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Schreibtisch ohne Fliesen, Programme statt Apps: Windows 8 auf dem Desktop

Kürzlich machte heise darauf aufmerksam, dass die Zeit von Windows XP abläuft. Klang zwar etwas nach Panikmache, denn der Support läuft noch bis ins Frühjahr 2014, stimmt aber grundsätzlich schon: Schon jetzt wird es mit dem eigentlich rundum ausgereiften Betriebssystem immer schwieriger, der Verzicht auf den aktuellen Internet Explorer wirkt harmlos, nutzt man doch ohnehin z. B. Chrome, aber auch Skydrive und das jetzt neue Office 2013 sind nicht mehr abwärtskompatibel zum Betriebssystemboliden. Und Bedrohungsstudien zeigen XP regelmäßig ganz vorn – am bösen Ende der Tabelle.

Da war es eine Überlegung wert, noch im Januar auf das unschlagbar günstige Upgradepaket aufzuspringen: für nur 30 EUR konnte man einen älteren Rechner mit dem neuen Glanz von Windows 8 Pro bestücken. Die Performance versprach, wurden Mindeststandards eingehalten, gar nicht schlecht auszusehen. Der fragliche Kandidat war ein nicht ganz neues Netbook, wie sie aber eigentlich heute immer noch angeboten werden, immerhin bis 2GB Arbeitsspeicher aufgebohrt.

Der „Upgrade Assistant“ hatte kaum Bedenken. Nur die Bildschirmauflösung, die beim Netbook mit 1024×600 unten abgeschnitten ist, monierte er. „Einige Apps“ würden damit nicht erwartungsgemäß funktionieren. Das wollte ich in Kauf nehmen, hatte mir doch mein Test im Herbst schon gezeigt, dass der Kachelmann mein Ding sowieso nicht war (und nicht nur meins, diese Meinung findet man in der Presse in epischer Breite bestätigt) und ich mich eher auf dem konventionellen Desktop heimisch fühlen würde. Also, frisch Gesellen seid zur Hand. Datensicherung und los. Aus dem Assistenten heraus direkt zum Kauf geschritten und heruntergeladen – und das erste Mal gestutzt: Man solle wirklich kein Installationsmedium fertigen können, sondern direkt installieren? Inzwischen weiß ich, dass ich an dieser Stelle per Workaround eins hätte machen können, das ist jetzt leider zu spät. Was geschieht, wenn man doch einmal neu installieren muss, weiß ich heute noch nicht, ich hoffe, es wird sich ein Image herunterladen lassen, einen Schlüssel zumindest habe ich ja.

Windows 8 installierte sich ohne größere Überraschungen, es war auch sofort beim ersten Start fast alles an Bord, nur einen aktualisierten Videotreiber musste ich bei Intel separat herunterladen. Beim ersten Herumklicken sah alles hübsch aufgeräumt aus, bis ich das zweite Mal stutzte: Nicht einige Apps ließen sich nicht öffnen auf dem zu kleinen Schirm, sondern alle. Also nicht. Öffnen. Zwar wurde mir immer brav das geflieste Bad angezeigt, aber der Klick auf jede einzelne Kachel produzierte die Fehlermeldung, ohne einen mindestgroßen Schirm ginge das jetzt aber gar nicht. Es musste also als erstes ein externer Monitor angeschlossen werden – der Sinn eines Netbooks ist aber ja gerade seine Mobilität! Zumal sich so sinnige Programme wie Skype nur als App installieren lassen wollen. Es gibt – man ahnt es – einen Workaround, er ist aber eine etwas schwierige Geburt. Ein Eingriff in die Registrierung skaliert die Bildschirmauflösung auf einen höheren Wert. Sie entspricht dann aber nicht mehr der „nativen“, also der Zahl der physikalischen Pixel, und kann entsprechend gestaucht aussehen. Ich weiß jetzt, dass ich das zur Not unterwegs machen kann, aber ich stelle ansonsten immer hübsch auf die native Auflösung zurück.

Fliesenfachgeschäft
Fliesenfachgeschäft

Zuhause benutze ich das System jetzt also mit externem Monitor, und staunte: Der kleine eingebaute Grafikchip kommt ganz ordentlich mit zwei Monitoren klar! Nur Logikprobleme gibt es dabei reihenweise, die User Experience ist ganz klar broken by design. Beispiele: Mausgesten gegen den Rand zum erweiterten Bildschirm hin konkurrieren mit Wischgesten – statt von rechts das Menü hereinzuziehen, läuft der Mauszeiger weiter auf den anderen Bildschirm. Oder ein Schirm zeigt den Desktop, der andere die Kacheln, man starte ein adminpflichtiges Programm, dann sollte der Desktop ausgegraut werden. Die Kacheln lassen sich nicht ausgrauen, also wechselt Windows auf dem gar nicht betroffenen Zweitmonitor vom Duschbad zum Desktop.

Weil der Arbeitgeber der Holden großzügig ist, hatten wir außerdem neu Microsoft Office 2013. Und stutzten zum dritten Mal: Es ist eine sog. Click-to-Run-Version. Die bedeutet, dass man keine Chance hat, einzelne Programme nicht mit zu installieren (Publisher? PowerPoint?? Outlook???), das ganze Programmpaket liegt in einem versteckten virtuellen Laufwerk, das die recht beschränkte Netbookfestplatte gewaltig anknabbert, ich schätze um knappe 10GB.

Schließlich stutzte ich persönlich zum vierten Mal, und zwar über die Update-Policy: Bei Ubuntu habe ich schätzen gelernt, dass alle Updates an einer Stelle ausgeführt werden, egal ob sie Betriebssystem oder Anwendungen betreffen – und egal von welchem Hersteller die Anwendungen kommen. Updaten, das wissen wir alle, ist ja inzwischen ein rechter Nebenjob, ständig jagt man einer Sicherheitslücke im Betriebssystem, im Java, im Flash, im PDF-Reader hinterher. Microsoft geht da, juhuuu, den gegenteiligen Weg, Updates werden wieder diversifizierter: Windows-Update, Office-Update und die Updates für die Apps werden jeweils an verschiedenen Stellen aufgerufen; die Updates der Apps muss man sogar pro Benutzer machen, also auch für die mitgelieferten Standardapps wie Mail und News heißt es fortan immer, die Benutzerprofile von Frau und Kindern auch noch aufzurufen und jeweils mit zu aktualisieren.

Es ist also in vielen Details ein durchwachsenes Fazit zu ziehen, und damit meine ich noch gar nicht die User Experience von Windows 8 an sich, über die ich sowieso meine eigene Meinung habe. Angenehm überrascht bin ich dagegen vom Lauf dieser alten Maschine an sich, die sich recht tapfer macht.

Frust am Samstagabend mit Microsoft Produktaktivierung

Ich hatte der Gruppe 2 des Kindergartens einen gebrauchten PC spendiert, damit die Schulanfänger da auch mal Spiele machen können. Also zu Hause Rechner aufgesetzt, XP-Lizenzaufkleber bei eBay beschafft, alles klar gemacht, hingefahren und aufgestellt.

Einen Tag später, gestern, sagt der Rechenknecht, ich hätte ja allerlei Hardware verändert (nö), und ich müßte Windows noch mal neu aktivieren, drei Tage hätte ich dafür.

Ich radle also heute abend in die Kita, setze mich an die neue Box. Leider reicht das WLAN vom Mitarbeiterraum nicht bis zur Gruppe 2, und schnurlose Telefone haben sie da auch nicht, also ist telefonische Aktivierung vom Handy angesagt. Die kostenlose 0800er Nummer kann man vom Handy nicht benutzen, kriegt stattdessen eine Nummer in Frankfurt – immerhin keine „Mehrwertdienste“-Nummer, das ist wohl noch als gnädig zu verstehen.

Der Prozeß ist bekannt, er dauert ca. 5 Minuten, also 75 Cent, das ist eigentlich keinen Aufreger wert. Man darf über die Frickeltastatur einen Code aus ca. 9 sechsstelligen Gruppen eingeben. Am Ende sagt der Automat, sorry, es hat nicht geklappt, er müsse mich jetzt noch mal mit einem Menschen verbinden. Der Akku piepst bereits bedrohlich. Es wird weiter gewartet, dann kommt sie, es scheint, als habe sie extra in Rumänien (wo sie, laut Jürgen Rüttgers, ja bekanntlich nicht wissen, was sie tun) für den Job in einem outgesourcten Callcenter deutsch gelernt, um ihren Auftritt zu absolvieren: „WillkommenbeiMicrosoft-meinNameist[Schluck, würg, es klingt wie Natalia Dagestanova, Callcentermitarbeiterinnen sind ja darin trainiert, ihren Namen unaussprechlich auszusprechen]-estutmirleiddaßSiewartenmußten-wirbedauerndieUnannehmlichkeit-aberwegeneinesSoftwarefehlerskönnenwirheutekeineAktivierungendurchführen-bitterufenSiemorgennocheinmalan-vielenDank-aufWiederhören“ Klick, tüttüttüt. Und ich schwöre, es war kein Band, die arme Frau hat das wirklich live gesagt. Wahrscheinlich hatten sie wirklich keine Funktion, eine Ansage für einen solchen Pannenfall zu automatisieren – es hätte ja auch jeder vernünftige Mensch eine solche automatische Ansage an den Anfang des Aktivierungsprozesses gelegt, nicht ans Ende…

Morgen ist der letzte Tag des Aktivierungszeitfensters, aber ob ich wirklich Lust habe, mein Ehrenamt zweimal an einem Wochenende auszuüben, weiß ich noch nicht sicher. Um nicht ganz vergebens aufgelaufen zu sein, habe ich dann noch die 2 Vista-PCs der Kita auf den aktuellen Stand (IE8 und SP2) gebracht, dauerte nur ca. anderthalb Stunden.

Ich hätte ja Ubuntu genommen… aber die wollen ja nur so Kinderspiel-CDs laufen lassen, die gehen natürlich alle nur unter Windows.

Firefox Download Day

Download Day 2008

Wirklich ziemlich runderneuert präsentiert sich Mozillas Firefox, der „bessere“ Browser, in seiner grundlegend neuen Version 3, das habe ich anhand des bereits verfügbaren Release Candidate schon einmal überprüft.

Wer immer noch mit Microsofts Internet Explorer surft, nur weil der „ja schon drauf war“, als der Computer aus dem Karton kam, der sollte seine Entscheidung einmal ernsthaft prüfen: Führend bei Sicherheit oder Browserentwicklung ist dieses Produkt sicher nicht. Es gibt ernsthafte Alternativen, Firefox ist darunter eine der wichtigeren.

Witzig oder wichtig, das sei dahingestellt, aber man plant jedenfalls, am Tag des Erscheinens – der leider noch nicht einmal genau feststeht – einen Download-Weltrekord aufzustellen. Jeder ist also eingeladen, sich auf dem Laufenden zu halten und dann rechtzeitig das Schätzchen herunterzusaugen.

Außerdem geht es um eine Ehrensache: Auf der Mozilla-Website sind die Teilnahmeversprechen grafisch dargestellt, und dort führt doch tatsächlich Polen mit jetzt gerade 70.160 weit vor Deutschland mit kläglichen 38.419 Zusagen! Das können wir schwer auf uns sitzen lassen!

Update: Download Day ist am 17. Juni! Und Polen führt immer noch weit vor Deutschland…!

Kampf der Giganten: Google Übersetzer gegen Windows Live Translator

Microsoft hat seinen Webdienst Windows Live Translator fertiggestellt. Das animiert dazu, diesen Dienst gegen den Google Übersetzer, und natürlich gegen den guten alten Altavista Babelfish antreten zu lassen.

Als deutschen Quelltext nehmen wir einen meiner letzten Blogtexte, „zum Tode von OB Erwin„. Den jage ich jetzt durch die beiden Maschinen ins Englische. Am Schluß biete ich noch meine eigene, handgefertigte Übersetzung an. Kampf der Giganten: Google Übersetzer gegen Windows Live Translator weiterlesen

Das unlösbare Problem: Photoshop Album SE mit ODBC-Fehlern

Meine Eltern haben ein Notebook; es ist ein etwas älteres Fujitsu Siemens Lifebook, aber noch sehr gut beieinander. Zur Verwaltung ihrer Fotos wollte ich ihnen Adobe Photoshop Album Starter Edition installieren, erhielt aber beim ersten Öffnen nur immer die Fehlermeldung

Beim Öffnen des Katalogs Mein Katalog trat ein Problem auf. Der Katalog wurde möglicherweise von einem anderen Benutzer oder in einer anderen Anwendung geöffnet. Eventuell sind auch Dateien veraltet, beschädigt oder nicht vorhanden. Die ODBC-Datenquelle gab folgenden Fehler aus: „[Microsoft][ODBC DriverManager]Der Datenquellenname wurde nicht gefunden, und es wurde kein Standardtreiber angegeben“. Möchten Sie versuchen, den Katalog zu komprimieren, zu reparieren und dann erneut zu öffnen?

Klar, daß der Reparaturversuch scheiterte. Offensichtlich waren tatsächlich die ODBC-Treiber, ein Teil des Betriebssystems (XP Home SP2), zerschossen. Die Windows-Installation ist alt, sehr alt. Adobe kennt das Problem, deren Lösung: Service Pack 2 deinstallieren, mit der Windows-CD ein „Upgrade“ (sinngemäß wohl eine Systemwiederherstellung ohne kompletten Datenverlust) durchführen, und SP2 wieder installieren. Microsoft, auf deren Seite das Problem ja verursacht wurde, bietet keinen einzelnen Fix zum Wiederherstellen der ODBC-Komponenten an.

Das klang schon mal recht aufwendig, und ich suchte lange nach einer Alternative, ohne Erfolg. Wußte die geneigte Leserin, daß eine Microsoft-Supportanfrage zu Windows XP Home (OEM) 72 € kostet? Das ist deutlich mehr, als das Betriebssystem auf dem zweiten Markt/eBay überhaupt noch wert ist! Am Ende war ich zu der Schandtat bereit – nur um festzustellen, daß auch der Weg versperrt war: Die Wiederherstellungsdateien zum Service Pack 2 hatte ich auch schon vor langer Zeit gelöscht, um Festplattenplatz zu sparen…

Es wäre tatsächlich nur eine komplette Neuinstallation des Systems geblieben, auf die ich dankend verzichtete: Ich beschaffte Photoshop Elements, die semiprofessionelle Lösung (und nicht kostenlos, aber kaum teurer als eine einzige Anfrage an Microsoft…), die mit dem Organizer auch das schickere Album enthält. Merkwürdigerweise scheint dieses Programm das gleiche Ergebnis mit einer anderen Datenbankstruktur zu erzielen, denn es hatte nicht das gleiche Problem.