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Radfahren macht Spaß! Jawoll!

Autosuggestion ist eine Kunst, in der ich im Augenblick meiner kleinen Tochter Unterricht gebe. Ich hoffe, daß es ihr so gelingt, ihr Selbstbewußtsein zu stärken.

An einem Tag wie diesem braucht es aber auch Autosuggestion, auf das Fahrrad zu steigen und dem Regen entgegenzulachen. Ha, Regen! Du machst mir nichts aus! Du nimmst mir nicht die Freude am Radeln! Und die Dosenfahrer, an denen ich vorbeiradele, sehen hinter dem Lenkrad weiterhin mindestens so verbissen aus wie ich.

Ich bleibe bei meiner Überzeugung, daß Radfahren vielleicht nicht an 100% der Tage Spaß macht, aber daß dasselbe vom Autofahren sicher auch wahr ist.

War was? Weihnachten und so?

Ups, irgendwie habe ich hier länger nichts mehr geschrieben. Waren geschäftige Zeiten. Da muß ich doch mal die Kurzfassung nachliefern:

Also, wie in vielen Familien, haben wir Weihnachten gefeiert. Dieses Jahr bei uns zu Hause, und zwar so richtig „in Familie“, also mit allem, was krauchen kann. An Heiligabend und dem 1. Weihnachtstag saßen hier 9 Personen am Tisch, 7 davon schliefen auch im Haus. Das hat riesigen Spaß gemacht, es war wirklich schön, mal wieder Eltern und Schwiegereltern gleichzeitig hier zu haben. Und ja, es gab viele Geschenke, und unsäglich viele Süßigkeiten. Und ein Krippenspiel.

Weihnachtsbaum
Weihnachtsfamilie

Dann kam Silvester. Da waren die Leut‘ aber alle wieder weg. Also gab es ein Fondue chinoise mit den geschätzten Nachbarn. Es wurde viel Uno gespielt. Das war auch sehr lustig.

Dazwischen hat es viel geschneit, das dürften auch die meisten mitbekommen haben. Es gab viel Schnee zu schippen, das Radfahren machte nicht so viel Spaß. Dafür kann man im eigenen Garten super rodeln. Und davon soll es am Wochenende noch herzlich mehr geben.

veritabler Schneesturm am 20. Dezember
Rodeln am 3. Januar

Und Christian hatte seinen 4. Geburtstag, aber darüber steht was in seinem eigenen Blog, z. B. hier und hier.

Regen für die Tonne

Der Gärtner und der Im-Garten-Sitzer haben ja nicht immer dieselbe Meinung über Regen, und ich wünsche ihn mir eher selten, aber seit ein paar Wochen steht auf meiner Terrasse eine Regentonne, und seit vorgestern ist sie endlich auch angeschlossen – zuletzt fehlte nur noch ein winziges Stück 3/4″-Schlauch. Klar, daß der Regen heute morgen begrüßt wurde, weil er mit gurgelndem Geräusch die Tonne füllte.

Regentonne

Ab jetzt brauchen Sie bessere Ausreden

Sehr geehrte Rheinbahn, vor etlichen Jahren war ich einmal Ihr „Qualitätsscout“, und auch jetzt bin ich bei Ihnen manchmal noch auf der Suche nach Qualität.

In einer großen Kampagne bewirbt die Rheinbahn derzeit ihre Verkehrsinfo über Website und Telefonhotline mit dem Slogan „ab jetzt brauchen Sie bessere Ausreden“. Ein Fazit:

Seit 8 Tagen ist Düsseldorf gefangen in einem ungewöhnlichen, aber nicht katastrophalen Winter. Da unser Standardfortbewegungsmittel Fahrrad in diesen Tagen ausfällt, kam meine Frau vermehrt in den zweifelhaften Genuß, in der Stoßzeit Rheinbahn zu fahren. Ergebnis: Für eine Strecke von fahrplanmäßigen 30 Minuten werden zwischen 30 und 90 Minuten gebraucht; gegen welches Ende der Durchschnitt liegt, mag man sich selbst ausmalen. Das ist sicher zumindest teilweise den besagten ungewöhnlichen, aber eben wirklich auch nicht katastrophalen Wetterbedingungen geschuldet. Mehr als einmal kam aber auch einfach gar kein Bus, gar keine Straßenbahn, so heute morgen, als sie schließlich zu Fuß von Rath nach Ratingen marschierte. Und dann kam es gern zu Situationen wie heute Abend, als eine 712 am Europaring während 15 Minuten in beiden Fahrtrichtungen nicht zu sehen war. Vom Handy berichtete mir meine Frau von ihrer Lage. Ich bemühte die neue Verkehrsinfo-Website, las aber nur „es liegen keine Meldungen vor“. Also rief ich die zugehörige Telefonhotline an. Man versuchte, mir das gleiche zu melden, ich sagte ihm, ich hätte da aber eine Meldung, daraufhin hieß es „ich kann mal eben die Leitstelle anrufen“, und kurze Zeit später gab der Mitarbeiter mir zu, die eine einzelne 712 um 18:13 Uhr sei ausgefallen, die nachfolgende werde aber um 18:23 fahrplanmäßig eintreffen. Es war leider inzwischen 18:28, als ich meine Frau zurückrief und ihr sagte, laut Auskunft der Hotline sitze sie inzwischen in einer Straßenbahn und sie mir antwortete, nein, das tue sie nicht. Fazit: eine neue Qualität gibt es nicht, der Dienst ist (noch) wertlos.

In einer anderen Meldung unserer Zeitung zum Thema Rheinbahn war heute wieder von Imageproblemen zu lesen, die in einer Umfrage festgestellt worden seien. Auch dazu habe ich etwas zu sagen: Liebe Rheinbahn, ich weiß sehr wohl, daß die Rheinbahn ein Logo hat, ich weiß sehr wohl, daß es rund ist. Ich bin nicht blöd. Ich weiß die Straßenbahnen und Busse der Rheinbahn sehr wohl von den im VRR zusammengefaßten S-Bahnen der DB AG zu unterscheiden, und werfe diese in puncto Fahrzeugalter, Sauberkeit und Pünklichkeit nicht in einen Topf. Straßenbahnen sind sauberer, eher pünktlicher, oftmals älter als S-Bahnen. Busse sind fast nie pünktlicher, manchmal nicht sauberer oder neuer, und werden von „überzeugten Rheinbahnern, die sich mit dem Unternehmen identifizieren“ gefahren. Das sind die, die einem die Tür vor der Nase zuschlagen, die Gas, Bremse und Kurvenlage einsetzen, um in einer Mischung aus Fahrschule und Tourenwagenrennen Kinder und ältere Leute wie Kegel durch den Bus zu schleudern, die rote Ampeln überfahren, wo sie sie antreffen, die den Aufzug ticketschwenkender Fahrgäste entweder ganz ignorieren oder bestenfalls mit gnädigem Kopfnicken quittieren. Ich weiß, sie sind vom Fahrplan Getriebene, anders als ihre Kollegen auf der Schiene dem sie umgebenden Verkehr hilflos ausgeliefert. Und ich weiß, das sind nicht alle, ich kann als Vielfahrer auch tief in die Tasche greifen und umgekehrt Anekdoten von verblüffend freundlichen, verblüffend hilfsbereiten Fahrerinnen und Fahrern ausgraben.

Der Rheinbahn-Sprecher sagte unserer Zeitung irgendwas wie, ÖPNV sei eben nicht „sexy“, und die Rheinbahn wolle lieber ein gutes Vollkornbrot sein (sic). Und damit hat er auch recht, ich wünsche mir auch genau das, eine Bahn, die da ist, wenn der Fahrplan es verspricht, und mich da hinfährt, wo ich hinwill. Und die mir sagt, warum sie das nicht kann, wenn sie es nicht kann. Insofern ist auch die Verkehrsinfo eine richtige Sache – besser fände ich aber dynamische Anzeigetafeln überall, und wenn diese auch funktionierten, und auch das richtige anzeigten. Und nicht gerade dann, wenn keine Bahn kommt, nur sagt „bitte achten Sie auf die Wagenbeschilderung“.