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Erst Single, dann Hochzeit, jetzt 2 Kinder… es ist immer was los

Mit dem Ticket 2000 nicht zur Arbeit

Die Harkes (eine anonyme Musterfamilie, die rechnen kann) sind eine radfahrfreudige Familie, und morgens um halb acht machen sich vor der Garage einige klar, zu Grundschule, Gymnasium und Job zu radeln. Niemand von ihnen nimmt das Ticket 2000,  das auf der Anrichte liegt, das ginge auch noch gar nicht, denn es ist ein Neun-Uhr-Ticket.

Ticket 2000Warum aber haben sie dann eins? Nun, die Familie Harke als Ganzes, Mutter als Ernährerin, Vater als Hausmann und drei Kinder zwischen acht und 14, teilen sich ein übertragbares Ticket 2000 für diverse Touren in die Stadt und Ausflüge ins Umland, bei denen sie eine Menge Geld sparen. Sachen, die in der Musterfamilie schon mal passieren: ca. einmal pro Woche fährt ein einzelner Erwachsener für eine Besorgung in die Innenstadt, ein weiteres Mal ein Kind, sowohl die Elfjährige als auch der Vierzehnjährige sind schon allein unterwegs. Ein weiteres Mal pro Woche fährt der Vater mit der Achtjährigen zum Sport in den Süden der Stadt – wenn sie nach der Schule reinfahren, muss er ein Kinderticket dazu lösen, aber zurück kommen sie nach 19:00 Uhr, da können sie jeden Tag zu Mehreren auf der Karte fahren. Ungefähr jeden zweiten Samstag fährt die ganze Familie zum Shoppen in die City, zwei Erwachsene und drei Kinder sind alle mit der Karte abgedeckt.

Vor allen Dingen machen sie an den Wochenenden gern Ausflüge mit der ganzen Familie, da passiert schnell mal Folgendes: Einen Sonntag fahren sie nach Xanten, um sich den archäologischen Park, das Römer-Museum, anzusehen. Einen anderen Tag fahren sie nach Oberhausen zum Legoland Discovery Centre. Am dritten Sonntag wollen sie sogar mal in die benachbarten Niederlande, nach Venlo, um ihren Vorrat an Pfannkuchensirup und Schokostreuseln für das Frühstücksbrot aufzufüllen.

Das ist nacheinander einmal Preisstufe D, einmal B, und selbst Venlo liegt noch im VRR. Fünf Personen. Alles im Ticket 2000 inbegriffen. 52,09 € kostet das Neun-Uhr-Ticket im Abonnement, für die eine Kinderfahrt pro Woche müssen wir ein Vierer-Ticket zu 5,90 € dazurechnen, macht monatliche ÖPNV-Kosten von 57,99 € für die Harkes.

Würden sie sagen, da die meisten dieser Fahrten nicht regelmäßig sind, lohnt sich ein Abonnement gar nicht, was würde der Beispielmonat sie kosten? Nun, wenn sie alle diese Fahrten mit Vierer-Tickets oder Tageskarten machen würden (Einzel-Tickets nimmt man ja besser gar nicht, die sind noch teurer), wären wir bei 209,15 €. Ups. Das Vierfache. Man braucht nicht lange zu sagen „ja aber, man fährt ja nicht immer so viel,“ um zu sehen, dass die Rechnung trotzdem aufgeht.

Ist also alles toll? Nun, Papa Harke merkt an, dass es auch ein paar Ecken gibt, die nicht so gut funktionieren. So kann ein Fahrrad mitgenommen werden (Zusatzticket à 3,30 € je Fahrt gespart), aber auch am Wochenende nur eines, die vier anderen müssen, wollten sie z. B. nach Essen, um gemeinsam um den Baldeneysee zu radeln, je ein Fahrrad-Tages-Ticket für 4,70 € lösen. Und will man den Altbieräquator kreuzen und nach Köln, ist das VRR-Gebiet nach Süden viel kleiner und endet in Langenfeld, die ganze Familie muss für 29,75 € Zusatztickets lösen und ist damit kaum mehr billiger als mit der Übergangs-Tageskarte für 35,90 €. Und: nächstes Jahr wird die Bilanz noch mal anders aussehen, weil der Große nur noch bis zum 15. als Kind mitfahren darf. Wollen die Kinder mit Freunden ohne Eltern zum Düsselstrand oder zum Eisessen an den Rhein fahren, dürfen aber natürlich auch alle fünf Reisenden Kinder sein (das weiß leider nicht jeder Kontrolleur).

Ach ja, und genau jetzt gibt es für Ticket-2000-Neukunden eine Werbeaktion. Wenn ich die geneigten Leser werbe (geht natürlich nur in der Offline-Welt), nutzt uns das beiden.

O Fortuna: des Kurzen erstes Spiel

Genau genommen war es nicht nur für Christian das erste live erlebte Fußballspiel seiner Fortuna in der Esprit Arena, sondern auch für mich, den erwachsenen Begleiter. Fortuna 95 gegen Eintracht Braunschweig stand auf dem Programm, ich verrate nichts Neues wenn ich vorwegnehme, dass es 1:1 ausging. Ein tolles Spiel der Fortuna haben wir nicht gesehen, aber für uns war es dennoch ein „Wow“-Erlebnis.

Dabei fing es als logistischer Alptraum an. Die Rheinbahn hat sich absolut zweiseitig gezeigt, als totaler Ausfall auf der Hinfahrt und als perfekt organisiert auf der Rückfahrt. Der Busfahrer auf der Hinfahrt war der Situation, dass ein Bus voll wird und dann die Türen nicht mehr schließen und die Leute ungehalten werden und an jeder Station neue Menschen zusteigen wollen und dann die Türen überhaupt nicht mehr schließen und die Leute noch viel ungehaltener werden usw. völlig ausgeliefert, brauchte eine Stunde für eine reguläre Fahrzeit von 20 Minuten und endete dann total entnervt am Freiligrathplatz, obwohl er eigentlich hätte bis zum Stadion durchfahren sollen. Die letzten 2 Kilometer mussten wir also zusammen mit Heerscharen von anderen Fans laufen, denn in die U-Bahn kommt man am Freiligrathplatz meist nicht mehr herein – die sind schlauer und fahren durch, wenn sie voll sind. Das Einschleusen abertausender Fans in die U-Bahn zur Rückfahrt ging dafür phantastisch – ein launiger Stationssprecher „moderierte“ die Menschenmengen in die ununterbrochen nachströmenden Züge, innerhalb kürzester Zeit waren alle versorgt.

Die Familienblöcke in der Esprit Arena sind wie die Schwalbennester hoch oben unter dem Rand angebracht, ich war in Sorge, ob man von dort überhaupt noch etwas würde sehen können. Aber das Stadion ist gut gebaut, die Reihen steigen so steil an, dass jeder, auch die Kinder freien Blick auf das Spielfeld hat. Vater und Sohn für 20 Euro, der Preis ist fair. Zu bekritteln gibt es allenfalls die Gastro, hier arbeitete mit schlafwandlerischem Arbeitstempo anscheinend der Neffe des Busfahrers. Dass in der Halbzeit alle trinken wollen, kann doch nicht überraschend sein, wenn dann die Fanta ausgeht und in der Getränkeinsel kein Ersatzcontainer bereit steht, ist es klar, dass kurz danach die Apfelschorle folgt, denn was bestellen die Väter für die Kinder wohl sonst? So zogen wir unverrichteterdinge zum Platz zurück und hatten obendrein das Ausgleichstor in der 48. Minute nicht gesehen.

Das einzige Tor der Fortuna! Und wir gerade im Treppenhaus. Womit eigentlich schon alles über das Spiel gesagt wäre, das war traurig. Wer aufsteigen will, muss auch erste Liga spielen, und das war nix. Der muss auch was riskieren, und nicht immer nur nach hinten passen, da stehen zwar meist Leute, die den Ball dankbar aufnehmen, aber Tore schießt man so nicht. Dass der Schiedsrichter auch für mein laienhaftes Auge eine Pfeife war, machte die Sache nicht runder – gefühlte drei weitere Male war das Runde im Eckigen, und keins davon wurde gegeben, das mußte ich meinem Sohnemann erstmal erklären.

Skiferienhalbzeit und Nebenabenteuer

Kurz vor dem Jahreswechsel lasse ich eine etwas durchwachsene erste Woche der Skiferien im Schweizer Grindelwald Revue passieren.

Durchwachsen, obwohl wir in einem schönen Chalet wohnen, und bis Mittwoch einschließlich schönstes Wetter hatten, obwohl ich einiges gelernt habe und jetzt ohne Schweißausbrüche rote Pisten fahre, Lisa die Blue Queen mit „ausgezeichnet“ absolviert und das Schlußrennen nur wegen eines gewagten Sturzes als Vierte gemacht hat (sie mag traurig sein, nur Vierte zu sein, ich bin stolz, weil sie etwas gewagt hat).

Durchwachsen, weil Christian schon an Heiligabend, auf den ersten fünfhundert Metern Übungspiste, ein Bein gebrochen hat, und mein Vater, 1.000 km entfernt in Hamburg, an der Kirchentür eine Hüfte. Wegen Osteoporose baute man ihm gleich eine künstliche ein, so macht er jetzt schon wieder seine ersten Schritte in der Nachsorge – und liegt dort prompt in Quarantäne, weil sein Zimmernachbar einen multiresistenten Keim hat. Die Tests müssen noch zeigen, ob er sich in der kurzen Zeit hat anstecken können.

Aktuell ist auch das Wetter nicht so spannend, Schnee wurde zu Regen, und ich schiebe mit Lisa Erkältung.

Schauen wir, was die zweite Woche bringt…

Weltkindertag

Heute ist Weltkindertag. Nicht in der Welt, sondern in Deutschland (in der Welt hat zwar fast jedes Land einen Weltkindertag, aber jedes an einem anderen Tag). Begangen haben wir ihn aber schon am Wochenende, denn Düsseldorf tut das traditionell sonntags am Rheinufer.

Da wird den Kindern auch richtig was geboten, aber das, was den beiden am meisten Spaß gemacht hat, war selbst mit dem Rad reinzufahren. Ganz bis zum Lambertusturm.

Der Rest ist Klettern, Basteln, auf Luftballons Schlange stehen und so Zeug, was Kinderherzen erfreut.Ein kurzer Regenschauer konnte den Gesamteindruck nicht trüben, sondern sorgte nur dafür, dass nicht alles völlig überlaufen war.

Ein Wochenende im Tessin

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. Und wenn einer in diesem Sommer eigentlich keine Reise tut, weil ihm ein Urlaub aus technischen Gründen nicht vergönnt ist, dann tut es vielleicht ein verlängertes Wochenende. Zu diesem luden Nonna und Nonno uns ein. Klar, dass es da Schönes zu berichten gibt, und drüben bei Picasa auch Fotos.

Zunächst reisten wir. Lufthansa bis und Europcar ab Milano Malpensa machten die Reise insgesamt höchst angenehm, auch wenn das Bodenpersonal dieser Airline das Boarding verbummelte und uns damit eine halbe Stunde kostete, so lange dauert es, bis man hier in DUS den nächsten Slot kriegt (dafür rettete der Purser des Rückflugs den Tag mit seiner launigen Sicherheitseinweisung „ziehen Sie die Stewardess heran und pressen Sie sie auf Mund und Nase“ – ungelogen). Europcar guckte erstaunt, ob wir den Panda (den man nur über Opodo buchen kann) wirklich wollten, aber wir reisen ja eh‘ nur mit Handgepäck, Hauptsache vier Räder und vier Sitze. Und das Autochen ist gar nicht schlecht! Das Nokia macht tapfer das Navi, es wird nur verblüffend heiß.

Die Großeltern haben Schönes für uns: der Nonno führt seinen neuen Grill vor, den Koenig. Der Pool ist eingelassen, und der Lido am Lago di Lugano obendrein. Da haben alle Spaß, auch die Kinder. Schade, wenn man so schnell schon wieder zurück muss!

Frohe Ostern

Das war ein Osterwochenende! Dicht gepackt mit unglaublich viel Sonnenschein, sozusagen viel mehr als ein April erlaubt, mit Grillen mit Freunden, mit einem 3D-Kinobesuch („Rio“ wg. der Kinder, gefällt aber auch Eltern), mit Eierverstecken (um 6:45 Uhr, als Lisa fertig angezogen an der Bettkante stand und sagte „der Garten sieht eigentlich ganz wie immer aus“ – das war er zu dem Zeitpunkt auch noch…), mit Osterfrühstück in der Kirche, mit Radfahren (das beide jetzt sehr viel besser können, was mich über die nächste Radgröße zum Sommer nachdenken läßt) und Schwimmen im Düsselstrand.

Skiferien-Video

…ist online

(So sollte dieser Artikel aussehen. Aber das Video steckt wieder in der Upload-Pipeline fest, das A aus ADSL kann manchmal ein echtes Biest sein.) Kommt also noch nach.

(Update: Wieder was dazugelernt. Die Musik, mit der ich das Video hinterlegt hatte, macht es „in deinem Land nicht verfügbar.“ Wenigstens unsere Schweizer Freunde können es jetzt sehen. Für alle anderen muß ich es neu abmischen – als Stummfilm mit Klavieruntermalung oder so.)

Skiferien-Nachlese

Irgendwie hing mir der Trigami-Review über Saas-Fee noch etwas quer, so daß ich gar nicht recht dazu kam, von der zweiten Hälfte der Skiferien zu berichten. Nur auf den Seiten der Kinder war ich schon auf deren Skirennfähigkeiten eingegangen.

Wir hatten zwei Wochen in Adelboden, und es waren wirklich wunderbare Wochen. Nur ganz am Anfang hatte es Neuschnee gegeben, danach zehrte man zwei Wochen lang vom Schneebestand (und nächtlichem Beschuß aus Schneekanonen, wie ich laienhaft vermute). Weil es knackekalt war, bedeutete das zwei Wochen guten Schnee, blauen Himmel und Sonnenschein, einfach herrlich. Erst an den allerletzten Tagen, als es schlagartig wärmer wurde, wurde uns zu verstehen gegeben, daß es Zeit sei zu gehen: Plötzlich pappte der Schnee an den Skiern, wurden braune Placken längs den Pisten sichtbar, wurden Pisten, vor denen ich vorher noch gesunden Respekt gehabt hatte, langsam und beherrschbar, aber es war auch eine andere Art des Skifahrens, und die mochte ich am letzten Tag nicht auch noch lernen.

Ich habe in diesen Skiferien wirklich das Skifahren „gegrockt“. Dieses Wort beschreibt, daß man beim Erlernen einen Durchbruch erzielt hat und sieht, daß man dabeibleiben wird. Nicht etwa, daß man es perfekt beherrscht – zwar habe ich an den letzten Skischultagen das Parallelschwingen neu aufgenommen und auch eine rote Piste gemacht, ohne daß mir der Angstschweiß überallhin lief. Doch habe ich sicher noch viel zu lernen, eine richtige Souveränität fehlt mir noch, es kommt noch manches Mal dieses „Das-wird-mir-zu-schnell“-Gefühl auf.

Die Kinder sind sowieso vollauf dabei, haben Spaß und werden besser. Christian ist fast etwas besser als seine große Schwester, doch auch sie, die im Sport eher Bedächtige, um nicht zu sagen langsame, kommt auf ihre Kosten. Da alle Großen außer mir sowieso mit dem Wintersport verheiratet sind, wird klar, daß wir wohl öfter da unten auftauchen werden.

Ob es aber Adelboden sein wird, ist nicht ganz sicher. Ein hübscher Ort, klar, und auch unser Chalet war im Wesentlichen in Ordnung, aber Dinge wie die halbstündige Fahrt im Skibus zur Skischule und Seilbahn jeden Morgen sind doch ziemlich lästig, abends die Rückfahrt mit der elendig langsamen kleinen Kabinenbahn hoch ins Dorf, für die man auch ca. 25 Minuten anstehen muß, genauso.

Daß die Dorfbewohner ihre Straßen – auch nach 2 Wochen ohne Neuschnee! – nicht so eisfrei kriegen, daß man ohne Lebensgefahr vom Haus zum Markt gehen kann, ist auch so eine kleine Lästigkeit. Und eine Skivermieterin wie die Grächener Frau Schnidrig muß man sowieso erst ein zweites Mal finden. Dafür habe ich mich bei den Skilehrern, dem käseverkaufenden Peter und der etwas spröden aber kompetenten Marlene, hervorragend aufgehoben gefühlt, und das Hotel „Kreuz“ hat das eher bodenständige Wort Halbpension mit ganz neuem Leben gefüllt.

Dann war da natürlich die zweitägige Geheimmission nach Saas-Fee, die wir Trigami verdankten, bei der wir viel Spaß hatten, bei der mir aber auch das größte materielle Malheur passierte: Ich verlor im Schnee meine Videokamera, sie war noch ganz neu, kein Jahr alt, und natürlich ging sie zusammen mit der Speicherkarte mit fast allem Gefilmten. So ein Ärgernis kann einem ganz schön die Laune verhageln – aber Trigami ist sehr professionell damit umgegangen, hat statt des Video-Reviews einen Text akzeptiert, mein Dank dafür. Und als ich, nach Hause gekommen, Nachbarin Anke mit Bänder- und Kapselrissen auf Krücken von ihrer Skischule erzählen hörte, wußte ich wieder, daß es eben nur ein kleines materielles Malheur war, das ich erlitten hatte.

Trübe Sonntage toll machen

Ein trüber Sonntag, an dem man sich doch noch überwindet, raus zu gehen, kann viel Schönes enthalten: Lisa und Christian fahren mit dem Fahrrad bis zum Waldspielplatz. Auch wenn es noch ab und zu rummst, wichtig ist, wieder aufzusteigen.

Am Waldspielplatz heben wir zwei Geocaches. Auch das macht den Kindern Spaß, sie suchen eifrig mit.

Der fast menschenleere Weg, und auch am Waldspielplatz kaum Menschen, die beim Geocachen ja eher ungeliebt „Geomuggles“ heißen, weil sie ankommen und „was machst du denn da?“ fragen, machen das eigentlich schlechte Wetter zum besten, das man sich hierfür aussuchen könnte. Und zu Hause gab es Pfannkuchen, und allen geht es gut.