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Ein „Dear Friend Letter“

Hoffentlich jeder kennt inzwischen die „Dear Friend Letters“, auch Nigeria-Scam genannt. Per E-Mail wird man von einem – typischerweise nigerianischen – Bankchef/Regierungsbeamten/Bischof ins Vertrauen gezogen, wie beide zusammen an das Vermögen eines großen Ex-Diktators/das Erbe einer gutgläubigen wohltätigen Witwe kommen könnten. Geht man darauf ein, werden reihenweise spannend erfundene Vorschüsse fällig, am Ende sieht man natürlich kein Geld. So dämlich und durchsichtig die Masche ist, fallen doch immer wieder neben leichtgläubigen auch scheinbar intelligente Menschen darauf herein.

Ein besonderer, nämlich echter "Dear Friend Letter"

Mutter kam nun in den Besitz eines besonderen solchen Briefs: Ein echter Brief, mit Kuvert, aufgeklebter 60-Pence-Briefmarke, echter Unterschrift von Mr. Wong. Leider keine Straßenanschrift und damit auch keine Erklärung, wie Mr. Wong von China nach Hong Kong kam… Etwas ungewöhnlich auch die Geschichte, es geht immerhin um einen der wenigen „echten“ Arbs, der vermögend verstorben sein will.

Obwohl selbst Mutter solche Betrugsmaschen kennt, wollte sie doch immerhin im Spaß zurückschreiben – selbst davon ist abzuraten. Die Scammer kleben einem am Schuh wie Hundekot, sind geschult im Um-den-Finger-Wickeln und können im schlimmsten Ausnahmefall auch gewalttätig werden.

Wer will das Rendsburger Stadtgefängnis?

Bekanntlich stammt die Wurzel meiner Familie aus Rendsburg, wo z. B. mein Ururgroßvater von 1851 bis 1887 Polizist war. Nur in der kleinstädtischen Polizeitruppe war es wohl möglich, in einem Jahr Gefängniswärter und im nächsten Kommissar zu sein…

Dieses Stadtgefängnis, in dem die Familie mit den vielen Söhnen auch lebte (es wird überliefert, daß die Söhne in den nicht belegten Zellen lebten, wurden einmal Gefangene eingeliefert, mußten sie in der eigentlichen Wohnung zu mehreren in einem Bett schlafen), steht jetzt zum Verkauf.

Das ist heute leider nur noch ein erhaltener Rohbau, Grundmauern von 1832 und ein recht neues Dach, aber alles, was darinnen ist muß entkernt werden bzw. es wurde bereits damit begonnen. Es gab wohl 2010 einen Versuch, das Gebäude als Fahrradherberge herzurichten, ein Konzept wurde mit dem Tourismusverband angedacht, aber kurz danach steht das Objekt als „besondere Immobilie“ in den Onlineportalen, vermutlich war das Konzept nicht praktikabel (es gibt max. 8 Zimmer, das ist m. E. viel zu klein). Weitere Ideen: Café, Hausbrauerei…

Hmm, nach Rendsburg ziehen?