Artikel-Schlagworte: „Familie“

Und? Was sieht mein Kind denn so?

Donnerstag, 4. Februar 2010

Oft war Lisa noch nicht im Kino, Christian noch gar nicht. Auch im Puschenkino, vor dem Fernseher, sehen unsere Kinder kaum jemals einen ganzen Film an, meist nur 20minütige Episoden aus dem Kinderprogramm. Trotzdem fällt mir manchmal die Altersfreigabe der FSK, der Freiwilligen Selbstkontrolle, ins Auge, und da wundere ich mich denn schon mal. Ein paar Beispiele aus dem aktuellen Besuch eines Hauses, in dem ich eigentlich kein Foto mehr machen darf:

Na, schnackelt’s? Tschitti Tschitti Bäng Bäng, ein Film, den ich an Harmlosigkeit absolut neben Mary Poppins, oder eher knapp hinter die Tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten stellen würde (da finden immerhin fast schon Weltkriegs-Luftkämpfe statt), soll ich selbst meiner Großen noch nicht zeigen. Das Beste zum Schluß, eine Komödie, die das Sterben thematisiert, ist kindergeeigneter als Charles Dickens’ legendäre Weihnachtsgeschichte. Und wenn wir denn schon mit dem Vierjährigen in die Filmklassiker einsteigen, dann besser mit Murnau als mit Fritz Lang. Aha. (A propos, die rekonstruierte vollständige Fassung von Metropolis wird am 12.2. auf Arte gezeigt, Jack Nicholson und Morgan Freeman gibt es heute abend.)

Die Urteile wollen mir manchmal sehr subjektiv erscheinen. Ich habe auf der Website der FSK nachgelesen, wie sehr man mit der 6 oder der 12 für einzelne Harry-Potter-Filme gerungen habe, aber die alten Filme scheint man mir in Bausch und Bogen irgendwie mitkategorisiert zu haben. Und noch einen für den Weg: Das Boot, ein zweifellos brutaler Kriegsfilm, in dem ich – ohne allzuviel Erfahrung mit Horrofilmen – neben reichlich Psychoterror auch zum ersten Mal eine ungeschönte Darstellung einer pulsierend blutenden Schlagaderverletzung nach einem Fliegerangriff sah, hat eine Freigabe ab 12 Jahren abgekriegt.

Marias 70. Geburtstag

Montag, 7. Dezember 2009

Barbaras Tante hat ihren 70. gefeiert, und auch wir waren eingeladen. Ein großes Ereignis – die pensionierte Lehrerin ist Weltreisende, Karateka und mit reicher Verwandtschaft gesegnet – 120 Leute kamen zusammen.

Maria mit Torte

Maria

Eine Gang von Schutzgelderpressern half, Marias Reisekasse aufzubessern

Eine Gang von Schutzgelderpressern half, Marias Reisekasse aufzubessern

unweigerliche Ansprache...

unweigerliche Ansprache...

beeindruckende Darbietung dreier Schwarzgurte

beeindruckende Darbietung dreier Schwarzgurte

es wurde dann auch noch ausgelassener getanzt

es wurde dann auch noch ausgelassener getanzt

Martin und Luisa servieren typisches Tessiner Risotto für 120 Personen

Martin und Luisa servieren typisches Tessiner Risotto für 120 Personen

der kleine Jann stützt schon den Balken

der kleine Jann stützt schon den Balken

Zum Abschluß fanden wir noch Gelegenheit, eine der verbleibenden Urgroßmütter zu besuchen.

Urgroßmutter, Enkelin und Urenkelin

Urgroßmutter, Enkelin und Urenkelin

Frust am Samstagabend mit Microsoft Produktaktivierung

Sonntag, 22. November 2009

Ich hatte der Gruppe 2 des Kindergartens einen gebrauchten PC spendiert, damit die Schulanfänger da auch mal Spiele machen können. Also zu Hause Rechner aufgesetzt, XP-Lizenzaufkleber bei eBay beschafft, alles klar gemacht, hingefahren und aufgestellt.

Einen Tag später, gestern, sagt der Rechenknecht, ich hätte ja allerlei Hardware verändert (nö), und ich müßte Windows noch mal neu aktivieren, drei Tage hätte ich dafür.

Ich radle also heute abend in die Kita, setze mich an die neue Box. Leider reicht das WLAN vom Mitarbeiterraum nicht bis zur Gruppe 2, und schnurlose Telefone haben sie da auch nicht, also ist telefonische Aktivierung vom Handy angesagt. Die kostenlose 0800er Nummer kann man vom Handy nicht benutzen, kriegt stattdessen eine Nummer in Frankfurt – immerhin keine “Mehrwertdienste”-Nummer, das ist wohl noch als gnädig zu verstehen.

Der Prozeß ist bekannt, er dauert ca. 5 Minuten, also 75 Cent, das ist eigentlich keinen Aufreger wert. Man darf über die Frickeltastatur einen Code aus ca. 9 sechsstelligen Gruppen eingeben. Am Ende sagt der Automat, sorry, es hat nicht geklappt, er müsse mich jetzt noch mal mit einem Menschen verbinden. Der Akku piepst bereits bedrohlich. Es wird weiter gewartet, dann kommt sie, es scheint, als habe sie extra in Rumänien (wo sie, laut Jürgen Rüttgers, ja bekanntlich nicht wissen, was sie tun) für den Job in einem outgesourcten Callcenter deutsch gelernt, um ihren Auftritt zu absolvieren: “WillkommenbeiMicrosoft-meinNameist[Schluck, würg, es klingt wie Natalia Dagestanova, Callcentermitarbeiterinnen sind ja darin trainiert, ihren Namen unaussprechlich auszusprechen]-estutmirleiddaßSiewartenmußten-wirbedauerndieUnannehmlichkeit-aberwegeneinesSoftwarefehlerskönnenwirheutekeineAktivierungendurchführen-bitterufenSiemorgennocheinmalan-vielenDank-aufWiederhören” Klick, tüttüttüt. Und ich schwöre, es war kein Band, die arme Frau hat das wirklich live gesagt. Wahrscheinlich hatten sie wirklich keine Funktion, eine Ansage für einen solchen Pannenfall zu automatisieren – es hätte ja auch jeder vernünftige Mensch eine solche automatische Ansage an den Anfang des Aktivierungsprozesses gelegt, nicht ans Ende…

Morgen ist der letzte Tag des Aktivierungszeitfensters, aber ob ich wirklich Lust habe, mein Ehrenamt zweimal an einem Wochenende auszuüben, weiß ich noch nicht sicher. Um nicht ganz vergebens aufgelaufen zu sein, habe ich dann noch die 2 Vista-PCs der Kita auf den aktuellen Stand (IE8 und SP2) gebracht, dauerte nur ca. anderthalb Stunden.

Ich hätte ja Ubuntu genommen… aber die wollen ja nur so Kinderspiel-CDs laufen lassen, die gehen natürlich alle nur unter Windows.

Schwedenreise, zweite Hälfte

Mittwoch, 16. September 2009

Es sieht eher so aus, als würde es dieses Jahr kein komplettes Tag-für-Tag Reisetagebuch geben, also schließe ich an die “Zwischenbilanz” an mit einer Zusammenfassung der zweiten Urlaubshälfte.

Falun, der schöne Campingplatz war uns ja so empfohlen worden. Schön war er auch, aber er hatte zwei Mängel, einen grundsätzlichen und einen nur für uns: Grundsätzlich ist für Zeltcamper vorgesehene Fläche, anderswo “Zeltwiese” genannt, viel zu klein, fast nonexistent. Nur weil wir auch gerade nur drei Zelte waren, gab es keine Probleme, ansonsten ist der Campingplatz sehr an Wohnwagen und -mobile adressiert. Wahrscheinlich half, daß es weiter nach Norden massentourismusfreier wird und die schwedische Ferienzeit (“Semester”) jetzt vorbei war. Für uns wenige war es natürlich schön, wir standen direkt am Seeufer. Und speziell an diesem Wochenende, an dem wir hier waren, war in Falun ein großes Speedbootfestival! Was wir am Samstag tagsüber schon sahen, nämlich daß man über die röhrenden Boote “über den See gehen” konnte, uferte am Abend in einem Rockkonzert in einem Festzelt oben bei dem Restaurant aus. So saß ich dann um Mitternacht mit einem weinenden Dreijährigen im Arm, Schallschutz einer Zeltwand natürlich null, während es oben wummerte. Schließlich ging ich protestieren, wurde aber beschieden, die Veranstaltung sei angemeldet, da könne man nichts machen. Als wir am nächsten Morgen hohläugig beim Campingwart auftauchten und monierten, er habe uns doch zumindest warnen müssen, sagte er, das habe auch er nicht erwartet. Zumindest die eine Nacht erstattete er uns anständigerweise.

Dalarnapferde

Dalarnapferde

Jedenfalls ging es weiter, nach Mora wollten wir noch, um Dalarnapferden dabei zuzusehen, geschnitzt zu werden, das sollte unser nördlichster Punkt werden. Nusnäs am Siljansee gilt als Wiege dieser Schnitzkunst. Inzwischen begann es sich zu bewölken, die Zeit des schönen Wetters würde langsam enden. Aber die Schnitzereien sind wirklich schön anzusehen, wenn auch drum herum viel Kitsch verkauft wird, lohnt sich der Abstecher. (Zudem werden nördlicher die Straßen knapper, und für unser Ziel, Oslo, empfiehlt sich ohnenhin die Route über Mora.) Mora selbst streiften wir aber ohne Aufenthalt, unser geographisch nördlichster Punkt war eine Umgehungsstraße und wurde ohne Pomp abgehakt, es wurde später Nachmittag und es war Zeit, einen Campingplatz für die Nacht zu finden. Es gibt hier oben durch aus einige, die nicht verzeichnet sind, z. B. Johannisholm, aber wir wollten noch etwas Meilen machen und fuhren bis Malung, inzwischen hatte auch ganz leichter Nieselregen eingesetzt. Malung ist ein ansprechender Platz, schöne Wiesen am See, alle Einrichtungen, aber schlagartig war es Nachsaison, nur ganz wenige Zelte, zusammen mit gelegentlichem Nieseln wirkte das trostlos, wir blieben nur über Nacht.

Am nächsten Morgen setzen wir die Fahrt über – hinter Torsby – kleiner werdende Straßen und die “grüne Grenze” fort. Nicht einmal ein Schild oder Grenzpfosten sagt uns, daß wir jetzt eine Außengrenze der EU passieren (allerdings trotzdem eine Schengen-Grenze), erst die anders aussehenden Verkehrsschilder vor Kongsvinger machen uns klar, wir sind bereits in Norwegen. Es regnet, und Kongsvinger lädt zu nichts Besonderem ein, so sind wir eher schneller als erwartet in Oslo. Dort campieren wir auf einem der beiden großen Stadtcampingplätze, Ekeberg. Großstadtcamping ist immer Glückssache, und auch Ekeberg ist nicht eben eine Empfehlung wert: großflächige Hangwiesen ohne Strukturen überlassen es dem Einzelnen, ein schönes Plätzchen zu finden oder in einer Matschpfütze zu landen, die Sanitäranlagen sind akzeptabel, aber auch nicht mehr als das. Der Kinderspielplatz ist in unwürdigem Zustand, der Preis horrend: aus irgendeinem Grund zahlt die Kombination PKW/Zelt hier genausoviel wie ein Wohnwagengespann. Ob der zweite große Platz, Bogstad, besser ist, erforschen wir aber nicht.

Schotten im Vigelandpark

Schotten im Vigelandpark

Der Regen ist wieder vorbei, und wir haben bis zur gebuchten Fähre jetzt mehrere Tage Zeit, uns Oslo anzusehen. Da uns hier überwiegend der Vigelandpark mit seinen Skulpturen interessiert, nehmen wir statt einer Touristenkarte wie in Stockholm nur eine Mehrfahrtenkarte für den Nahverkehr, und lassen uns einfach ein bißchen treiben. Originell: Das WM-Qualifikationsspiel Schottland-Norwegen steht ins Haus (die Schotten verloren es nach unserer Abreise 0:4), und die Stadt ist voll mit kilttragenden Schotten. Sie hat einiges Schönes zu bieten, das Auto läßt man, wie eigentlich bei jeder Großstadt, besser draußen: Hier wird eine Citymaut kassiert. Und ein teures Pflaster ist Norwegen: nicht nur sind die meisten Einzelpreise höher als in Schweden, die NOK hat sogar noch einen schlechteren Kurs zum Euro als die SEK.

Jeweils abends ereilt uns ein Gewitter, die Tage können wir aber noch schön genießen. Dann geht es zur Abfahrt auf die “Stena Saga” nach Frederikshavn, wie schon auf der Hinfahrt wollen wir in einer Kabine die Nacht verbringen. Doch ach! die Überfahrt über das Skagerrak zur dänischen Nordspitze hält eine unschöne Überraschung für uns bereit: in recht schwerer See rollt die “Saga” heftig, und Mami und Papi werden entsetzlich seekrank. Die Kinder dagegen verschlafen alles, Papi muß sich reuig von dem einen am Abend noch genossenen Bier verabschieden.

In Dänemark angekommen, quälen wir uns leidend von der Fähre. Unserer ausgeschlafenen und gutgelaunten Kinder können wir unmöglich Herr werden, der jetzt noch geplante Tag im Legoland Billund wird abgesagt. Die Kinder sind bemerkenswert gefaßt. Das Versprochene wird nachgeholt werden, das ist sicher. Jetzt aber fährt Papi – und er weiß nicht genau zu berichten, wie – nonstop nach Hamburg und fällt dort ins Bett. Glücklicherweise haben wir dort großelterliche Babysitter… denen übergeben wir auch den Wagen wieder und fahren am letzten Samstag mit der Bahn zurück nach Düsseldorf – kaum anderthalb Stunden verbringen wir auf einem toten Gleis bei Bremen wg. eines Notarzteinsatzes auf den Gleisen, manchmal hat man das Gefühl, Bahnfahren muß immer so sein.

Aber hey, trotz dieses üblen Abschlusses war es ein toller Urlaub, einer an den man gern zurückdenkt!

Stoffliches

Sonntag, 5. Juli 2009

Stoffe

Die Düsseldorfer Stoffapotheke ist bekanntlich bei Karstadt, hat aber auch nicht immer alles bereit. Wenn eine Fünfjährige Himmelbettvorhänge und ein Dreijähriger Gardinen mit Automotiven wollen, und wenn dann ein Rennwagenstoff 18 €/m bei 1m Breite kostet, so daß der Vorhang 150 € gekostet hätte, hört der Spaß auf, selbst wenn der Nonno ihn spendieren will. Zumal ein Dreijähriger, bitte nicht böse sein, sowieso immer genau den Stoff am Schönsten findet, den er gerade jetzt sieht.

Da hatte die Frau Chikatze den richtigen Tip per SMS: der Stoffladen gegenüber Kaufhof hatte das Gesuchte. Danke für den Tip! Und Danke an die nähende Nonna, die gerade Vorhänge macht!

Leverkusener Neuland-Park, Gewitter, IKEA und die Feuerwehr

Samstag, 27. Juni 2009

Der heutige Ausflug des Familienkreises unserer Kirchengemeinde wurde eher unfreiwillig zu einem Experiment, was man alles in einen Tag mit Kindern hineinpacken kann. Und das ist schon einiges.

Als eher harmloser Ausflug in den Neuland-Park in Leverkusen war es geplant, dieses ehemalige Gartenschau-Gelände kennen wir, das sollte mit kleinen Kindern und einem Picknickrucksack ein ruhiger Selbstgänger sein, gut, denn von Papis #tfruhr2 am Donnerstag in Essen und Mamis Firmensommerfest mit Kind und Kegel am Freitag in der Ratinger Auermühle waren die Akkus schon mal nicht mehr sooo aufgeladen. Das war auch so.

Kinder mit Spaß, Gewitter im Anmarsch

Kinder mit Spaß, Gewitter im Anmarsch

Alles lief recht gut, bis ein (vorherhgesagtes) Gewitter tatsächlich eintrat, worauf des Pfarrers Sohn Polyphobie kriegte (und Pfarrers dann sowieso noch woanders hinwollten) und wir anderen uns in ein Café zurückzogen, die paar Tropfen abwetterten und danach fortfuhren, Spaß zu haben. Als wir uns dann am frühen Abend trennten, hatten die S6-Heimfahrer die Idee, noch beim Schweden vorbeizuschauen, die Kinder noch mal im Småland toben zu lassen und Kötbullar einzuwerfen.

Das gelang wiederum recht planmäßig, Barbara fand auch noch ihre ersehnte Dalarnapferdbackform, doch als es nunmehr endgültig nach Hause gehen sollte, es ging auch auf schwedischen Feierabend zu, griff der jüngste Zwerg beim Aufbruch im Restaurant noch in eine Glasscherbe. Das war immer noch nur eine kleine Havarie, eine freundliche Mitarbeiterin hatte schnell ein Pflaster zur Hand.

Feuerwehr in Schweden

Feuerwehr in Schweden

Wir wissen nicht genau, was dann geschah, jedenfalls gingen eine Minute später überall im Haus die Brandschutztüren zu und kleine Blitzlichter an, und als wir aus dem Gebäude kamen, rollte der erste Zug der Feuerwehr in das augenscheinlich nicht brennende Möbelhaus ein. Wie der Wilde bei der Sonnenfinsternis, fragten wir uns erschreckt: Waren wir das? Hat die Mitarbeiterin beim routinemäßigen Melden in der Hektik des Feierabends das Kennwort für “Kunde verletzt, Ersthelfer rufen” mit dem für “Möbelhaus brennt, dies ist keine Übung” verwechselt? Jedenfalls schlichen wir uns rasch und leise davon…

Pandemie und Japantag – zwischen Paranoia und Selbstschutz

Freitag, 12. Juni 2009

Am Wochenende wird in Düsseldorf der Japantag stattfinden, ein schönes Fest, das unsere Mitbürger der japanischen Gemeinde für uns ausrichten. Inzwischen ist in der japanischen Schule die Zahl der gemeldeten Fälle von Schweinegrippe während zwei Tagen auf 46 angestiegen. Damit sind 60 der deutschlandweit gemeldeten 100 Fälle in Düsseldorf angesiedelt. Die Weltgesundheitsorganisation hat aufgrund des Virus die höchste Gefahrenstufe, die einer weltweiten Pandemie, ausgerufen – zum ersten Mal seit 41 Jahren, genau so alt wie die Hongkong-Grippe von 1968 bin auch ich.

Ursächlich für diese Heraufstufung waren allerdings nicht die Vorfälle in Düsseldorf, sondern die Verbreitung in Australien, gerade am entgegengesetzten Ende der Welt. Und alle in Deutschland aufgetretenen Fälle verlaufen bislang unproblematisch, es gab hier keine Todesfälle – der Präsident des Robert-Koch-Instituts stimmte uns aber schon einmal darauf ein, daß das nicht so bleiben werde.

Gestern haben wir Freunde aus Berlin am Düsseldorfer Flughafen empfangen. Am Flughafen war alles wie immer, wir haben bei einem Bäcker etwas gegessen, sind Skytrain gefahren, Fahrstuhl gefahren, haben die Toiletten benutzt. Morgen planen wir auf den Japantag zu gehen. Da kommt man schon ins Nachdenken. Genau jetzt finden wir uns an der Entscheidungsschwelle: Normal leben, Flagge zeigen für unsere japanischen Nachbarn, oder sich eher aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, in eine Mischung aus Paranoia und Selbstschutz verfallen, das gilt es abzuwägen. “Nicht in Panik, aber besorgt” ist die Äußerung von Gesundheitsministerin Schmidt.

Wir sind in einer Verantwortung für kleine Kinder, aber genau die sind auch unsere stärksten Schnittstellen nach außen: Gingen wir nicht mehr in die Innenstadt, müßten wir sie eigentlich auch vorübergehend aus dem Kindergarten nehmen, denn da kommen sie jeden Tag mit 60 anderen Kindern in engsten Kontakt. Das würde wirklich unseren gesamten Alltag umkrempeln, wie es natürlich auch spätestens ein Erkrankungsfall würde – häusliche Quarantäne mit zwei Würmern bedeutet, daß uns massiv die Decke auf den Kopf fallen würde. Aber massiver Selbstschutz bedeutet letztlich auch häusliche Quarantäne, im Grunde muß man sich also nur überlegen, ob man die Lästigkeiten mit gewisser, geringer Wahrscheinlichkeit oder mit selbstgewählter Sicherheit hinnehmen will.

Und so werden wir die Entscheidung, ob wir morgen zum Japantag gehen, morgen am Ende von der selben Frage abhängig machen wie jedes Jahr – wie ist denn das Wetter?

Kletterzeit

Samstag, 2. Mai 2009

Jetzt ist es endlich so weit, auch die noch ausstehenden Schaukelsitze wurden geliefert, und das Spielgerät kann in voller Schönheit beklettert und beschaukelt werden.

ausgeklettert

Klar, daß das auch geschieht. Das Wetter ist nämlich bombig.

Nicht ganz astrein

Samstag, 25. April 2009

“Nicht ganz astrein” ist etwas umgangssprachlich, wenn es nicht völlig vertrauenerweckend ist. Astrein im Ursprungssinne war Holz, das nach dem Sägen danach ausgelesen wurde, eben keine Astlöcher zu enthalten. Astreines, also handverlesenes Holz ist heute praktisch nicht zu bezahlen, es sei denn man stellt sich im Baumarkt hin und sucht selbst Latte für Latte aus dem Regal, fluchende Mitarbeiter ignorierend.

Ganz astrein war also auch das Holz nicht, aus dem ich mein Klettergerüst errichtete. Was aber nicht heißen sollte, daß nicht insgesamt sehr zufriedenstellend war, was Herr Jakub G. mir geliefert hatte.

Klettergerüst

Die “Jungle Gym Villa” ohne Rutsche, dafür mit doppelter Schaukel, sollte schon Ende März geliefert werden, es wurde dann der Abend des 20. April, ehe das Material in meiner Garage lag. Ein paar Tage Aufbaus später steht das Gerät recht endfertig, nur noch ohne einbetonierte Bodenanker und ohne Schaukelsitze. Natürlich gibt es einiges darüber zu berichten, dieser Artikel soll noch erweitert werden.

Serrano

Dienstag, 7. April 2009

Den gab’s zu meinem Geburtstag: ein leibhaftiger, ganzer spanischer Serrano-Schinken, mit Bock und Messer.

Serrano