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Braun fail

Ich wollte euch schon immer mal ein Foto präsentieren, das mich halb rasiert zeigt, eine Gesichtshälfte blank, die andere mit Mindestens-Dreitagebart. Dass es dazu auch heute nicht kam, verdanke ich einer verblüffend effektiven MacGyver-Reparatur unter Verwendung der Produkte des Hauses Beiersdorf:

Vielleicht gibt es ja später noch eine gute Nachricht, das Teil hat meines Wissens noch Garantie. Zunächst aber bin ich vergrätzt.

Meine ersten Braun-Rasierer wurde mit gewisser Regelmäßigkeit nach ca. 10 Jahren bei Campingreisen geklaut. So ging nie einer kaputt, und ich konnte die Produkte ob ihrer scheinbar unendlichen Haltbarkeit stets gern empfehlen. Irgendwann fiel mir dann auf, dass verschiedene Preisstufen verschiedene Qualitäten hatten: billige Brauns, die man manchmal im Discounterwerbezettel sieht, sind made in China, bessere weiterhin made in Germany. Also achtete ich beim Kauf auf dieses Detail. Vor ein paar Monaten ging dann die Reinigungsstation kaputt. Ich hatte die aber nie für besonders wichtig erachtet, war halt im Set mit dabei, aber man hat seine Rasierer früher auch selbst gereinigt – ärgerlich nur um den angelegten Vorrat von Kartuschen mit Reinigungsflüssigkeit, die kosten etliche Euro das Stück, jetzt lagen sie da. Heute nun aber, eben mitten im Gesicht, fällt *plopp* der Langhaarschneider ab. Vier kleine Plastiknüpsel hatten ihn gehalten, alle abgeschoren (kein Kalauer).

Da stand ich ziemlich im Hemd, und hätte obiger Tesafilm nicht bewährt alles zusammengehalten, hätte ich mir das Gesicht wohl mit dem Intimrasierer der Holden glattziehen müssen.Und das beides bei einem Rasierer, der eben keine zwei Jahre alt ist, das finde ich schon ein deutlicher Abstieg zu früheren Modellen, liebe Freunde bei Braun.

Update: Das Gerät war tatsächlich erst 16 Monate alt, das geht eigentlich gar nicht, finde ich. Aber Braun hat „das Ding gedreht“, wie man in der Werbung so schön sagt, das eingesendete Gerät innerhalb weniger Tage auf Garantie repariert. Das ist in Ordnung und macht den Defekt wieder wett.

Simyo: Ich hab‘ den Kaffee auf

Liebe Antoniya vom Community Team, die auf diesen Beitrag reagiert hatte, lieber Marco Sch. vom Service Team, der mir daraufhin – noch im September – verbindlich die Zahlung der ausstehenden Restguthaben zugesagt hatte, liebes Zahlungs-Team, das dies über einen Monat lang nicht getan hat, liebe Katharina U. und Ann Kathrin M., wiederum vom Service Team, die mir jetzt wieder mit neuen Standard-Textbausteinen antworten statt sich in den Fall einzulesen, ich muß sagen, ich hab‘ den Kaffee auf.

Vielleicht ist es ja der einzige Weg, das öffentlich zu schreiben. Vielleicht liest es dann ja wieder das Community Team, da scheint es ja Fäden zu geben, die man ziehen kann. Und vielleicht kommt dann ja auch etwas mehr als vollmundige, öffentlichkeitswirksame Entschuldigungen, sondern tatsächlich einfach das mir zustehende Geld.

Denn das ist das Interessante, was ich bei dieser Gelegenheit und einer früheren, bei der es Ärger mit Vodafone gab, gelernt habe: Der einzelne Kunde an der Hotline ist machtlos. Auf Öffentlichkeitswirksames (Springers „Bild kämpft für Sie“, heises „Vorsicht Kunde“, oder eben auch nur ein kleiner Blogger und Twitterer) aber wird reagiert.

Danaergeschenke #vodafail

„Hüte dich vor den Griechen, wenn sie Geschenke bringen“ ist von Vergil und nicht etwa auf die aktuelle Euro-Krise gemünzt. Das ursprüngliche Danaergeschenk war Odysseus‘ „Trojanisches Pferd“, ein Geschenk, das dem Beschenkten, naja, zumindest nichts nutzt.

An nutzlosen Geschenken versucht sich derzeit auch Vodafone. @echt hat es sicher nicht böse gemeint, als er es weiterempfahl („gerade die 3 Monate umsonst surfen Simkarte bei Vodafone abgeholt“), aber dieses Preisausschreiben sollte man sich wirklich schenken.

In „Aydens Kiosk“ muß man 10 Fragen beantworten. Wer meint, diese Flashumgebung ganz ähnlich schon mal gesehen zu haben, erinnert sich richtig: guckst du hier. Es geht um Zeit, 9 Fragen sind kinderleicht, die 10. praktisch nicht zu schaffen – kennen wir von 9live und ähnlichen Abzockesendern. Man gewinnt aber scheinbar immer was, nämlich eine CallYa-Karte „mit 10 Euro Startguthaben und 3 Monaten gratis mobil Surfen“. Hurra, gewonnen. Verfasser also losgedackelt, der nächste Vodafone-Shop ist ja gleich auf der Westfalenstraße.

Erster Flop: „Da machen nur bestimmte große Shops mit, du mußt auf die Schadowstraße in die Innenstadt!“ Der Chronist entert die 701 und reist gen City. Holt sich tatsächlich den Preis ab. Grummelt, weil er natürlich bezahlt, mit einem kompletten qualifizierten Adreßdatensatz, und wer meint, der wäre umsonst zu haben, lebt im Schlaraffenland. Ist enttäuscht, weil der Berater gleich abwiegelt: „in den Surfstick können Sie die Karte nicht stecken, die ist nur fürs Surfen auf dem Handy,“ und verärgert, weil er sich gar nicht davon abbringen lassen will, gleich den Festnetztarif umzustellen. Na gut, dann kann man ja immer noch etwas Twitter und Tagesschau mit machen. Und 10 Euro sind ja auch noch drauf, damit kann man nach aktueller Tariflage bis zu zwei Stunden  telefonieren.

Denkste. Die drei Monate, die man surfen solle, sind nämlich gar nicht umsonst, sie sind erst recht nicht flat, sondern sie sind aus dem Prepaidguthaben zu bezahlen, zu horrenden 2,49 Euro/Monat plus 0,99 Euro/Tag. Schon nach der ersten Einwahl ist das Guthaben runter auf 6,52 Euro, und nach einer Woche wäre der Spaß vorbei, der Kartentank leer. Die versprochenen 3 Monate gehen gar nicht auf, das Geld reicht nicht einmal für eine Tageseinwahl in jedem der 3 Monate, das wären schon 10,44 Euro! Soviel zu unzulässigen Werbeaussagen. Außerdem surft mein Handy mit angezogener Handbremse, mit „G„, wo „E“ möglich wäre. Da ist Simyo schneller, obwohl es immer heißt, das E-Plus-Internet wäre lahm.

CallYa OpenEnd Internet heißt der Tarif, und ich mache jetzt damit das einzig Richtige: in den Gulli treten. Wobei es sich natürlich um eine jener sogenannten „Prepaid“-Karten handelt, die auch in der Kanalisation weiter ihr Geld verbrauchen, denn die 2,49 Euro werden auch im nächsten Monat verbrannt werden, und im dritten, dann ist das Guthaben alle.

Wenn eine Stunde in der Innenstadt bei Sonnenschein nicht ganz nett wäre, müßte ich sie Vodafone eigentlich berechnen.