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Wenn das Leben der Kuh am seidenen Faden hängt

Schon in der ersten Woche der Skiferien, bei meiner ersten roten Talabfahrt, wurde ich mit dem Rettungshelikopter der REGA konfrontiert. Ich spüre eine große Unsicherheit, in einen Hang einzufahren, in dem noch jemand anderes mit Unsicherheiten ist, ein Kind, ein gestürzter Skifahrer, ein Snowboardfahrer, der am Boden absitzt. Ich weiß inzwischen, dass ich solchen Hindernissen ausweichen kann, will aber instinktiv immer abwarten, bis sie ganz sicher weg sind. Ist der Snowboardfahrer dann endlich abgefahren, ist sicher ein weiteres Kind gekommen, und so zögere ich an steileren Stellen manchmal unglaublich lange. Hier nun aber war wirklich ein Unfall passiert, der Verunglückte wurde abseits der Piste von Bergrettern versorgt, und während ich noch abwartete, landete tatsächlich der Hubschrauber auf einem seitlichen Abschnitt der Piste und nahm den Patienten auf. Für einmal wartete ich also zu Recht…

Den Helikopter sollte ich noch öfter sehen, allein über die Silvestertage flog die REGA über 130 Einsätze, und man gewöhnt sich dann doch daran. Als ich einmal mit meinem Skilehrer im Lift saß und das Klappern der Flugmaschine wieder ganz in der Nähe zu hören war, kam unser Gespräch darauf, dass auch wir, obwohl nur Gäste, eine REGA-Gönnerschaft halten. Als Segler kenne ich von Kind auf die Arbeit der DGzRS und weiß, dass diese Organisationen, auf die man im Ernstfall angewiesen sein kann, sich nur durch Spenden finanzieren, und dass man ihre Arbeit deshalb gleich unterstützen sollte, und nicht erst, wenn man sie wirklich braucht. Tja, der Skilehrer war denn auch ein Gönner, was mich nicht überraschte, wohl aber der Grund: Seine Familien-Gönnerschaft decke auch die Rinder auf der Alp mit ab…

Kuh am HelikopterWie bitte? Ich hörte es mit Staunen und habe es seither überprüft: Es stimmt, die REGA transportiert auch Kühe aus Bergnot, und für die Abrechnung dieses Diensts werden die Rindviecher sogar tatsächlich wie Familienangehörige behandelt. Auf meine Frage, ob das die Tiere denn nicht völlig verstöre, beruhigte er mich, sie würden das ganz gut überstehen. Beruhigungsmittel würde man ihnen dafür nicht geben. Tja, aber die Idee vom sorglosen Leben der glücklichen Kühe auf der Alp bekommt dabei zumindest einen zusätzlichen Blickwinkel… „Holy cow, Batman!“

Herbstferien

Endlich keine Hausaufgaben mehr! Das sagen die zwei Kurzen, aber nicht nur sie. Dass man sich die Herbstferien verdient hat, wenn man nach dem Sommer endlich wieder in Schwung gekommen ist, wissen auch die Eltern.

Lisa ist gut wieder in die Schule reingekommen, sie merkt natürlich deutlich, dass 3. Klasse ein ganz anderes Kaliber ist als die ersten beiden. Sie hat viel mehr Hausaufgaben auf, und die Tests, von denen schon wieder zwei geschrieben wurden, sind nicht mehr nur Eiapopeia – wenn auch fast. Mit ihrer C-Flöte spielt sie jetzt im „Spatzenorchester“ mit, und auch da ist gleich viel mehr los: Schiarazula Marazula, ein Renaissance-Tanz von Mainerio, wird einstudiert. Bisher hatten wir gerade mal „Merrily we roll along“, jetzt gleich fröhliches Wechseln zwischen hohem E und D, das fördert und fordert die Motorik ihrer kleinen Finger.

Christian hat einen guten Start hingelegt. Sein Problem ist, dass er schon komplett lesen kann, da also völlig unterfordert ist, aber noch fast gar nicht schreiben, da braucht er schon den Zugang eines Erstklässlers. So kann er sich manchmal recht langweilen, aber der Gedanke, er könne vielleicht eine Klasse überspringen, liegt auch fern. Freunde hat er auch schon gefunden, leider hat er keine in Laufentfernung wie Lisa.

Jetzt aber Ferien. Eine Woche lassen wir uns treiben, und dann geht es für 5 Tage nach Paris. Wir haben eine Ferienwohnung ganz in der Innenstadt, nahe der Île de France. Disney wird wohl auch dazu gehören…

Skiferienhalbzeit und Nebenabenteuer

Kurz vor dem Jahreswechsel lasse ich eine etwas durchwachsene erste Woche der Skiferien im Schweizer Grindelwald Revue passieren.

Durchwachsen, obwohl wir in einem schönen Chalet wohnen, und bis Mittwoch einschließlich schönstes Wetter hatten, obwohl ich einiges gelernt habe und jetzt ohne Schweißausbrüche rote Pisten fahre, Lisa die Blue Queen mit „ausgezeichnet“ absolviert und das Schlußrennen nur wegen eines gewagten Sturzes als Vierte gemacht hat (sie mag traurig sein, nur Vierte zu sein, ich bin stolz, weil sie etwas gewagt hat).

Durchwachsen, weil Christian schon an Heiligabend, auf den ersten fünfhundert Metern Übungspiste, ein Bein gebrochen hat, und mein Vater, 1.000 km entfernt in Hamburg, an der Kirchentür eine Hüfte. Wegen Osteoporose baute man ihm gleich eine künstliche ein, so macht er jetzt schon wieder seine ersten Schritte in der Nachsorge – und liegt dort prompt in Quarantäne, weil sein Zimmernachbar einen multiresistenten Keim hat. Die Tests müssen noch zeigen, ob er sich in der kurzen Zeit hat anstecken können.

Aktuell ist auch das Wetter nicht so spannend, Schnee wurde zu Regen, und ich schiebe mit Lisa Erkältung.

Schauen wir, was die zweite Woche bringt…

Skiferien-Video

…ist online

(So sollte dieser Artikel aussehen. Aber das Video steckt wieder in der Upload-Pipeline fest, das A aus ADSL kann manchmal ein echtes Biest sein.) Kommt also noch nach.

(Update: Wieder was dazugelernt. Die Musik, mit der ich das Video hinterlegt hatte, macht es „in deinem Land nicht verfügbar.“ Wenigstens unsere Schweizer Freunde können es jetzt sehen. Für alle anderen muß ich es neu abmischen – als Stummfilm mit Klavieruntermalung oder so.)

Skiferien-Nachlese

Irgendwie hing mir der Trigami-Review über Saas-Fee noch etwas quer, so daß ich gar nicht recht dazu kam, von der zweiten Hälfte der Skiferien zu berichten. Nur auf den Seiten der Kinder war ich schon auf deren Skirennfähigkeiten eingegangen.

Wir hatten zwei Wochen in Adelboden, und es waren wirklich wunderbare Wochen. Nur ganz am Anfang hatte es Neuschnee gegeben, danach zehrte man zwei Wochen lang vom Schneebestand (und nächtlichem Beschuß aus Schneekanonen, wie ich laienhaft vermute). Weil es knackekalt war, bedeutete das zwei Wochen guten Schnee, blauen Himmel und Sonnenschein, einfach herrlich. Erst an den allerletzten Tagen, als es schlagartig wärmer wurde, wurde uns zu verstehen gegeben, daß es Zeit sei zu gehen: Plötzlich pappte der Schnee an den Skiern, wurden braune Placken längs den Pisten sichtbar, wurden Pisten, vor denen ich vorher noch gesunden Respekt gehabt hatte, langsam und beherrschbar, aber es war auch eine andere Art des Skifahrens, und die mochte ich am letzten Tag nicht auch noch lernen.

Ich habe in diesen Skiferien wirklich das Skifahren „gegrockt“. Dieses Wort beschreibt, daß man beim Erlernen einen Durchbruch erzielt hat und sieht, daß man dabeibleiben wird. Nicht etwa, daß man es perfekt beherrscht – zwar habe ich an den letzten Skischultagen das Parallelschwingen neu aufgenommen und auch eine rote Piste gemacht, ohne daß mir der Angstschweiß überallhin lief. Doch habe ich sicher noch viel zu lernen, eine richtige Souveränität fehlt mir noch, es kommt noch manches Mal dieses „Das-wird-mir-zu-schnell“-Gefühl auf.

Die Kinder sind sowieso vollauf dabei, haben Spaß und werden besser. Christian ist fast etwas besser als seine große Schwester, doch auch sie, die im Sport eher Bedächtige, um nicht zu sagen langsame, kommt auf ihre Kosten. Da alle Großen außer mir sowieso mit dem Wintersport verheiratet sind, wird klar, daß wir wohl öfter da unten auftauchen werden.

Ob es aber Adelboden sein wird, ist nicht ganz sicher. Ein hübscher Ort, klar, und auch unser Chalet war im Wesentlichen in Ordnung, aber Dinge wie die halbstündige Fahrt im Skibus zur Skischule und Seilbahn jeden Morgen sind doch ziemlich lästig, abends die Rückfahrt mit der elendig langsamen kleinen Kabinenbahn hoch ins Dorf, für die man auch ca. 25 Minuten anstehen muß, genauso.

Daß die Dorfbewohner ihre Straßen – auch nach 2 Wochen ohne Neuschnee! – nicht so eisfrei kriegen, daß man ohne Lebensgefahr vom Haus zum Markt gehen kann, ist auch so eine kleine Lästigkeit. Und eine Skivermieterin wie die Grächener Frau Schnidrig muß man sowieso erst ein zweites Mal finden. Dafür habe ich mich bei den Skilehrern, dem käseverkaufenden Peter und der etwas spröden aber kompetenten Marlene, hervorragend aufgehoben gefühlt, und das Hotel „Kreuz“ hat das eher bodenständige Wort Halbpension mit ganz neuem Leben gefüllt.

Dann war da natürlich die zweitägige Geheimmission nach Saas-Fee, die wir Trigami verdankten, bei der wir viel Spaß hatten, bei der mir aber auch das größte materielle Malheur passierte: Ich verlor im Schnee meine Videokamera, sie war noch ganz neu, kein Jahr alt, und natürlich ging sie zusammen mit der Speicherkarte mit fast allem Gefilmten. So ein Ärgernis kann einem ganz schön die Laune verhageln – aber Trigami ist sehr professionell damit umgegangen, hat statt des Video-Reviews einen Text akzeptiert, mein Dank dafür. Und als ich, nach Hause gekommen, Nachbarin Anke mit Bänder- und Kapselrissen auf Krücken von ihrer Skischule erzählen hörte, wußte ich wieder, daß es eben nur ein kleines materielles Malheur war, das ich erlitten hatte.

Weihnachtsexpress, so far

Ich freu mich, dass einiges, was ich mir unschaffbar vorgestellt hatte, doch ganz gut gelungen ist. Rückwärts:

Wir sind in Adelboden und fahren Ski. Den Kindern macht es Spass, und dem Papi obendrein (darüber war ich mir ein Jahr nach meinen ersten Erfahrungen gar nicht mehr sicher). Das Chalet ist recht OK, wenn es auch ein paar sehr gewöhnungsbedürftige Details hat.

Wir haben ein schönes Weihnachtsfest bei Michi, dem Cousin der Holden und Patenonkel von Christian, verbracht. Michi und Manu haben sich wirklich riesig Mühe gegeben, dass es mehr wurde als nur eine „Durchreisestation“ und auch Lisas Esswünsche usw. geduldig ertragen (die beiden haben keine Kinder, und wir wollen nicht schuld sein, wenn das auch so bleibt). Auch dass die Geschenke nun mal nicht alle mitreisen können, haben die Kurzen recht tapfer ertragen.

Wir sind am 23. inmitten des Grossen Chaos™ mit der Bahn in die Schweiz gereist, ohne allzu grosse Verluste hinnehmen zu müssen (eine einstündige Verspätung ist ohne Umsteigen und ein proppevoller Zug mit reservierten Plätzen jeweils recht leicht zu ertragen).

Nicht alles ist gelungen, so hat DHL sich wohl grosse Mühe gegeben, die Weihnachtspost bis Weihnachten auszufahren, das reichte für uns aber eben nicht, und so kamen ein Amazon- und ein eBaypaket mit je 6 Tagen Vorlauf nicht mehr an. Anderes ist erfreulich: Neben dem Skikurs stehen im Urlaub auch noch 2 Trigami-Reviews an, auf die ich mich freue, und Zuhause schippt der arme Herr Sch. tapfer unseren Schnee – es ist wohl einiger.