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Danaergeschenke #vodafail

„Hüte dich vor den Griechen, wenn sie Geschenke bringen“ ist von Vergil und nicht etwa auf die aktuelle Euro-Krise gemünzt. Das ursprüngliche Danaergeschenk war Odysseus‘ „Trojanisches Pferd“, ein Geschenk, das dem Beschenkten, naja, zumindest nichts nutzt.

An nutzlosen Geschenken versucht sich derzeit auch Vodafone. @echt hat es sicher nicht böse gemeint, als er es weiterempfahl („gerade die 3 Monate umsonst surfen Simkarte bei Vodafone abgeholt“), aber dieses Preisausschreiben sollte man sich wirklich schenken.

In „Aydens Kiosk“ muß man 10 Fragen beantworten. Wer meint, diese Flashumgebung ganz ähnlich schon mal gesehen zu haben, erinnert sich richtig: guckst du hier. Es geht um Zeit, 9 Fragen sind kinderleicht, die 10. praktisch nicht zu schaffen – kennen wir von 9live und ähnlichen Abzockesendern. Man gewinnt aber scheinbar immer was, nämlich eine CallYa-Karte „mit 10 Euro Startguthaben und 3 Monaten gratis mobil Surfen“. Hurra, gewonnen. Verfasser also losgedackelt, der nächste Vodafone-Shop ist ja gleich auf der Westfalenstraße.

Erster Flop: „Da machen nur bestimmte große Shops mit, du mußt auf die Schadowstraße in die Innenstadt!“ Der Chronist entert die 701 und reist gen City. Holt sich tatsächlich den Preis ab. Grummelt, weil er natürlich bezahlt, mit einem kompletten qualifizierten Adreßdatensatz, und wer meint, der wäre umsonst zu haben, lebt im Schlaraffenland. Ist enttäuscht, weil der Berater gleich abwiegelt: „in den Surfstick können Sie die Karte nicht stecken, die ist nur fürs Surfen auf dem Handy,“ und verärgert, weil er sich gar nicht davon abbringen lassen will, gleich den Festnetztarif umzustellen. Na gut, dann kann man ja immer noch etwas Twitter und Tagesschau mit machen. Und 10 Euro sind ja auch noch drauf, damit kann man nach aktueller Tariflage bis zu zwei Stunden  telefonieren.

Denkste. Die drei Monate, die man surfen solle, sind nämlich gar nicht umsonst, sie sind erst recht nicht flat, sondern sie sind aus dem Prepaidguthaben zu bezahlen, zu horrenden 2,49 Euro/Monat plus 0,99 Euro/Tag. Schon nach der ersten Einwahl ist das Guthaben runter auf 6,52 Euro, und nach einer Woche wäre der Spaß vorbei, der Kartentank leer. Die versprochenen 3 Monate gehen gar nicht auf, das Geld reicht nicht einmal für eine Tageseinwahl in jedem der 3 Monate, das wären schon 10,44 Euro! Soviel zu unzulässigen Werbeaussagen. Außerdem surft mein Handy mit angezogener Handbremse, mit „G„, wo „E“ möglich wäre. Da ist Simyo schneller, obwohl es immer heißt, das E-Plus-Internet wäre lahm.

CallYa OpenEnd Internet heißt der Tarif, und ich mache jetzt damit das einzig Richtige: in den Gulli treten. Wobei es sich natürlich um eine jener sogenannten „Prepaid“-Karten handelt, die auch in der Kanalisation weiter ihr Geld verbrauchen, denn die 2,49 Euro werden auch im nächsten Monat verbrannt werden, und im dritten, dann ist das Guthaben alle.

Wenn eine Stunde in der Innenstadt bei Sonnenschein nicht ganz nett wäre, müßte ich sie Vodafone eigentlich berechnen.