier zuklappt: Ein kürzliches Gespräch mit der Hauswirtin ergibt, daß – o prophetischer Zynismus – kürzlich tatsächlich einem hilflosen Mütterchen die Grube zur Stolperfalle wurde. Zunächst habe sie weiterhumpeln wollen, doch die Sparkassenangestellten, zu Recht empört ob des anhaltenden Mißstandes, hätten zu Drohbriefen oder gar Klagen an Telekom geraten. Kaum eine weitere Woche verging, und die Löcher waren zu…

Barbara & Thomas, Lisa & Christian