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Düsseldorf rühmt sich, fahrradfreundliche Stadt zu sein – stimmt das?

Blauäugiger Grünrock

Heute morgen hatte ich mich mit einem Uniformierten über den Radweg der St-Franziskus-Straße auseinanderzusetzen. Er erklärte mir und einer weiteren radelnden Dame, wir hätten den rechten Pfad zu nutzen, nicht den linken, obwohl wir ihm das links angebrachte Zeichen 240 zeigten, das er selbst dort noch nie bemerkt hatte.

Heute mittag hatte ich dort wieder zu fahren und schaute mich genauer um, und es kam noch viel toller: In seinem Bemühen, den wahren Willen seiner Kollegen vom Verkehrsdezernat zu erahnen, hatte uns das Auge des Gesetzes zu einer Ordnungswidrigkeit angestiftet, und wir waren ihm im Obrigkeitsglauben auch noch gefolgt! Denn: an dem rechtsseitigen Radweg ist ein Zeichen 237, 240 oder 241, das ihn benutzungspflichtig machen würde, eben nicht angebracht. Damit gibt es nicht den von mir vermuteten Konflikt zweier Benutzungspflichten, denn ein Radweg ist seit 1998 eben nicht mehr benutzungspflichtig, nur weil er da ist. Benutzungspflichtig ist nur der gekennzeichnete, und das war eben nur der linksseitige, auf dem ich nicht nur fahren durfte, sondern sogar fahren mußte.

Fraglich ist, ob diese Perversion (linksseitig ist falschseitig, und dort gibt es nicht einmal einen eigenen Radweg, nur einen mit Fußgängern zu teilenden Bereich) vom Verkehrsplaner gewollt war, doch das ist bei Düsseldorfs Schilda-Amt leider oft fraglich.

Radweg St.-Franziskus-Straße

Befahre ich die St.-Franziskus-Straße in südwestlicher Richtung von der Rather Brücke hin zum Mörsenbroicher Ei (Google Maps), habe ich mich bisher auf dem Radweg der südöstlichen, also in Fahrtrichtung linken Seite gehalten, denn auf der in Fahrtrichtung rechten Seite gibt es keinen durchgehenden Radweg, sondern nur ein 200m langes und ein 400m langes Teilstück. Um diese Teilstücke zu nutzen, müßte ich 4x die Fahrbahnseite wechseln. Zusätzlich sind an den Anfängen dieser Teilstücke die jeweils linksseitig liegenden Gegenstücke durch Zeichen 240 bzw. 241 gekennzeichnet, die auch den linksseitigen Radweg als „benutzungspflichtig“ ausweisen.

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Das macht es einfach, die bequeme – und sichere – Variante des Durchfahrens zu rechtfertigen, denn alternativ müßte ich m. E. wie ein Esel zwischen zwei Heuhaufen in der Schwebe verharren und dürfte meine Fahrt nicht fortsetzen. Heute nun wurde ich von einem sehr freundlichen derzeit noch grün Uniformierten angehalten und aufgefordert, auch in diesem Zweifel, der ihm selbst freilich bis dahin nicht aufgefallen war, nach dem ungeschriebenen Grundsatz „in Deutschland fahren wir rechts“ den Zickzackkurs zu wählen.

Anscheinend ist dies so eine Stelle, wo die Benutzungspflicht des Radwegs rechtswidrig ist, man ihn aber trotzdem benutzen muß, da auch ein rechtswidriger Verwaltungsakt wirksam ist (sagt uns die Wikipedia). Werde ich mal den ADFC konsultieren.

Guckst du zum Thema auch Bernd Sluka.

Fahrradterror vom OSD verordnet

Heute morgen in der Oberrather Straße… es ist kurz nach acht Uhr, und der Lieferant der M.-Apotheke erscheint. Die Apotheke ist noch nicht geöffnet; diese Szene wiederholt sich jeden Morgen. Lieferant L. parkt auf der Fahrbahn, raucht sich eine, wartet auf den Apotheker. Der stadteinwärts rushende Autoverkehr wälzt sich an seinem Lieferwagen vorbei.

Da erscheint, neu, eine weiße Maus vom OSD. Hält an, beginnt das Gespräch mit dem L. Wir können vom dritten Stock aus den Dialog nur anhand der Faktenlage rekonstruieren (unter Auslassung erheblicher Emotionsbewegung, durch Handbewegungen erkennbar): „Sie können hier nicht halten.“ – „Ich muß hier aber halten, ich beliefere die Apotheke, ich bin auch gleich wieder weg.“ – „Hier können Sie nicht halten, fahren Sie woanders hin.“

Es kommt, wie es kommen muß, L. steigt ein, fährt ein Haus weiter, und parkt dort quer auf dem Gehweg/Fahrradweg (dem für beide Richtungen) – unter dem Auge und sogar offenkundig aufmunternden Antrieb des OSD-Motoristen.

Fazit: Daß der Lieferant jetzt den Fahrrad- und Kinderwagenverkehr blockiert, ist dem OSD qua Amt vergleichsweise egal, solange er dafür die Fahrbahn freihält, ergo: der Fahrradfahrer ist qua Amt ein Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse.

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