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Skiferienhalbzeit und Nebenabenteuer

Kurz vor dem Jahreswechsel lasse ich eine etwas durchwachsene erste Woche der Skiferien im Schweizer Grindelwald Revue passieren.

Durchwachsen, obwohl wir in einem schönen Chalet wohnen, und bis Mittwoch einschließlich schönstes Wetter hatten, obwohl ich einiges gelernt habe und jetzt ohne Schweißausbrüche rote Pisten fahre, Lisa die Blue Queen mit „ausgezeichnet“ absolviert und das Schlußrennen nur wegen eines gewagten Sturzes als Vierte gemacht hat (sie mag traurig sein, nur Vierte zu sein, ich bin stolz, weil sie etwas gewagt hat).

Durchwachsen, weil Christian schon an Heiligabend, auf den ersten fünfhundert Metern Übungspiste, ein Bein gebrochen hat, und mein Vater, 1.000 km entfernt in Hamburg, an der Kirchentür eine Hüfte. Wegen Osteoporose baute man ihm gleich eine künstliche ein, so macht er jetzt schon wieder seine ersten Schritte in der Nachsorge – und liegt dort prompt in Quarantäne, weil sein Zimmernachbar einen multiresistenten Keim hat. Die Tests müssen noch zeigen, ob er sich in der kurzen Zeit hat anstecken können.

Aktuell ist auch das Wetter nicht so spannend, Schnee wurde zu Regen, und ich schiebe mit Lisa Erkältung.

Schauen wir, was die zweite Woche bringt…

Ein Wochenende im Tessin

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. Und wenn einer in diesem Sommer eigentlich keine Reise tut, weil ihm ein Urlaub aus technischen Gründen nicht vergönnt ist, dann tut es vielleicht ein verlängertes Wochenende. Zu diesem luden Nonna und Nonno uns ein. Klar, dass es da Schönes zu berichten gibt, und drüben bei Picasa auch Fotos.

Zunächst reisten wir. Lufthansa bis und Europcar ab Milano Malpensa machten die Reise insgesamt höchst angenehm, auch wenn das Bodenpersonal dieser Airline das Boarding verbummelte und uns damit eine halbe Stunde kostete, so lange dauert es, bis man hier in DUS den nächsten Slot kriegt (dafür rettete der Purser des Rückflugs den Tag mit seiner launigen Sicherheitseinweisung „ziehen Sie die Stewardess heran und pressen Sie sie auf Mund und Nase“ – ungelogen). Europcar guckte erstaunt, ob wir den Panda (den man nur über Opodo buchen kann) wirklich wollten, aber wir reisen ja eh‘ nur mit Handgepäck, Hauptsache vier Räder und vier Sitze. Und das Autochen ist gar nicht schlecht! Das Nokia macht tapfer das Navi, es wird nur verblüffend heiß.

Die Großeltern haben Schönes für uns: der Nonno führt seinen neuen Grill vor, den Koenig. Der Pool ist eingelassen, und der Lido am Lago di Lugano obendrein. Da haben alle Spaß, auch die Kinder. Schade, wenn man so schnell schon wieder zurück muss!

Skiferien-Nachlese

Irgendwie hing mir der Trigami-Review über Saas-Fee noch etwas quer, so daß ich gar nicht recht dazu kam, von der zweiten Hälfte der Skiferien zu berichten. Nur auf den Seiten der Kinder war ich schon auf deren Skirennfähigkeiten eingegangen.

Wir hatten zwei Wochen in Adelboden, und es waren wirklich wunderbare Wochen. Nur ganz am Anfang hatte es Neuschnee gegeben, danach zehrte man zwei Wochen lang vom Schneebestand (und nächtlichem Beschuß aus Schneekanonen, wie ich laienhaft vermute). Weil es knackekalt war, bedeutete das zwei Wochen guten Schnee, blauen Himmel und Sonnenschein, einfach herrlich. Erst an den allerletzten Tagen, als es schlagartig wärmer wurde, wurde uns zu verstehen gegeben, daß es Zeit sei zu gehen: Plötzlich pappte der Schnee an den Skiern, wurden braune Placken längs den Pisten sichtbar, wurden Pisten, vor denen ich vorher noch gesunden Respekt gehabt hatte, langsam und beherrschbar, aber es war auch eine andere Art des Skifahrens, und die mochte ich am letzten Tag nicht auch noch lernen.

Ich habe in diesen Skiferien wirklich das Skifahren „gegrockt“. Dieses Wort beschreibt, daß man beim Erlernen einen Durchbruch erzielt hat und sieht, daß man dabeibleiben wird. Nicht etwa, daß man es perfekt beherrscht – zwar habe ich an den letzten Skischultagen das Parallelschwingen neu aufgenommen und auch eine rote Piste gemacht, ohne daß mir der Angstschweiß überallhin lief. Doch habe ich sicher noch viel zu lernen, eine richtige Souveränität fehlt mir noch, es kommt noch manches Mal dieses „Das-wird-mir-zu-schnell“-Gefühl auf.

Die Kinder sind sowieso vollauf dabei, haben Spaß und werden besser. Christian ist fast etwas besser als seine große Schwester, doch auch sie, die im Sport eher Bedächtige, um nicht zu sagen langsame, kommt auf ihre Kosten. Da alle Großen außer mir sowieso mit dem Wintersport verheiratet sind, wird klar, daß wir wohl öfter da unten auftauchen werden.

Ob es aber Adelboden sein wird, ist nicht ganz sicher. Ein hübscher Ort, klar, und auch unser Chalet war im Wesentlichen in Ordnung, aber Dinge wie die halbstündige Fahrt im Skibus zur Skischule und Seilbahn jeden Morgen sind doch ziemlich lästig, abends die Rückfahrt mit der elendig langsamen kleinen Kabinenbahn hoch ins Dorf, für die man auch ca. 25 Minuten anstehen muß, genauso.

Daß die Dorfbewohner ihre Straßen – auch nach 2 Wochen ohne Neuschnee! – nicht so eisfrei kriegen, daß man ohne Lebensgefahr vom Haus zum Markt gehen kann, ist auch so eine kleine Lästigkeit. Und eine Skivermieterin wie die Grächener Frau Schnidrig muß man sowieso erst ein zweites Mal finden. Dafür habe ich mich bei den Skilehrern, dem käseverkaufenden Peter und der etwas spröden aber kompetenten Marlene, hervorragend aufgehoben gefühlt, und das Hotel „Kreuz“ hat das eher bodenständige Wort Halbpension mit ganz neuem Leben gefüllt.

Dann war da natürlich die zweitägige Geheimmission nach Saas-Fee, die wir Trigami verdankten, bei der wir viel Spaß hatten, bei der mir aber auch das größte materielle Malheur passierte: Ich verlor im Schnee meine Videokamera, sie war noch ganz neu, kein Jahr alt, und natürlich ging sie zusammen mit der Speicherkarte mit fast allem Gefilmten. So ein Ärgernis kann einem ganz schön die Laune verhageln – aber Trigami ist sehr professionell damit umgegangen, hat statt des Video-Reviews einen Text akzeptiert, mein Dank dafür. Und als ich, nach Hause gekommen, Nachbarin Anke mit Bänder- und Kapselrissen auf Krücken von ihrer Skischule erzählen hörte, wußte ich wieder, daß es eben nur ein kleines materielles Malheur war, das ich erlitten hatte.

Skifahren Saas-Fee

[Trigami-Review]

Ich bin als in die Schweiz eingeheiratetes Nordlicht ja inzwischen schon in ein paar Schweizer Skigebieten gewesen, Grächen im Wallis, Adelboden im Berner Oberland, Airolo im Tessin, und habe ein paar Skilehrer „verschlissen“, und dank deren Hilfe so langsam wirklich Spaß am Skilaufen gewonnen. Aber jetzt Skifahren Saas-Fee, das ist schon noch etwas Besonderes. Eine Kulisse von Gletschern und Viereinhalbtausendern, ein Drehrestaurant und eine Abfahrt auf Dreitausendfünfhundert, Schneegarantie, ein autofreies Dorf, da wird dem staunenden Flachländer etwas geboten. Und während man dort leicht mal glaubt, von den „Schönen und Reichen“ umgeben zu sein, liegt direkt nebenan in Saas-Almagell, nicht mehr als zwölf Postautominuten entfernt, ein preiswertes Familienskigebiet, auch attraktiv.

Eben dort in Saas-Almagell fanden wir unser Hotel, das „Kristall„, ein solides Dreistern mit drei Zimmerkategorien, von denen zwei gerade erst modernisiert und wirklich ein Genuß sind, mit geschmackvoller Kaminbar, Sauna und Whirlwannen und einer sehr guten Küche.

Angeschlossen ist auch ein Appartementhaus für die Familien, die den Rahmen eines Hotelzimmers sprengen oder lieber etwas für sich sein wollen, auf Wunsch aber trotzdem den Hotelservice und die Halbpension in Anspruch nehmen wollen. Die Familie Anthamatten hat dort seit mehreren Generationen das Ruder fest in der Hand, und Familien sind auch die Hauptzielgruppe.

Bleibt man in diesem Skigebiet, findet man dort immerhin eine Skischule, Lifte und rote Pisten bis 2.400m und alle nötige Infrastruktur vor (und wer am richtigen Ort sucht, findet im Schnee meine Videokamera, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andernmal erzählt werden). Der Hotelskibus fährt den Gast direkt dorthin, und der Skipaß kostet kaum zwei Drittel von dem von Saas-Fee. In der Nebensaison bietet Saas-Almagell ein Schmankerl-Angebot an, vor dem man den Hut ziehen muß: Familie mit zwei Kindern bis 9 Jahre im Appartement, Skipässe, Kinder-Skischule und -Skimiete für unter tausend Schweizer Franken die Woche!

Mit dem Postauto ist man unter einer Viertelstunde in Saas-Fee, dort sollte man den Rechenschieber aber zu Hause lassen, der Skipaß fürs gesamte Saastal kostet über 70 Stutz am Tag (andere Posten wie Skischule oder Restaurantmenüs sind dafür sogar preiswerter als anderswo). Dafür beginnt jetzt ernsthaft der Spaß: Mit dem Alpinexpress und der „Metro“, der höchsten unterirdischen Standseilbahn der Welt, geht es auf den Allalin rauf auf 3.500m, und vom dortigen Drehrestaurant ist der Ausblick wirklich phänomenal, während man sich eine „Stange“ (ein kleines Bier) lang dreht. Unter strahlend blauem Himmel reiht sich Gipfel an Gipfel, blickt man dazwischen durch, sieht man auf die nächste Gipfelkette. Eine abwechslungsreiche Überraschung steht hier noch bereit: im „Eispavillon“, einer Gletschergrotte, kann man Märchenhaftes genießen, tief im ewigen Eis, 6-10m unter der Oberfläche. Sogar eine Kapelle hat es dort. Dann die Skier angeschnallt – die Abfahrt ist rot, die Holde verspricht: „die roten Pisten von Saas-Fee sind wie die blauen von Adelboden“ – und tatsächlich, der mutige Ski-Eleve kommt unbeschadet 700 Höhenmeter herab bis zur Mittelstation und fühlt sich unbeschreiblich cool. Selbst mir blieb sogar Zeit und Muße, den feinen Pulverschnee, den Ausblick und den Sonnenschein zu genießen. Wer mehr Ski läuft als ich, findet in Saas-Fee Freeriden, Freestyle & Funparks, wer weniger auf den Brettern steht, interessiert sich vielleicht für Winterwandern, Schneeschuhlaufen oder Nacht-Schlittenfahren.

Der direkte Sonnenschein ist unterhalb der Mittelstation aber erst mal weg. Schattig ist es dort, die Sonne kratzt an des Allalingipfels rechtem Rand und suggeriert, daß es hier ab Februar sonnig sein dürfte, nicht aber in den Weihnachtsferien. Macht nix, das Restaurant serviert auch im Schatten ein gutes Mittagessen.

Im Tal machen wir noch ein wenig Après Ski. Saas-Fee ist ein schönes Dorf, es bietet eine eigentümliche Kulisse, trendige Pistenbars reihen sich an Walliser Heuschober aus uralt verwittertem Holz, gebaut auf einer ganz eigenen Steinkonstruktion aus Pfosten und Platten, die den Ratten das Hinaufklettern unmöglich machen sollen. Weil statt Autos nur ein paar Elektrokarren herumkurven – wie überhaupt das ganze Saastal erst 1950 an die Autostraßen angeschlossen wurde – ist es gemütlich und wieder familienfreundlich.

Nach zwei Tagen Scouten für die Saison 2011 ziehen wir ein Fazit: Saas-Fee ist eine Reise wert, ein toller Ort, der mehr hat, als man vermuten würde, ohne daß man Angst haben muß, er könne einem „zu groß“ sein. Jetzt Ski-Urlaub buchen!

Weihnachtsexpress, so far

Ich freu mich, dass einiges, was ich mir unschaffbar vorgestellt hatte, doch ganz gut gelungen ist. Rückwärts:

Wir sind in Adelboden und fahren Ski. Den Kindern macht es Spass, und dem Papi obendrein (darüber war ich mir ein Jahr nach meinen ersten Erfahrungen gar nicht mehr sicher). Das Chalet ist recht OK, wenn es auch ein paar sehr gewöhnungsbedürftige Details hat.

Wir haben ein schönes Weihnachtsfest bei Michi, dem Cousin der Holden und Patenonkel von Christian, verbracht. Michi und Manu haben sich wirklich riesig Mühe gegeben, dass es mehr wurde als nur eine „Durchreisestation“ und auch Lisas Esswünsche usw. geduldig ertragen (die beiden haben keine Kinder, und wir wollen nicht schuld sein, wenn das auch so bleibt). Auch dass die Geschenke nun mal nicht alle mitreisen können, haben die Kurzen recht tapfer ertragen.

Wir sind am 23. inmitten des Grossen Chaos™ mit der Bahn in die Schweiz gereist, ohne allzu grosse Verluste hinnehmen zu müssen (eine einstündige Verspätung ist ohne Umsteigen und ein proppevoller Zug mit reservierten Plätzen jeweils recht leicht zu ertragen).

Nicht alles ist gelungen, so hat DHL sich wohl grosse Mühe gegeben, die Weihnachtspost bis Weihnachten auszufahren, das reichte für uns aber eben nicht, und so kamen ein Amazon- und ein eBaypaket mit je 6 Tagen Vorlauf nicht mehr an. Anderes ist erfreulich: Neben dem Skikurs stehen im Urlaub auch noch 2 Trigami-Reviews an, auf die ich mich freue, und Zuhause schippt der arme Herr Sch. tapfer unseren Schnee – es ist wohl einiger.

Marias 70. Geburtstag

Barbaras Tante hat ihren 70. gefeiert, und auch wir waren eingeladen. Ein großes Ereignis – die pensionierte Lehrerin ist Weltreisende, Karateka und mit reicher Verwandtschaft gesegnet – 120 Leute kamen zusammen.

Maria mit Torte
Maria

Eine Gang von Schutzgelderpressern half, Marias Reisekasse aufzubessern
Eine Gang von Schutzgelderpressern half, Marias Reisekasse aufzubessern
unweigerliche Ansprache...
unweigerliche Ansprache...
beeindruckende Darbietung dreier Schwarzgurte
beeindruckende Darbietung dreier Schwarzgurte
es wurde dann auch noch ausgelassener getanzt
es wurde dann auch noch ausgelassener getanzt
Martin und Luisa servieren typisches Tessiner Risotto für 120 Personen
Martin und Luisa servieren typisches Tessiner Risotto für 120 Personen
der kleine Jann stützt schon den Balken
der kleine Jann stützt schon den Balken

Zum Abschluß fanden wir noch Gelegenheit, eine der verbleibenden Urgroßmütter zu besuchen.

Urgroßmutter, Enkelin und Urenkelin
Urgroßmutter, Enkelin und Urenkelin

1. August

Der erste August ist der schweizerische Nationalfeiertag, und wir haben beschlossen, ihn mit ein paar Freunden und ein paar auf der Schweizreise besorgten Dekorationen zu begehen.

Es wurde ein schönes Fest, bei dem auch das Wetter vollauf mitspielte. Die Kinder durften richtig lange aufbleiben – hoffentlich reut uns das nicht später am Wochenende…