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Ich grabe nach ARBS, ARPS und COLHOUN

Diebe, Mörder, Raubgesindel!

35.000! Fünfunddreißigtausend E-Mails! Nein, das ist leider nicht mein Unterordner „Fanpost“, sondern das ist die Bilanz eines weiteren Hackerangriffs auf diese meine Website. Zwischen gestern abend 19:00 Uhr und heute morgen 4:00 Uhr wurde diese Site als Spamschleuder mißbraucht. Bei den 35.000 Mails handelt es sich nur um die typischen „undelivered mail returned to sender“, über deren Unsinn ich mich schon beim ersten Angriff ereifert hatte. Ich will mich also lieber nicht darüber auslassen, wer alles Post von meinen falschen Freunden erhalten hat.

Der wie stets exzellente Support meines Webhosters stoppte das nächtliche Trauerspiel.

Beim letzten Angriff stocherte ich in trüber Suppe, erneuerte sicherheitshalber – und weil es ohnehin fällig war – mein ganzes CMS. Diesmal konnten wir ermitteln, wo der Übeltäter saß: Ein Skript, der Poplar Gedcom Viewer, der es meinen Mit-Familienforschern erlaubt, meinen Stammbaum online anzusehen, enthält eine Verwundbarkeit (dokumentiert seit Januar 2007 z. B. hier, bei den Entwicklern als Bug aber erst seit Juli 2007 hier). Dummerweise wird das Skript nicht weiter entwickelt, deswegen habe ich mich entschlossen, es ganz abzuschalten.

Als wenn das nicht reichen würde, hatten die nächtlichen Besucher auch meine Startseite verändert, so daß sie versuchte, jedem Besucher etwas anzuhängen. Wer also zwischen heute morgen und heute abend mit dem Microsoft Internet Explorer auf dieser Website war, könnte sich etwas eingefangen haben. Es gelten die üblichen Sicherheitsempfehlungen:

  1. Eine Firewall verwenden (Windows XP hat eine eingebaute, man muß sie nur aktivieren, auch wer einen DSL-Router verwendet, hat automatisch eine Hardware-Firewall dabei).
  2. Betriebssystem-Updates einspielen (für Windows bei Microsoft Update zu kriegen, das System kann sie aber auch automatisch holen).
  3. Eine Antivirensoftware verwenden – und aktuell halten (für private PCs z. B. kostenlos zu kriegen Avira AntiVir PersonalEdition Classic).
  4. Das waren die klassischen 3 Tips von Microsoft. Ich füge noch hinzu: Einen besseren Browser verwenden, oder sogar gleich ein besseres Betriebssystem verwenden

Kirchenbuchportal

Einer Pressemeldung des epd entnehme ich, daß die evangelische Kirche plant, ihren Bestand an Kirchenbüchern als Kirchenbuchportal durchsuchbar ins Internet zu stellen. Das ist gut – es ist sogar phantastisch, wie viele Familienforscher, in Deutschland, Amerika oder anderswo bestätigen werden.

Der Pressemeldung darf man aber auch entnehmen, daß dieser Dienst kostenpflichtig sein wird. Und das ist schlecht, wie dieselben Familienforscher, allesamt Amateure, anmerken dürften.

Warum ist das schlecht? Nun, wem gehören diese Daten, wer darf sie also vermarkten? Es handelt sich um Kirchenbucheinträge, die die Kirche im Laufe der Jahrhunderte angehäuft hat. Die Rechte der Personen, allesamt längst verstorben, sind wohl erloschen. Also gehören die Kirchenbücher, und damit ihre Daten, wohl der Kirche? Ja, aber: Was wird denn wohl online gestellt werden? Die Kirchenbücher als Ganzes, sorgsam transkribiert von Kräften der kirchlichen Archive? Kaum, denn diese Transkriptionen gibt es nicht. Die Kirche selbst hat nämlich kein Interesse daran. Oder vielmehr diejenigen Teile der Kirchenbücher, zu denen es bereits Transkriptionen gibt? Und wer hat die angefertigt? Richtig, die uneigennützig und ehrenamtlich arbeitenden Familienforscher selbst. Hat die Kirche für diese Transkriptionen bezahlt? Ich wage die Behauptung: nein.

Ich möchte klarstellen: Ich bin selbst Presbyter einer Kirchengemeinde und weiß, wie klamm man bei Kirchens ist, und wie verzweifelt mancher Finanzkirchmeister nach einer Einnahmequelle forscht, und wie er glauben muß, eine Bonanza gefunden zu haben, wenn er entdeckt, daß es da draußen Menschen gibt, die bereit wären, für seine Kirchenbücher, die in der untersten Schublade des Gemeindetresors oder einem Keller der Kirche Staub ziehen, Geld auszugeben. Und ich bin selbst Familienforscher, und ich wäre sofort und dankbar bereit, für eine konkrete Information, die meine Forschung voranbringt, Geld z. B. in Form einer Spende auszugeben. Aber ich würde es erheblich eleganter und integrer finden, wenn man anstelle einer Gebühr um eine solche Spende bitten würde.