Schlagwort-Archive: Schreiben

Hier geht es um den eigentlichen, mehr oder minder kreativen Schaffensprozeß

what if – visionen der informationsgesellschaft

2006 ist das Informatikjahr, und Heinz Heises Telepolis sowie der Bayerische Rundfunk schreiben gemeinsam einen Science-Fiction-Autorenwettbewerb aus.

Das ist für mich eine spannende Gelegenheit, mich an meinem zweiten Lieblingsstoff zu versuchen, denn Science Fiction reizt mich mindestens genauso wie der eigentlich verfolgte Roman. Bis zum 15. Oktober habe ich Zeit…

Das Startgeld von 7.500 EUR wäre natürlich nice to have, vor allem aber reizt mich die Idee.

Grundlagenforschung

Es geht nach Rendsburg, wie ja bereits angekündigt. Dort werde ich in nachösterlichen Ortsbegehungen erforschen, was mein Urahn an Polizeiarbeit leistete, und wie mein Gegenwartsheld das selbe tut.

Ich freue mich darauf. Es wird sicher eine interessante Zeit. Das Schreibgerät reist mit; auch das Live-Schreiben dürfte also davon profitieren.

Literaturzensur in Düsseldorf

Der Düsseldorfer OB und mein (Stadtteil-)Nachbar Joachim E. ist für seine umgängliche Art bekannt in Stadt und Land (berühmt der ins Lächerliche abgleitende Versuch, das Düssel-Dorf als Olympia-2012-Austragungsort zu etablieren oder der Versuch, einer Bürgermeisterin der Konkurrenzpartei nach den Wahlen ein Büro am anderen Ende der Stadt zuzuweisen, aber auch seine Abschiedsworte an den wegziehenden Konzern Thyssen-Krupp „keine Steuern bezahlen können die auch anderswo, die sind so wichtig wie eine Pommesbude“ sind bezeichnend für den gpflegten Tonfall). Zu den „Chefsachen“ in seinem Rathaus gehört seit einiger Zeit auch das Kulturdezernat.

In dieser Rolle nun stört er sich an der Kurzgeschichte „Wege zum Ruhm“ des Düsseldorfer Krimiautors Horst Eckert (erschienen in der Sammlung „Blutgrätsche„), in der ein ach so fiktiver OB Probleme mit seiner Arena kriegt – Düsseldorfern wird’s was sagen. Deswegen wurde gestern eine lange genehmigte Lesung des Autors in der Stadtbibliothek kurzfristig abgesagt.

Nun ist das die Art von PR, von der eigentlich jeder Anfänger weiß, daß sie nach hinten losgeht: Ich hätte von der Geschichte kaum je gehört geschweige denn sie gelesen, wenn nicht heute Lokalradio und alle Medien voll davon wären. Es ist abzusehen, daß dem Autor Lesungsstätten allenthalben angeboten werden (im Lokalradio bot live Manes Meckenstock sein „Haus der Freude“ an, wir werden gern unseren Kirchgemeindesaal herausrücken, und jede Buchhandlung der Stadt dürfte sich die Finger danach lecken) und er generell eine Bekanntheit erreicht, die er sich kaum hätte erträumen dürfen.

QuantenMädchen

Diesen eher traurigen Titel verlieh ausgerechnet der Uni-SPIEGEL dem jungen Genie, das sich selbst die Quantenphysik beigebracht und den Plan gefaßt hat, ihr Wissen in ein dreibändiges Lehrbuch zu gießen – mit Auflagenstärke 1. Mit 17 Jahren. Silvia Arroyo Camejo ist das QuantenMädchen, und mit 20 hat sie den ersten Band geschrieben. Nur bei der Auflagenstärke ist es dann nicht geblieben: Die Skurrile Quantenwelt ist bei Springer erschienen. Sie mag, genauso wie der Titel mit dem Großbuchstaben in der Mitte, eher eine Marketingidee gewesen sein, wenn nicht, dann war der Vorsatz eine verlegerische Großtat. Geschrieben hat sie von 12 bis 20 Jahren, in jeder freien Stunde, manchmal bis morgens um 4 Uhr, und wenn man dem Nachtreten des Hamburger Wochenmagazins glaubt, merkt man dies an wortreichen Wiederholungen und „hochgerechnet gut 500 fehlenden Kommata“. Nun gut, warten wir auf den zweiten Band…

Schöne neue Online-Welt

Eins der Probleme, die ich mit meinem Rendsburg-Krimi habe, ist, daß ich selbst ja gar kein Rendsburger bin, und mich dort nur mäßig auskenne. Ein Lokalkrimi sollte aber idealerweise Lokalkolorit aufweisen… Schließlich ist das Wiedererkennen, das ein lokaler Leser empfindet, eines der Haupt-Sympathiekriterien. Dennoch habe ich mich in meine Familiengeschichte als Hintergrund so verguckt, daß ein Verlegen der Story nach Hamburg oder Düsseldorf, wo ich mich auskennen würde, nicht in Frage kommt.

Hier setze ich jetzt mit verschiedenen Werkzeugen an: An vorderster Stelle steht die Information durch das Internet. Tatsächlich kann man selbst über eine kleine Stadt wie Rendsburg unendlich viel aus dem Netz erfahren. Geschichtliche Hintergründe (wie war das mit dem Aufstand 1848, wie sah es „An der Schiffbrücke“ aus, als die Eider vor dem Bau des Kanals noch ihren natürlichen Verlauf hatte, usw.) und Tagesaktuelles finden sich gleichermaßen.

Das Trockenschwimmen im Netz kann aber das Forschen im Richtigen Leben (IRL) nicht ersetzen. Hierfür habe ich diverse Kontakte in Rendsburg, an die ich mich mit konkreten Fragen wenden kann. Ich denke auch darüber nach, eine Rendsburger Tageszeitung zu abonnieren. Und schließlich werde ich im Frühjahr auf eine kleine Recherchetour gehen, um meine Verwandtschaft dort wieder zu besuchen – und dann unser hoffentlich gesundes zweites Kind zu präsentieren – und Straßen abzulaufen, konkrete Behauptungen zu verifizieren und im Stadtarchiv nachzuschlagen. Ich bin gespannt, ob ich dort noch auf Frau Dr. Becker treffen werde, die mich vor einigen Jahren exzellent beriet.

Schreibstau, schon jetzt?

Es ging ja recht motiviert los mit meinem Neubeginn des Schreibens, aber jetzt blockiert es schon. Dabei ist es kein „Kreativitätsstau“, kein „Was soll ich schreiben?“, es ist einfach nur Mangel an Gelegenheit bzw. an Aufraffen.

Gelegenheiten sind schon rar genug in einer Familie mit einem Zwerg um die Füß‘ und einem in Mamis Bauch. Aber daß es auch noch das Aufraffen ist… So könnte ich zum Beispiel ja in diesem Augenblick schreiben. Es ist zwar nur eine halbe Stunde, die ich gerade habe, aber dennoch, statt dies zu schreiben, warum schreibe ich nicht jenes?

Ich schreib ein Buch

An diesem Wochenende waren Freunde aus B’s Studium zu Besuch, und man drückt mir, zack, ein BoD in die Hand, ein Book on Demand. Der Freund hat ein Buch geschrieben, einfach so, einen kleinen Krimi cum Lebensphilosophie. Ein sehr lesenswertes übrigens zudem.

Da bricht es sofort aus mir heraus: Das wollte ich auch schon immer, ich habe schon viele Romane angefangen, nur noch keinen durchgebracht, und unter anderem hatte ich immer Angst vor der Suche nach einem Verleger, BoD, das ist genial, das mache ich auch. – Du mußt innerhalb drei Tagen anfangen, wenn du etwas wirklich tun willst, sagt er mir noch. Gesagt, getan. Ich werde.